Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1933)
- Date
- 1933-05-01
- Page
- Seite 61 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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j Briefe an den O. B. ß. 'Zur Frage der fjamilienforschung. Br. Prof. Alfr. Grotte, Breslau, bedauert es, daß viele Urkunden von historischem, kulturellem und vor allem familiengeschichtlichem Werte, wje Schutzbriefe, Lehrzeugnisse, Ehekontrakte, Ehescheine uSw., verkommen und verloren gehen, weil sie nicht rechtzeitig ■ einem Geschichtsarchiv anvertraut werden. Um dies; zu belegen, berichtet er, wie er, seit vielen .Jahren mit dler Erforschung seines eigenen Stammbaumes beschäftigt, vpn einem gleicherweise interessierten Herrn (Dr. Stern ip Marienbad), eine Anzahl von Urkunden erhielt, die einen Einblick in die Art der jüdischen Eheschlicß u n g vor 80 Jahren in Böhmen gestatten. Fiir die H ■iratserlaubnis verschiedene Qzkumente, darunter ein bestandene Bel gionsprüfung nach dem (nicht Öen zion) heibririgen. j Dazu sei noch bemerkt, idaß auch mußte dis Brautpaar acht Zeugn s über eine Buche „Bne Zion*4 J. 1818 -das jüdische Brautpa unterziehen mi ßte, und daß herg stammt, dem damaligen ar sich ei Elementarschulen in dieser österreichischen Pr lvinz. Noch jetzt kursieren heitere Anekdoten bezü{ lieh dieser Re.ligionsprüfungen (vj;I. S. Bernfein: 19. Jahrhundeit. S. 31 ' ff.). J Bücherschau Leo Baeck: Wege im Judentum. Aufsätze -und Reden, lin 1933. 428 S. 7,50 \RM. Bei ' . i Tages, und man weiß, wie 1h diesem bewegten und leidenso sei auf die I Tagungen von Der Schocken-Verlag beschenkt uns mit einer Sammlung von Aufsätzen und { Reden unseres Br.. Großpräsidenten aus dem Jahr^ 1919—1932. Es sind einzelne in sich geschlossene;Abhandlungen, eine jede ihr Thema in sich meisternd, jede ein abgerundetes Ganzes, jede einer besonderen Frage inmitjten der Gebiete unserer Kultur nachgehend. Sie sind verschieden voneinander nicht nur in den Gegenständen, denen siel gewidmet sind, sondern auch nach dem Milieu, in dem dje Worte zum ersten Male gesprochen oder geschrieben wiren. Aus ihnen dringt zu uns ein Hauch aus der jeweiligen' Stimmung des Jahres oder des halten hat, und dusch haschem' und „Geheimn nannt. Die DZ gion, die in fcchen Monatsb: ..jüdische Bell Judentum“ Schicksal entrii i in Zeitschriften schaftlich erregten Jahrzehntj Stimmungen anstiegrn und abschwollen und sich ablöstenj aber es ist nicht aie Leidenschaftlichkeit der Zeit, die hier zu uns dringt, sondern die klare Ruhe dessen, der zu <^en Fragen der Zeit seine Antwort zu geben weiß, die innere Sicherheit dessen, der die Zeit in ihrer Flüchtigkeit nhd Unruhe an der Ewigkeit der religiösen Forderung zu messen weiß. Aber so verschieden Thema und Gelegenheit ist, jeiri Einheitliches durchzieht all diese Reden und Aufsätze, hämlich das Wissen darum, was das Judentum der'Welt zu sagen,.zu geben hat, was ds dem bedeutet, der'mit Bewußtsein sich zu ihm bekennt und in ihm lebt, was er dem bedeuten kann, der mit gutem Willen ihm sich nähert und von ihm seine Antwort' auf die Fragen der Welt und des Lebens, des Seins und der Zielsetzung verlangt. Das Ganze ist so doch ein in sich geschlossenes Buch; es gibt zwpr nicht systematisch die Lehre des Judentums wieder, aber lin jeder einzelnen Abhandlung ist von dem Gegenstand aus, der jeweils erörtert wird, der Weg d.es jüdischen Depken* gezogen, und sie ist so im kleineren ein Spiegel des Judentums in seiner Fülle; wer das Ganze liest, gewinnt aus detn Mosaik ein Bild des Judentums, setzt es sich, selbst zusammen. Vielleicht hat er noch mehr Gewinn aus einem Butjh dieser Art als aus einem der systematischen Darlegung, denn er kann in Ruhe den in sich gerundeten Aufsatz lesen und verarbeiten und hat doch dank der Vielfalt der Then en nicht nur einen Ausschnitt vor sich, sondern ein Volles Wenn- Einzelnes besonders hervorgehoben werden darf. gessenwerdens mancherlei im denen die Ausei tenberg und R erneute Aufmerl Unmöglich weisen, sie wa -feji und Jieit und spree hen in in Galigien bis zum aer solchen Prüfung das Lehrbuch von Herz Hom- Inspektor Juden Reden hingewiesen, Graf Kayserlyigs „Schul die in jenejj Umgebung waren. Voiri ihnen se und Gebot“ mit erni rstellung vom Judentuid Europäischen Revue ften“ erschienen war gion der -Gegenwart1 ist durch ihre Auf nahm isen, das sonst Aufsätze n mit ihren Jahrgängen untertauchin. Das Morgen“ erschienenen nandersetzung mit Hell) am“ und JGemeinde in ksamkeit erheischt. Gl»: Inen auf jedejn der einze er/en ein jefl echliffenster jüdischer Lehr« , jüdischest Denken ujäd tum lebendig iit, nach innen und na :h allen eignet, wps Baeck« Rede und $cli zeichnet, die Klarheit und Verständlich! die Durchsichtijgkeit derj Gedanken, der haftigkeit, mit jdenen die Dinge beleucht das Tadelnde gesagt ist, die heiße und die Sorge im die jnidischen Messe t Haltung, die Kraft unq die Kunst, der in seine Zeit, seine Umgebung zu stellet , gehen und in sie eint zünden zu lasse den großen Zusammenhang des We geschehene hineinzustellen; "und ausji große Können, die Verbundenheit üiit Gegenwart in ihrer Tiefe und Breite die Zusammen! änge der Kulturen in sen und Sichwtndeln. In diesen lllätterh wäre ein WuL in ähnlicher Weise die Reden gesamtm Max Die ihi i als Bruder unc Großpräsident zur V.erjl desgedankens gehalten hat.'. t nemann-Oftenbach (Hermann Cbhen-Loge). .1 säjntlic ter jüdischer. und Jgdentuin im , ef. ie Baeck auf e der "Ke-ishcit1 den geein wahrhafter Kidn* ..Geist und Blut“ item Nachdruck be- und jüdischer Reliuüd d|eu „Süddeut- „das Judentum“ „die | Mystik im e in djas Buch dem beschieden ist, die die Ferne des Verlebe gilt von den Abhandlungen, von achs „Zwischen Witder. Großstadt“ eine rot Aufsätze hinzuler Licht in Diinkel- Form aus, was in jüdischem Menschenaußen ^virkt. Ihnen reibö-von jeher auskeit der Stilführung, Ernst lind die Wahret werden find auch ebe zum Judentum en Und seine rechte einzelnen Menschen ihn ans ihr hervor- , das Besondere in lidenkena und Welten allen spricht das der Kultur unserer und das Wissen um ihrem Wjerden, Wachelt rh Ipnziizufügen, daß virürd;n, die Baeck eutlichung des Bun- 61