Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1933-05-01 · Nr. 5 - Mai (5.1933) · p. Seite 62

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1933
Issue
Nr. 5 - Mai (5.1933)
Date
1933-05-01
Page
Seite 62 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6727475-6029207-6074882--2963-4869532
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

,.Königtum Gqttes“ von Martin Buber. Schocken-Verlag, Berlin. Preis kartoniert RM. 7.50. Leinengehunden RM. 9,50. „Königtum Gottes"* ist das erste in' einer Reihen von drei Büchern, die einen Beitrag zur ..Entstehungsgeschichte des messianischen Glaubens" gehen wollen. Mit dem Mittel geschichtlicher Methodik wiU es die jüdische Theokratie, im ganzen Umkreis ihrer Unbedingthrit und Einmaligkeit, erforschend darstellen. Zu diesem Behuf wird vorerst die Unterschiedlichkeit .des Königtums im alten Orient von der Theokratie Israels aufgezeigt.'— „Oh es auch anderswo im alten Orient Verträge zwischen Gott und König gibt, so finden wir doch nur hier und in Israel den Begriff eines Gottesbundes als einer dauernden und umfassenden, das öffentliche Lehen begründenden Institution." Während der Sinaihund auf ..Weltzeit und Ewigkeit" Gott als den König Israels postuliert und jedes Mensehenkönigtum aussehlicßt. bewirken die sich dauernd ändernden Geschiehtssituationen Israels eine latente Krisis, die in der Rirhterzeit darin sich deutlich macht, daß ..ein anarchischer SeeLertgrund den Bau der unbedingten Theokratie zu tragenhat". So entsteht in der Folge das menschliche Königtum in Israel, bei dem der König. Abart der alten Theokratie, der „Gesalbte Gottes" (gleichsam ..der Nachfolger" des EWIGEN) wird. Während sonst die Buherschen Bücher den Geist dichterischer Schöpferkraft und intuitiver Versenkung atmen, haben wir es hier mit einem exegetischen- Lehrwerk des Forscher* Buber . zu tun. Dementsprechend wird „das Königtum Gottes" weniger'von religiös Suchenden gelesen werden, als vielmehr von liihelwissrnsrhaftlich Interessierten. Dennoch unterscheidet sich dieses Buch vorteilhaft von der Art ähnlicher Werke durch das oft gelungene Bestreben. hinter dem wissenschaftlichen Ergebnis das religiös- und allgemein-jüdische Wesenhafte aufhlitzen zu lassen. , Schriften zur Diskussion des Zionismus. Sir. 10. Ing. Victor Bauer-Prag: Kurze Soziologie des jüdischen Volkes. Prag 1932.' S. 51. I nter Benutzung desjiekannten Werkes von A. Ruppiu macht der \erfasser wertvolle Angaben über den soziologischen Aufbau der Juden und streift manche Fragen, die jeden gebildeten Judenunserer Zeit beschäftigen. Die Schrift kann auch als „kurzer Gang durch die jüdische Geschichte“ verwendet werden. Freilich wird man nicht mit allen von einem bestimmten Gesichtswinkel gemachten Ausführungen übereinstimmen, aber die Schrift reiht sich ilujen Vorgängerinnen würdig an. Betreffs der Proselyten- Frage (S. 13) sei bemerkt, daß manche Stimmen im Judentune sich gegen die Proselytenmacherei erhoben haben (v( I. den Ausspruch: Proselyten sind für Israel so schwer wie ein Aussatz). — » F. Monatsschrift für. Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Gibt es im Judentum eine Theologie, d. h., wie im Chtistentuiji, 1 als bestimmt umgrenzte/' auf eigenartiger Grundlage ruhende Weltanschauung? Viele Leser erinnern sich bei dieser Frage der überaus anregenden Diskussion üb?r das Problem, ob das Judentum Dogmen hat, — die vo ■ mehreren Jahren in der „Monatsschrift für Geschichte un 1 Wissenschaft des Judentums“ stattfand. An dies^ Diskuision knüpft nunmehr ein Artikel des Berliner Rabbiners l)r MaxWiener im Februarheft der gleichen Zeitschrift an der die Frage von neuen Gesichtspunkten aus behandelt und insbesondere erwägt, wie weit das Judentum der „dialel tischen Theologie" zustimmen kann, die neuerdings im Protestantismus mehr und mehr ata Boden gewinnt. Er zc gt, daß auch das Judentum der Paradoxie des religiösen Grunderlebnisses gerecht werden und zu seiner Grundlage das Vertrauen zur Bibel haben muß, das freilich nur Gläubigkeit, nicht unbedingt „Rechtgläubigkeit“ bedeutet. Im gleichen Heft setzt sich Michael Guttmann, der bekannte V« rfasserMes Buches über das Judentum und seine Umwelt-, mit Klausners Jesusbuch auseinander und sucht zu zeigen, dajß K. stärker, als man von ihm als bewußtem Juden er wirten dürfte, "von den Voraussetzungen seiner protestantijchen Vorgänger abhängig ist. I Im nennten Hefte zeigt Hans Lewy, dajß im ausgehenden Altertum Versuche unternommen wurden. den Juden das Recht auf ihr palästinisches Heimatland zu bestreiten; Adolf Kober veröffentlicht eine rheinische Je denordnung aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts, die verar schaulicht, wie eng man damals in einer Zeit zünftle ’ischer Abgeschlossenheit den Kreis der. wirtschaftlichen Betätigung der Juden zog. Daß all-diese Bedrückungen dem Judentum die Frische des Geisteslebens nichts nehmen konn ten, tritt andererseits hervor aus Walter Fischeis Behandlung der jüdich-persischen Literatur, welche ein fast unbekanntes . Gebiet unseres Schrifttums der Betrachtung ersihließt. Kurze Übersicht Zinn holländischen Minister für öffentliche Arbeiten wurde der holländisch-jüdische Kommunalpolitiker Dr. S. J van Lier einstimmig gewählt. Sein Lrhrhdeh über die „Entwicklung der Kommunalpolitik“ gilt als Standardwerk. * Dem belgisch-jüdischen Ffiegeroffizier von dem Antwerpener Aviatikerkommando Borisehe witsch. Sprößling einer eingewanderten und eingebürgerten Ostjudenfamilie, wurde für kühne Flugleistungen das Ritterkreuz des Leopoldordens verliehen, die höchste militärische Auszeichnung Belgiens. Seuentdeckte archäologische Funde beweisen die schon früher oft geäußerte Vermutung, daß in Trier bereits im dritten Jahrhundert nach Christi eine jüdische Gemeinde i xistierte.. , . , f Am 21. April fand die Feier des hundert jährigen Be jtehens der Großen Synagoge in Kopenhagen slatt. An - Festgottesdienst nahmen König Christian | X, deij dänisch« Kultusminister, sämtliche Vertreter des Kopenhagener Magistrats und viele Delegationen anderer Gemeinden teil. 62

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.