Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 1 - Januar (Fragment) (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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und Mozart* Homophonie. Selbst der Unterschied von das innere Dur und Moll hat keinen eindeutigen Sinn und Gefühls- ,\vert. Lediglich aus Konvention und Gewohnheit empfindet XX Osteuropa die Mollklängc als traurig und daher auch russische, slawische lind hebräische Volksweisen als schwermütig und schwerblütig. Auch der Versuch, «len Tonarten hestimn te Gefühlsdeiitungen zu unterlegen, scheitert, weil di« Tonarten ebenfalls h'diglieh auf der Konvention der Z *iten oder der Gewohnheit bestimmter Persönlichkeiten D-Dur die Tonart gilt nicht als Nof beruhen. Sicherlich ist für Mozart unb'esrhw'ort<*ster H«*it<*rh«‘it. aber die:’ m und. G«*sctz für alle -Musiker aller Zeiten und für dis Wesen der Musik seihst. Die zeitgehm denen Konventionell der Musik zu erfassen. zu diirchsi'hauen und zu beherrschen. bedeutet Stilgefühl und bis zu einem gewissen Grade Künstler; ständnis und dürfte unerläßliche Bedingung und Voraussetzung für d« n reproduktiven Musiker, den Kapellmeister und den Op«‘rnregisseur sein! Aber durch das Zeitgewand hindurch den inneren Menschen und Schöpfer zu empfinden und zu erfassen, macht das wahre .Kunsterlebnis aus. Das ureigentliche Gebiet d«*s Tonschöpfers ist seine Melodie. s«‘in musikalischer Einfall. W ie je«l<* Schöpfung, wie ji'de Gehurt, ist «ler Kinfall seihst heim stärksten Grade «les natürlichen Xlusiktriebe** ein unfaßbares und iinhesehreihliehes W linder, um so als im Kit fall doch «clion das .ganze darauf auferk liegt. Denn jedem Werke ist auzu-. ginfall eine gt'niale Melodie' ist. die aus Werl» lebendig zu zeugen i«*rwillkürlich ’ konstruiertes 'l'liema. das akaiji'iuisch in ihm X ersländigungsforherrschenilen Zollkonvention ahgewaninehr. l gehallte Kunstwer merken, oh s»*in sich heraus das ganze inochtc. oder nur blutleer und inen «ler gerade delt wurde. * W eil diese die. aus dem im men scheint, und greifbar«; Keimzelle der Mu-ik. die Meinereil Lehen des Komponisten zu stamdie Musik überhaupt nicht die äußere W’elt. sondern de 1 inneren Menschen ausdrürkt, hat man die Tonkunst so oft als die Kunst der Gefühle par c\i‘ellenco bezeichnet.1 Uml weil es fast niemals glückt, eine bestimmte Ton folge als den. Ausilruek «‘ines bestimmten Gefühles zu fassen, hat man diese auscheinemle l nhestinunharkeit der Musik, ihre Irrationalität, teils als min- «lerwertige Kunst geschmäht, teils als hesomlers wertvolle, metaphysisjeh bedeutsame Kunst geprmseu. I)i*r Ästhetik am Emle «les 1(>. Jahrhunderts war «*s freilich \orhehalten. die Musil» als den ..unbestimmten Ausilruek unbestimmter Gefühl«;“ zu bezeichnen. Doch wenn sich auch der Gefühls e i n <1 r u c k der Tonkunst in der XX örtsprache nicht Bestimmt w h-dergebon läßt, so ist deshalb «lie Musik seihst als Ausdruck noch lange nicht vage uml Unbestimmt, denn dann wäre sie zur seelischen W eher Komponist wird assung völlig untauglich. .Nein. ji‘dcr mit völligem Rechte erklären, daß er bestimmte Gefühle in seinem W erke ausspricht und «Limit dem eigenen inneren Leben uml dem seines Kultur- , .kreise« «leutliche und eindeutige Gestaltung gibt, aber er wird freilich zugleich darauf aufmerksam machen, «laß Gedanken, Lehen «les Mensi-heh ]tein«*swegs nur aus G«*- fühh‘11 b«*:eht, sondern es aueli! Aiisichten, Absichten. Ideen in sich trägt. Musik mit ausspr«*«*lien mtiß. (lew iß «liK w irkt die .Musik, und \orzuj:sw'cisc, durch die'S «l«*r wird ihr.eben nicht gerecht um Gcfiili <*n .auffaßt. KiinstL sein«; Gefi hl«- imd F.inpfmdii 1 zu formen weiß, eit «fes Verstandes. inm1 regeln um eine Tätig . I«‘r keim» >i‘duiiklich«*u Ahsfri ker.