Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 1 - Januar (Fragment) (1.1934)
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Br. Carl Melchior, Dfr (Irden lind i i-besondero die »tcinthal-Loge in I Limburg hat den \ «»i’1 iir-t eines ihrer besten Brüder zu ln klaren, im Alter voo nur ()2 Jahren i-t C.arl Melchior, ler drin Hm- Brie- Orden seit 1Ü2'{ aniteliiirte. am .W.!)<•- Gegner Achtung \oi) dem feinsinnig«*!! stillen i'ehürle. Nach Beendi li lil.ihm. wurde er lleich-regierung als di elien Kunft •ren/.en mit einer vornehmen Art des Auftretens'iind einem g anzenden Verhandluiigstalent. fanden flieht nur die'öffentliche Am rki'nnung seiner Begi«*rung, sie rangen 9tic|i dem /einher ld.'W unerwart *t verschieden. >ein Lehen war erfüllt von ernster Arbeit und voller Hingabe seiner ganzen Kraft für die hochungfse heile f irma \\ arburg in Hamburg. deren Mitinhaher er war,4 und für -ein Vaterland. dem er mit ganzer Seele allinnig des Krieges, an dem er aktiv, rinöfie seinei; außerordentlichen keiintHi-si' und Erfahr mir auf v olksw irtsehaft lieheiti und . hankteehni'ehem G«d)|i<*te durch das \ ertraueit der reu »achv er-tändigdf zu zaihlrciausländischen B«*gi<*rungen ■ dele- Ma ah. a'i rt. Seine durehdriititende Saehkfnntnis. vereint mit Durch ih n l msehwifng der Dinge im vergangener Jahr« konnte er sieh jüdischen Interessen intensiverzuwenden und er entwickelte sich rasch als wertvoller Mjitgrlmiter in der Heichs'vertret .mir der deutschen Juden. - 1*5 hedeiitet für len Orden, ja die ganze J ulrlc nschaft I)cut'chlands einen großen V «»rlust. daß dieser der' mit einer wundervollen Art mit Menschcfn "elien ausgest-atlet War. der im Besitzt* einer Klarheit der Gedanken und eines st«‘ts lauteren reinen Herz«*ns war. so /riili aus einem arbeitsreichen Lehen ahlierufen / wurde. Siylie FKrsüplichkeit wird allen, die ili ■ kannten. unvergessen leihen. S. F. Mann. IIHIZII- Ein Ncchrtrf der ReichsvertreJung Dj»* K«*irh»v **rtrrtung « **r «h‘iit»rh«*n Ju«h-ri whhiH’tr Br. Larl Mrlrhior folgrn<h*n Narliruf: „ln Carl Mrlrhior vrrlDrt da- «h*ut»rhr Judt iltum rinrn M-in|*r I iilirrr in 'rlm»*rrr Kri>»*r zrit. Olinr »irlium l’arfriungrn und < rrtippitrungrn zu kümnxn. «trlltr rr -i< J» mit »rinrm Nam«:n und M-inrr I V:»önlirhkrit lt*r IM^dinthrit 7iir \t*rfü^un^ (U illt* w irt»rhafllirh« Not «Irr <lri!»rb**n Jiidt n zu »Irigrn hr-gann. Der .y.entraltiusschuLl der deutsthen Juden für lliife und Aufbau**, dfr von Dr.' Mrlrhior mitb<*griin«let wunh*. war dvr Oft -rinrr wirb» lig»trn Mitarhrit. Nur «h*r^ rnp.»tr Krri» wußtt*, in wrlrhrm l. mfangr »irh l)r. Mrlrhior ihn«- Kürkrirht auf »rin«* angrgriffrnr (ir'iiAdlii-it hi«*r zur Vrrfüiung »trlllr. Kr hrgniigtr >irh nirltt. wir «v- >o häutig gr»rhirht. «lamit, >«-in«-n in drr W rlt hrkanntr-nN Namrn zur Vrrfiipung zu i ftrllrn. ohwold schon drr Nauir df> hrrühtntrn intrruationalrn Kinan/»a<hv rr>tändigrn für du> Mi- -«•lirit drr nnirn Zrntral»|rl!