Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 10 - November (11.1933)
- Date
- 1933-11-01
- Page
- Seite 126 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherschau Gesellschajt zur Forderung der ff issenschaft des Judentums. Im vorliegenden Heft bringt A. kaminka (ffien) seine ergebnisreiche Aufsatzreihe ..Beiträge zur Erklärung der Ksra-Apokalypse" zum Abschluß; desgleichen beendet S. klein (Jerusale.pl). der verdienstvolle Förderer der palä- 'tinischen Topographik. seine Serie „Zur jüdischen Altertumskunde" mit sprachlich, geographisch und kulturgeschichtlich intefessanten Ausführungen zur mischnischtalmudisehen Namenskunde. L. Cassuto (Rom) lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen bisher nur ganz wenig bekannten hebräischen Dichter Italiens im 15. Jahrhundert; Mose hen Joah. und hririgt ihn durch feinsinnige Interpretation von Proben aus »einem Diwan tfnd eingehende literar-geschichtliche Würdigung unserm \ egständnis näher. Besondere Hervorhebung verdienen auch die Beiträge zum Fall Mortara (1858). dfie Josef Meisl aus Berliner Archiven veröffentlicht. ' Guttmann. Prof. pr. Julius. Die Philosophie des Judentums. (kafkasche Geschichte der Philosophie. Bd. 3). 412 Seiten mit einem Bildnis des Maimonides. \ e^rlag von Ernst Reinhardt in! München. Preis broschiert 7.50 RM. Leinen 9.50 RIM. Ein notwendijges und ein nützliches Buch! Notwendig., weil es keine Gesamtdarstellung der Philosophie des Judentums gibt unjl jeder gebildete Jh<Ic das Verlangen hat. .sich über dieses wichtige Gebiet zu unterrichten. Nützlich, weil es aus dem. Vollen schöpft und bei tieffundierter Gelehrsamkeit seinen Gegenstand klar und anschaulich behandelt. - Ulich dem Laien Verständlich macht. Das Judentum stand als kulturreligioit vor der Notwendigkeit, seine Offenbarungslehre gegehüher der Weltanschauung der Philosophie zu rechtfertigen, tie philosophisch zu deutcji Das geschah zuerst fm Zeitalter des Hellenismus, wiederholte sich im Mittelalter und in der Neuzeit, und wenn immer es geschah, gingen von dieser Auseinandersetzung w;eit über den eigenen kreis hinweg kulturgeschichtlich bedeutsame Einflüsse aus. Die Probleme Hürden für alle Offenbarungsreligionen niutatis mutandis idie gleichen, und die jüdische Lösung hat im Altertum «len Kirchenvätern. im Mittelalter der Scholastik sehr wichtige Anregungen gegeben, in «ler neuesten Zeit zur Erkenntnis dflr Besomlerbeit der Religion geführt. Das vorliegende Buch führt die im Judentum von Philo bis Hermann Cohen geleistete philosophische Arbeit in^mustergiiltiger Darstellung vor. Es ist sein besonderer Vorzug, «laß es stets den Zusammenhang mit den systematischen Aufgaben der Philosophie und dem Denken der Zeit aufzqigt. hin kurzer Jlinwelis auf «lie Grundgedanken «ler biblischen iiihI der talmudischen Religion rundet «He Darstellung ab und legt die ff urpeln «ler späteren Anknüpfungspunkte der philosophischen Spekulation dar. Reich an Inhalt und hervorragend in der Darstellung. wir«l es viele dankbare Leser finden. j ’ J. Elbogen. Hermann. Hugo: . Palästina n ie es wirklich ist*. Fiba-Verlag. ff i«-n-Leippig. — In zweiter Auflage erscheint nach wenigen ff’ochen das Palästinabuch Hugo Hermanns. Ein Bilderhuch, nicht weil es auch gut«j Illustrationen hietet. sondern weil, das Bild des Landes Hie ein Film vor dem Beschauer abrolit: die Landschaft. «lks Lfben seiner Menschen, ihre Arbeit, ihre Interessen ziehen an uns vorbei. In lebendigster Form «■in sachlicher Bericht über neues jüdisches Leben auf dem Boden der Väter.!Ein besinnliches, aber frohes Buch! r. 126 Bernhard Isaak: Der Religionsliberalismus im deu Judentum. Leipziger Doktordissertation. 