Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1933
- Issue
- Nr. 2/3 - Februar/März (2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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schehnisse, insbesondere des Mittelstandes, ist eine Wandlung nötig, die die Frage der Jugend in den vordersten Blickpunkt stellt. . In seinem Schlußwort betonte Br. Croßpräsident Baeck die Bedeutung der Erziehungsarbeit für die Zukunft im Hinblick auf Judentum, Vaterland und Menschheit. Es gelte im Ganzen und im Begrenzten ein Besonderes, Eigenes tim der Menschen willen zu sein. Edith Herrnstadt-Oettingen gab vor dem musikalischen Abschluß in Anknüpfung an das Gedankliche des Abends den Versen Gebhardts lebensvollen Ausdruck: 1 , Den unbekannten Freunden Es kennen sich viele auf Erden, Die niemals sich gesehn. Und die doch zueinander Auf heimlichen Brückih gehn,, Die nächtens aus tiefen Tälern Zu einem Sterne schaun. Die ferne und doch verbunden .Am heiligen Tempel baun. n ■ . Die Tagungen am 12. und 13. Februar 1933. 24. ordt^itliche Tagung der Großloge Nach einer kurzen Generalkomiteesitzung, die in der Hauptsache zum Etat Stellung nahm, eröffnete Br. Großpräsident Baeck die Versammlung, in dio von den Brüdern Lisser.fi insberg und a 1 t fr-nach » dem Bericht des ahlprüfuiigsausschtisse» —, die?um erstenmal einer solchen Versammlung beiwohnenden Brüder eingeführt wurden. Unter ihnen befanden sich' 33 Repräsentanten. Im ganzen nahmen an der Tagung 117 Repräsentanten und ebenso viele sonstige Mitglieder teil. Mit besonderer Freude und Herzlichkeit wurden die Vertreter auswärtiger" Distrikte, Br. Großpräsident Dr. Popper l tschechoslow akischer Distrikt —- Xl und Br. \ ice-Gtoßpräsident Prof. Schorr (polnischer Distrikt - XIIIi, begrüßt. Eine Reihe von Distrikten und Einzellogen hatte brieflich und telegraphisch ihrer \ erhundeulieit Ausdruck gegeben. Den auswärtigen Brüdern überreichte Br. Großpräsident Baeck die ersten Exemplare des bereits in einigen Probedrucken vorliegenden im Verlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M., erschienenen Lrfbiläumswerkes: ..Z u m 50 jährigen Bestehen d e s Ordens in Dcutschlan d.“ Der Inhalt umfaßt: Einleitung.. Leo Baeck Der deutsche Distrikt des Ordens Btie Briss . . . . Alfred Goldschmidt; Soziologie der Loge . . . . •. . Arthur Löwenstamm Bruderworte aus -30 Jahren, zusammengestellt von.Paul Rosenfeld ln Kürze wird jeder Bruder das.Werk erhalten. Bruder Baeck stellte sodann, nach einer Ansprache an die eingeführten Brüder — unter Tlinweis auf den bereits in der ■ Dezembemummer des Großlogenorgans wiedergegebenen Tätigkeitsbericht — die leitenden Richtlinien voran, die für die Führung in den Logen als maßgeblich angesehen werden müßten. Durch seine Ausführungen, denen er.den Altersaufbau der Logen zugrunde legte, zog sich als Leitmotiv: die Einstellung zlir Jugend, die Gewinnung der Jugend. Die Forderung sei: Schicksal nicht als Fatum, als etwas Gegebenes hinzunehmen, sondern dem Schicksal einen Willen entgegenzusetzen, wie es J uden gtets getan haben. Der Jugend müsse ein Tor eröffnet werden, zu dessen Zugang nicht finanzielle Verhältnisse, sondern menschlicher Wert entscheidend sein müßte.*) 1 ' Nach dem Bericht des Br. Großschatzmeiste’r Bach, der den Voranschlag vorlegte, ergriff Br. Expräsident Holländer zu dem Thema: „Innerer Ausbau der I/Ogen“ das Wort. Seine Aufgabe, die praktischen Beziehungen des Logenlebens zu hehandeln, vertnoclite er in jene Beleuchtung zu rücken, die auch die1 seelischen Verbundenheiten innerhalb der aufgeworfenen Fragen sichtbar werden ließ. . Er führte u. a. aus: Die Logen stehen alle unter dem Drucke der wirtschaftlichen und auch geistigen Krise. Doch muß man sich vor falschen Verallgemeinerungen hüten. Es gibt Logen, die sich durch einen starken inneren Auftrieb auszeichnen, obwohl sie wirtschaftlich in jeder Beziehung schlecht stehen. Als Ruhmestitel darf dies vermerkt werden. Gegenüber den gehässigen Angriffen auf die jüdische Geschäftswelt geißelte er die jetzig auftretende Neigung, Wirtschaftsfragen in ethische zu transponieren und beleuchtete das an einzelnen Beispielen. Als „perverse Toleranz“ bezeiclinete er die Nachsicht gegen gewisse sittliche Mißstände (Verlassen der Gemeinschaft durch ^aufe ohne Cb erzeugung, Gemeindeaustritt aus Steuerschen u. dgl.). Loge, muß sein:. gelebtes Judentum, gelebtes Menschentum. Er gab praktische Hinweise für die geistige Belebung kleinerer und mittlerer Logen und Winke zur Hilfe sozialer, in finanzieller Beziehung. | Die von ihm gegebenen Anregungen vei 'dichteten sich zu der Gründung eines Sozialen Ausscl usses der Großloge und von Finanzausschüssen für P ord- und Süddeutschland.*i) r / I über den Betrachtungen der Brüder Baeck und Holländer sowie den Ausführungen der Diskussionsredner können drei Worte als Leitmotive stehen: Die Reije des Br. Croßpräsidenten ist auf S^ite 18 dieser Nummer abgedruckt. . Die Rede von Br. Holländer ist auf Seite 21 dieser Nummer abgedruckt. , 14