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Der Orden Bne Briss · 1934-08-01 · Nr. 4/5 - August/September (8.1934) · p. Seite 38

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1934
Issue
Nr. 4/5 - August/September (8.1934)
Date
1934-08-01
Page
Seite 38 (sequence 2)
Language
German
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Vom Sinn der Geschichte. ~Von Br. Max Freuilenlhtil. n Ereündt's mul Bruder# eng miteinander verflochten. Pie Persönlichkeit - Per E'e«ttag unsere# lieh I s in a r F. 1 h o g e n legt de Frage nahe: Welchen Wert hat überhaupt di<^ Elrf orschung ■ der Geschichte, welchen Sinn hat ilie liistor sehe W issehschaft? W ellichkeit als Bewußtsein de chen Sinn-das'W ort Gi'«ehi<hte hat. braucht nicht erst erörtert zu werden. Geschichte ist hier nur das Geschehen. <la# \om M e n s c h <( n zum Menschen sich vollzieht oder auch um auß<*ii ßer mit der Wirkung auf Menschen. j«-tlenfalls Menschheitsgeschichte. Pie Erforschung dieser Geschichte' kann jedoch nur dann ' einen Sinn Besitzen.,'w Min die Geschieht«?, selber eimm Sinn hat. Pie Feststellung geschichtlicher Tatsachen wäre g«'wiß sinnlos, v etui sie mir ein«; menschliche W ißhegierde befriedigen wollt«', «lie im besten Falle eine stärker kultivierte Neugierde hedeuten würde. Sie kann auch nicht mit. «kr nmnstdilieh natürlichen, freilich ethisch höher zu bev erteiiden Kiit«leckerfreude begründet werd«‘ii. die nicht Ruhe findet, ehe sie nicht alles Insichere in der W «'F gesichert, alle# l nklarc unt«'r «len Alenschen .geklärt. eh«; sie nicht «-in lückenloses Bihl der Vergangenheit «len Lebenden zur Schau gestellt hat. Es ist gewiß1*nicht bloß für den Forscher, sondern auch für «len Be>«-h iut>r «'in beglückendes Gefühl. wenn zahllose, in müljscliger Kleinarbeit ausgegraliene. von jenem geforn te und zusamniengefiigte Bausteine ein in allen Teilen wohlgeordnetes Haus erg«‘hen. Aber das llaus der \ ergangeiiheit. da« die Aufschrift ..Geschieht«'" trägt, kinn nicht immer nur ein Museum sein. Sind wir doch seihst in.ihm geboren. Wir alle sind Menschen «1er Geschichte. W ir kommen allesamt au.- <kr Vergangenheit und we«‘hseln in jedem Augenblick unser«'« Dasein« au.« der Vergangenheit in «Ji«; Gegenwart hinüber. Pie Vergangenheit ist. um mit B e r <1 j a j e w zu sprechen, muß al-o einen Sinn haben, liaupt «-inen Sinij hält somit ihren Sinn al« Leb: auf die .Gesamtheit, die Gesamtheit wirkt auf die Persönlichkeit oder spiegelt sieh zumindest in der Fersör.- i irkt r Zeit repräsentativ v viedcT : en. All«-« ist wissenswert, äugen ist. alle-, was ei/ist verdichtete« I.eben und wenn unser Lehen überbesitzen soll. Geschichtsforschung er- ‘nsforsclmng und kann aus diesem Grunde, seihst «len-kleinsten Ia'hcnsmoment nicht unbeachtet v orühergi-hcn las wa« in «lie Gt'schicht«' eilige h'bendig und wirk-am war. kann und muß Gegenstand «ler 'historischen Forschung sein und bedarf sinnv «illcr Erklärung. Geschichtlich h'bendig und wirksam sind und waren immer Menschen als Eli uze undMeiischeii als g e s eh 1 o # besonders al« nationale «iilei Pie Geschichtsforschung wird Gebieten zugewandt «ein: «ler Erforschung des Lebens 1 Persönlichkeiten s «mi e Ge « am t h e i t e n, .religiöse Gemein««haften, deshalb stets «liesen beiden' und W irkens von einzelnen h «torischen Pcrsi'inlichkeiten welche, weiler die Persönl ichkeiten noch die un«l der Ergründung der Lebenshaltung geschlossener beiten irgendeine Macht be Gesamtheiten. Im Gang «ler Man liät gemeint, daß der Sinn der Erforschung"" geschichtlicher Persönlichkeiten darin gegeben .s«: , «laß sie vorbildlich oder abschreckend auf die Nachwelt vvir- Jven sollen, daß die Geschielte an ihnen zur Lein meisterin werde. Eine solche Siinidcutung wäre popiJlar ge- «laclit, ist aber dürftig und unwissenschaftlich. Penn alle geschichtlichen Persönlichkeiten .stellen eigene Typen dar, die gar nicht zi ni Vergleich «lii'iicn Li innen, und sie handeln gus Umständen heraus, die in derselben Art in der Gi'schichte nicht mehr wie«lerkehr«ii und lin normalen Menschenleben s cli überhaupt nicht fimkn. Daraus ergibt sich schon, laß Persönlichkeit üud Leistung stets schicksalsmäßig gebunden sind. Gleichviel welchem moralischen Urtei der Mit- oder .Yaehwelt sie auch unterstehen mögen, der-Forschung oflenbaren sie sich in jedi'm Falle als Werkzeuge einer iilur se si'lbst hinausgreifemlen Gewalt, v« ii «ler sie auf «len PI m ihrer Zeit gestellt, angetrieben, fortgeführt und aiielLw i«'der in einem gegebenen Augen blick vom Schauplatz ahberrifen werden. Einer, der ganz gewiß als überragende Persönlichkeit selber Gescl ichte gemacht hat. F ii rst Bismarck, hat als Elrfuhrungsgrundsatz seines Wirkens ausgesprochen: „umla fert nec regit ur'4 (die Welle trägt und läßt sich nicht buken). Im gleichet i Geilankengalig geht ein Ausspruch Rankes: „Nicht «lurcli momentane Vorteile oder diplomatische Kirnst«', sondern durch «lie eingeborenen Kräfte ,<ler Elemente, . weh'lie die Welt zusammen setzen, werilön di«: großen E ragen ausgemacht.44! Es steht mit der Geschichte der Gesamt (eiten nicht amlers. Elin Blick in lie Weltgeschichte scigt eine Eliitvvicklung gewisser Gern« inschaftcu von der Barbarei zur Kultur, vom Heidentum zu einer geläuterten Gottesvorsti'llung. von «len Urtrieben zu einer beherrschten Moral. An «lieser Entwicklung, die man wohl als ein Eortschreiten, als eine Abwärtsbewegung in «ler Mcnschly>it bezeichnen darf', haben aufs stärkste geistige Antriebe aus den Menschen selbst ihren Anteil. Persönlichkeiten mit ihren I«le«'ii bewirken den Fort K-lirift in der Geschichte. Aber es ist ein Verdienst «ler modernen Geschichtswissenschaft, naclig«'vviesen zu haben daß die geistigen Werte neuer Kulturen in einer Gesamtheit stets auch im Zusammenhang mit wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen Stelen, und diese wiederum werden' wesentlich durch äußere Einflüsse bedingt, über Gesamtützen. Für «lie ükc nomisclie Geschichte selb«t ist beides Lage einer Nation spielt schon die Natur eine lusschlag- 38

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