1933. Diese fleißige Arbeit ist leicht verständlich geschii ihre Lektüre ist belehrend und genußreichj. Der 1 jüdischer und parteipolitischer Geschichte findet die gen Strömungen im deutschen Judentum der letzten halb Jahrhunderte klar und übersichtlich dargestellt, daß der Verfasser je seinen streng objektiven Stan< verläßt. Mendelssohn. Zunz. Geiger, Samson Raphael Zacharias Frankel u. a. werden gebührend gew Ausführlich spricht der Verfasser von «len jüdischen den und vom Liberalen Rabbinerverbaride, der in ..Richtlinien“ (1912) den Ausdruck des religiösen willens des liberalen ‘Judentums schuf. I sehen ieben; dp G; einer una< Den Standpunkt der Anerkennung samen Entwicklung auch im Religiösen, das (pesetz det tinuität im Judentum, arbeitet Isaak überzeugend hera Die Dissertation des Br. Isaak (Fraternitas-Löge) Büchlein, zu dem man immer gern greifen vlird. Br. Dr. Eugen ff’. geistia|ndertohne unkt Hirsch. iVdigt. Sy noieineu samtijfhalt- Kon- JS. ist ein albe. Kedem Taschen-Wprterbuch. Deutsch-Hebräisch beaiheitet von Georg Herlitz. 1933. Kedem-Verläg Berlin Charlottenburg. Preis geh. 2.85 RM. : Diejenigen, die seit Jahrzehnten bei dfr Begründung hebräischer Sprachkurse mitgewirkt -hahenL können 'den großen Wert ermessen, «len die in neuerer Z«jit erschienenen Lehrbücher und Lexika den Bemühungen gur Verlebendigung der heiligen Sprache gebracht haben. Zn diesen Lexicis gehört n«4ien dem großen ff'örterbuch von Laser unil Torczyner das soeben erschienene Taschenwörterbuch von Br. Herlitz. Was der Verfasser mit seiner Arbeit bezweckt, gibt er in seinem Vorwort an. Er will etwas Praktisches, Nützliches schaffen; er will «len in zunehmender Zahl nach Palästina einwandernden deutschen Juden Reifen, s.hnellstens in der neu erwachten Sprache verkehren zu können; er will ihnen die Möglichkeit'geben, auf schneljstem Wege die ff Örter zu finden, die sie täglich im Hause, puf der 5 traße, auf dem Markte, im Geschäft und im Büro brauchen. Dieses' Vorhaben ist vollkommen gelungen. Mit feinem päc agogischem Geschick hat der Verfasser an Bekanntes angelnüpft und nach Möglichkeit solche Wörter gewählt, die dem deutsch-jüdischen Benutzer vom Religionsunterricht, ans den Gebeten und Bibelstücken noch einigermaßen in Erini erung sind. Außerdem ist eine Fülle von neuen Ausdrücken, neuen Wortformen für neuzeitliche Begriffe jn diesem „kleinen Herlitz** zusammengetragen. (Beispielsweise: Alkohol, Antisemitismus, Büro, Brause, Chance. Daium. Drpschke, Fahrrad. Farm. Feldstecher, Fernglas. Kino[ Thermometer, Transport. Zentralheizung usw.) Br. Herlitz hat vor seiner Übersiedlung taach dem heiligen Lande seinen deutschen Landsleuten im Palästin i eine wertvolle Gabe vorausgeschickt, für die sie allen Crund haben, ihm herzlich zu danken. Aber auch die in ,dei alten Heimat Zurückgebliebenen, selbst die, die seit Jahren Hebräisch lesen und schreiben, werden aus: diesem kleinen ff örterbuch manche Anregung schöpfen. Wir sind daher dem Verfasser' für. seine zielsichere und gediegen? Bearbeitung. dem Kedem-Verlag für die schöne und sorgfältige Ausstattung dieses Büchleins von Herzen dankbar. : Dem ff'erkchen wünschen wir im Interesse dei zunehmenden Kenntnis des Hebräischen recht viele und große Auflagen. j E. Firlkel. t