Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 9 - Oktober (10.1933)
- Date
- 1933-10-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Geschehnisse, Schicksalen, von Suchen rungen. In allem zeigt sich Geschichte, die sie durch ’ Laßt uns schauen, Einleitung '■ Von Alfred Goldschmidt, Berlin. ein prägen, sprechen Druck und I.eijlen, von tragischen aber^auch von die sich auf diesen Seiten neu unserer Erinnerung nach Wohnsitzen und Beschäftigungen, von schwerem 1 Lebensmut und Entschlo senheit, von Zähigkeft und Beharrlichkeit, von neu nn Aufblühen nach ■ tiefem Sinken, von der Auffindung neuer Lebensmöglichkeiten, von Anknüpfen wertvoller Verbindungen, voit nützlichen Betätigungen in neuer Gemeint chaft nach Ausstoßung aus einer früheren, von Tre tie ^rotz Leid lind bitteren Erfah- Ein Wandel von Schicksalen durch Jahrhunderte und Jahrtausende! die äußere und innere Haltung der Juden nach den 'ernacht. und — bestanden haben. ob Beispielhaftes aus Vergangenheit für Gegenwart N ach der ersten Tempelzerstörung Von Elias Auerbach, Haifa. Daß ein V'olk und sein Staat durch übermächtige brutale Gewalt zertrümmert und als Baustein neuer Gebilde benutzt wird, ist im Verlauf der Geschichte immer und überall geschehen. Audi daß ein Volk aus Knechtung und Fremdherrschaft durch die in der Scholle wurzelnde Kraft seiner Masse sich zu neuem Eigenleben emporringt, ist ein alltäglicher Vorgang. Was aber dem jüdischen Volke nach der Zerstörung seines-Staates durch die Babylonier (586 v. Chr.) geschah, ist ohne Gleichfall.in der Geschichte. DiesesVolk erstand neu aus abgesprengten Splittern seines Volkstums; es erlebte nicht eine sinfache Fortsetzung seiner irüheren politischen Exis- :enz, sondern eine völlige Umschaffung in Sprache, 3enkenundZielsetzung;mit iner siebenhundertjährig, beschichte im Rücken setzte?8 sich siegreich gegen seine Umwelt durch und begann eine neue sechshundertjäh' rige Epoche seiner Geschichte. Hier waren innereKräfte am Werk, die das äußere Schicksal überwanden um I als gestaltende Ewigkeitswerte bis heute fortwizken. Als Nebukadnezar Jerusalem und seinen Tempel verstörte, blieb die heimatlichen Boden die neue Provinz großen Katastrophen und Zukunft sich hit der jüdischen tet. 'roße .Masse de» Volkes auf Der Eroberer, war picht so töricht, sjeines Reiches . zu babvlonischle entvölkern; 'die Politik verlangte nur, daß durch Wegtrer führungen Sicherung i erreicht wuifde. Die weitaus größte Zahl Gola“ unter (597) art’ etw dürfte Seelen gew Gesaintzifler ruhg etwa dieser Zald, / djmi („Gola“) eine Herrschaft der Verbanntem gehörte schpn «der „ersten König Jojarhin Die Gesamtzahl der 597r— 5? lWeggefülirten Jeremias. 4C —5CCC0 esen sein, die der Bevölkedas Zehnfache Aber die Verbannten wa-en die Blüte des Volkes, Kör igsfamilie, Hofstaat, Adel, I ’riester, Beamte, Grundbesitzer und Kriegs jandwerker. So warm die im Lande Zurückgebliebenen eine dumpfe, hilflose führerlose Masse, der politischen und kulturellen . Überflutung durch vordringende Nachbarn widerstandslos preisgegeben. Dep Untergang des jüdischen Volkstums und seines Eigenlebens schien unvi irmeidlich. Die Erhaltung t es Judentums ist vom'den Verbannten ausgegangen, obvohl ja «die WegfüKrüng gerade zu dem Zwecke erfolgt;, jum diesen lcberis träftigsten Teil ‘I- . ' 95 von Lesser-Ury Aua der Kunstsammlung der jüdischen Cemeind ■ Berlin