(sondern Künstler, uml du <l«*r«; Art les Denkens, eine ift m«'hr -innlicher als ah.-tr# ('irüb<,*lii i mT Zergliedern, unifa*s)‘ii<l|t*s Krschauen: «i« diTii ein Linfall. das 'Xuffkuni 1 Demi unser«* G« und \hsii Bin ußtse dort ergr« ihr uni Lelxms; Form uml ( gezw mige i rtau Ideen wählen uml n 'danken, beliebig uiiil na« % liten; iii uii.-erm ti«*f; ‘und unsere Logi . niclit ift «‘ine Idee um unk B«*si|tz «*ts unerreiehb-ire» u f. «lern wir nun durch L« ii ii k«*it die schöpferi «*w igen Gerecht igjv« hens usw. «ler grilK in Lehen XI« iisrlih« das B«*ich soi d er ebenfalls in s«*iner jede Kunst, zunäch-t auf das (.«'fühl, aber , «l«*r sie nur als Ausdruck kgmi nur «ler s«*in, der genl zu helierrsch«*n, zu und Iselion «Ijcs erforilert Natu'lieh gibt der Kiinsta|»t.iomn: er ist nicht Denfftr besitzt er eine besonstinho iselio Denkart. Sie kter Natur: sie ist kein ern ein plötzlich«*« und «*heu kein Denken, sonl't «*n «• i cs Ideciisvmhols. - Gestalt zu gehen. X ind. Längst hält Xleiisehlieil \ ers«*j;i hingen. In* Natur über all«* Zt-it« I . unabänderlichen it. der Freiheit. il«* Xlenschen Ulli il ui'ii imd XX «*rk zu «erwirk it damit Sinn unil-XX «li*r Kultur 'erricht«* <-n. I«feei|« der aiisgegosseu hätte, und wem nicht immer wir rgriffen würden,.; sie icl «ui suchten, der *rt «1 *s .«‘hens wiesen uml Gewi .1 muß «las Kunst««« seliaft, ei i«*s X olkes. eines' K es könnt« nicht eutsf'eheu ui)i ■wenn nje it die Sonm* und, ,meiisc.hlicli<‘ii. der ewigen Id« faltung hi ingen würden. Jed« S« mhol einer Id«*«*: zu seinem hehanrlelt es eint* inili« idlielL; s i n n v o 1 «*,11 'Ausdruck gibt meu-ehlie len Idee. « «*r Reg« Sliak« der Gesta ..Kroika' ausspricht idec. Dt der Musiki«1 motiv im Parsifal X^ eindeutig keif und Menschen speares ..Othello"' V i|tung das Symbol dr die kein Hel«l«*nlehcn, sord« 1 s. r ii es < Kuh s i ii <j«, (S i n l m k im Boden einer Gemeinulturkrelses wurz«*ln. aber Zeit Tiherdaiiern. t*n der allgemein nä iren yml zur Kntstherk ist Gleichnis-, il i ch en Kindruck hj-nheit: zu s«*iiiem Lypus einer ewig ist das lnusikalisc i n ui«* jeder Künstler, denkl * * r in Symbolt-ii: di«f kurz«; Tristan hegleit«*t agners Lehen' uml. W erk iiiiI plastisch die «lri ckemle heu wir nicht, wie uiiseni XX iinsehcii len Iiiliern. dort, wo unser zu sagen haben, uml dort stellt sie l«h*al al > das Ziel unsercal hin.'Tat oder XX «*rk rw irll iehuiig /ti erstr«*h«*ii «las ('. l|iaos «ler XX irklichiiciy’i nicht, die n und X <‘>lk«“r «Ii«; d«*r XX ahrheit, d«*r nunft. des Glaut z. B. int Kinfall wie in r Kilernicht: Beethoven; rn das Heldentimi ie Gl elelmls der Helilen di«* schmerz« olhiul nach Erlösung aus li«*ser (irünstice Sehnsucht «lei und spricht aucl Trinfolge <lt*s Tag «im Taiinhäuser bis zun iirt«! spricht üheral Not der XX irklich Not aus. Seihst ii i