{* »dir \irl brdrutrte. Mit rinrr srltrnrn Brrrit»rhaft hat rr aurh für Uli«.» Behandlung Min Kinzrjfragrn will«* irroß«* Sarhkrniirr»<hafl. dir; »irh mit größter Schlichtheit de» Auf* irrtrn» verliaml. ringe»rtz-t. Der Zrntralau»>rhuß hatte da» Dlürk. in ifim einen führrr zu br-itzen, der ffrößt«*» An»ehen im In- und \it»lande mit sorgfältigster und wertvollster Mitarbeit .1 in so großer ist der Verlust, den er durch seinen erleidet. , Ks lug in "der Linie der Anschauungen von l)r. Meh immer nur das ganze deutsche Judentum interessiei den' Bestrehlingen, eine, einheitliche l ertretung des Judentums zu schaffen.\seine wärmste Sv mpathir entgegfnhrachle. Dir Begründung der Keichsvertretung der deutschen Juden hat er auf» stärkste unterstützt und hat, ohne nach außen in Kifsrhrintmg zu Irrten, der neuen (»esumtvertretung in jeder Vieiseldie ege geebnet. I ' — In Dr. Carl Melchior verliert das ganze deutsche Judentum eine seiner stärksten IVr.-^inlichkeiten. I W a» an ihm den, der ihn näher in der Arbeit ke rinenlernte, immer überraschte, w ar die U arme des Kmplindens, die sich hinter nüchterner Sachlichkeit verbarg. Völlig' gleichgültig gegenüber jedem äußeren Schein, wirkte er durch die unhestech ichc Kühe des l'rteil», die sich mit stärkster innerer Anteilnahn r verband. Sein Andenken wird in der Arbeit, in der er begann,' stet» weiteriehen.“ Jacob Wassermann Jacoh \\ .i--erm.imi. der deutsch«* Frzähl«*r von Weltruf, ist "«'storhen. :(iar nicht alt. im ftl.Jahr. lud wenn «las ein Verlust für die "esamte Kulturwelt und für l)eut-«'hland im Be^oiid^reu ist. so ist «*s ein dreifacher Verlust für uns deutsch^ Juden: «leim W assermann war Juile. war es s« hr hewuBt und niemand hat mit "rößeretli F.riist um" die Bechtfi*rti"uii" seines «>iiiheitlich«*n Wesens al- Deutscher uii«l Jinle "erunijen als er. W assermann stamnit aus Fiirth. der häßlichen kahlen Indu-triestadt in! Franken, in. der eine der ältesten deutschen J udeii"enteiiiden änsässi" ist. Der jüdisch«* Friedhof in Fiirth diir"t Grabsteine, die fasf ein Jahrtausend alt sind. Die erste «Kutsche Kisenbahn wurde vor einem Jahrhundert errichtet zwischen Fürth und Vürnher": sie hatte| da nur wenige Kilometer zu laufi'n. Heute sind das fast ZwilLiii"sstä«lt<*. unil so i«! auch Nürnberg, «las ja überreich an Zeugnissen fjroßer «leutscher Xenianjienheit ist. mit seiner alten Bur^, mit seinem Dirnu-haus, mit seinen schönen altcii Kirchen« und Brunnen, mit der W erkstatt «les. Schuiteriioeten Hans Sachs auch \tirnher" ist W assermani s Heimat. Sehr charakteristisch s|iie"«*lt so schon «l«*r Anfall" seines W ejies das doppelte. Schicksal, das er seihst it i sjiäteren Jahren beschrieben hat:'..Mein W «*" als Deutscher lind Jude!“ W assermanti war Erzähler im urtümlichen Sinn: sein Gedächtnis und .seine Erfindungsgabe flössen juiiinterhrochen über von Anekdoten. Geschicliten, seltsamen B<*"eh<*nheiten und Schicksalen, die ineinanderströmend zu einer höheren künstlerischen Einheit sich verbinden. Er hat. in einer sjiäteren Erzählung, ..Aufruhr um drn Junker Ernst", diese Urkraft seil ist einmal "eschihlert mit «len W orten: „Da war eine Krt ft in ihm, der er sich nur anzuvertrauen brauchte, ein H .nströtnen, und er mußte dem Strom in ihm gehorsam ,8« in, es'war «■ine Last, «leren er ledig werden mußte, wenn er nicht