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Der Orden Bne Briss · 1932-12-01 · Nr. 10 - Dezember (12.1932) · p. Seite 150

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 10 - Dezember (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 150 (sequence 14)
Language
German
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Kurze Übersicht W eltkonferenz ist Es ist 175 Seiten Das Protokoll d«r Genjfer Jüdischen soehen in deutscher Sprache erschienen, stark und gibt die Referate und Diskus« ionen der Genfer Konferenz sowie alle gefaßten Beschlüsse und Resolutionen genau wieder. Das Protokoll ist vom Zentralbüro «les Fxekutiv-Komite'es zur Vorbereitung desl Jüdischen Weltkongresses in Berlin herausgjegehen lind voll dort zum Preise von KM. 1.80 pro Exemplar1 zu beziehen. ..... i ■ Die Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands hielt ihre diesjährige llaupnersanitnlung ln IViesbaden am 15. .November ab und ehrte damit das Andenken des groben liberalen jüdischen Theoloien Ahraham Geiger, der an diesem Tage vor hundert Jahren sein Amt als Rabbiner «1er Gemeinde Wiesbaden augetreten hatte. Dai Wirken Geigers, das die Entwicklung der gesamten jüdischen Theologie und des liberalen Judentums richtunggebend beeinflußte. wur«le in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Verhandlungen gestellt. Rabbiner Dr. Lazapus-W iesbaden sprach über «len KinfluB der Geigerschen Lebensarbeit auf «las deutsche Judentum der Vergangenheit und Gegenwart. V ielbeaehtete Referate, über die Beziehungen der Ideen j Geigers zu Problemen iler Gegenwart hielten die Rabbiner Dr. Griinewalil-Mannheim und l)r. Baegk-Berlin. Deutsche Rah- I lainz ab. Auch Am 16. November hielt 1er Allgemein binerverband seine Haupt Versammlung in liier war Hilfe gegenüber «leiungewühnlicllen -Not unserer Zeit «las wichtigste Thema aller Erörterung ui und über «lie Frage, was der moderne RalJiiiier und «lie meinbeit zur Sicherung der Gemeinden, ihre richtungen. Bildungsanstalten und zur Fürsorge fiir die- Arbeitslosen beitragen könne, wurde eingehend beraten. Zum Präsidenten des Verbandes w irde Rabbiner stimmig wiedergewählt: «Ije bisherigen Vors an ihrer Spitze Rahh. I)r. Selixmann. wurden Zuletzt wurde noch «lie Gründung einer jüdische Theologie“ beschlossen. jiiiliscbe All»«'- r religiösen Fin- Dr. Ilaeck eintanilsmitglieder. w ie«lergewählt. .Zeitschrift fiir Fortgang: Anfang Novembe.r wurde eine Reihe Grabsteine auf dem israelitischen Friedhof in Mülheim an der Ruhr, eine Woche später in Altona zertrümmert. Der Zerstörung des Börne-Denkmals in Frankfurt a. M. vor etwa einem Jghr schließt sich die Besudelung des Grabes Ferdinaud Lassalles auf dem Breslaüer Friedhof in der Lohestraße an, das mit großen Hakenkreuzen in roter Ölfarbe beschmiert wurde: eine Reihe ähnlicher Ausschreitungen wurde aus ganz Deutschlantl gemeldet, * 1 ■ i Der berühmte russische Jurist und Soziologe Professor Dr. Leo Zaitzeff, der seit 1921 an der Berliner Universität Vorlesungen über-Geschichte des russischen Rechts und“ Probleme des Völkerrechts hält, feierte seinen 50. Geburtstag. Der Gelehrte ist Verfasser.verschiedener Werke.-die in alle Kultursprachen übersetztwerden. , In Budapest starb der Rechtsberater der deutschen G«'- sandschaft. der Budapester Jurist Dr. Julius Kaldor, der auch Ehrenmitglied der Budapester jüdischen Gemeinde war. Die deutsche Botschaft, unter Führung des Gesandten Herrn von Schön, wohnte der Beerdigung bei. Das Berliner Auswärtige Amt sandte ein herzliches Beileidstelegramm an die W ifwe des Verstorbenen. Der ..Jüdische Verlag4' in Berlin, der im Laufe der Jahre eine große Reihe wertvoller .Staiularil-Werke über Juden un«l Judentum herausgehracht hat, feierte das Fest seines dreißigjährigen Bestehens. „ I Die antisemitischen Studrnteiiiinruhen I und Pöheleien an der Wiener Universität nahmen in den letzten Wochen wiederum derartige Formen an. «laß die Gesandten Amerika-. Polens unil Jugoslaviens Warnend intervenieren mußten und die amerikanischen Stui^enten ihren Auszug aus der Universität in Erwägung zogen^ Die Gesellschaft zur Förderung der W ssenschaft des Judentums feierte am 2. November ihr dreijiigjähriges Bestehen. Viele Veröffentlichungen und Organisatorische l nternelimungen legen von der kulturförderuflen Arbeit der Gesellschaft'beredtes Zeugnis * h. Die Deutsche Bühnengenissenschaft wändte sich in einer öffentlichen Kundgebung gegen die |antisemitischei Rassenhetze der Nationalsoz alisten an «Ipn «leutschen /Bühnen. In «las Kollegium des Volkskommissariats für Landwirtschaft der Sowjetunion wurden u. a. auch sieben jüdische Landwirte berufen, deren Betriebe als Must erwirtschaften gelten. > j Die Schändungen jüdischer Friedhöfe dv rch nationalsozialistisch verhetzte Elemente im deutschen Reich, «lie die ‘ Zahl 100 längst überschritten hpben. nahmen wiederum ihren 150 In Paris starb 7-4jährig «ler Weit über die Grenzen seines Vatcrlandeä hinaus bekannt gewordene Archäologe. Museumsdirektor1 und Kunsthistoriker Professor Salomon Reiuach; er zählte zu den bedeutendsten französischen Gelehrten der Gegenwart timl hinterläßt ein überaus reiches, auch vielfach übersetztes, wissenschaftliches Lehenswerk. Er war Mitglied der Akademie und Offizier der Ehrenlegion. Zeitlebens für jüdische Dinge außerordentlich interessiert, bekleidete er wiedt^holj Ehrenstellen in jüdischen Organisationen; so war er V izepräsident der Alliance Israelite Universelle. der lea uäw. Er hat auch eine große Anzald Arbeiten über Geschichte «ler Juden in Frankreich geschrieben. Dri //. S. Linfipjd, der Direktor des jüdirhen statistischen Büros i|n Aeir York veröffentlicht über die jüdische Bevölkerung dpr Vereinigten Staaten Mitteilungen, denen wir einige Notizen entnehmen: Imjahrel920 betrug die jüdische Bevölkerung|3600000, imjahrel927 4 230000. Die Juden verteilen sich auf 10 000 Städte, Dörfer und ländliche Gemeinden. W'ähretjd der Prozentanteil «ler Juden an der gesamten Beyölkerung 3,43 ist. ist ihr Anteil an der iyriminalität 1,74. ' .! . i Nach dem letzten statistischen Bericht der tschechoslowakischen Republik ist der absolute und relative Rückgang der jüdischen Bevölkerung in diesem Lande ungewöhnlich groß. | ,,! Der Kleistpreis für das Jahr 1932 wurde zur Häjftc Richard Billinger und der bekannten jüdischen Lyrikerin Else Lasker-Schüler züerkannt. I V Aus Anlaß des polnischen Nationalfeiertages verlieh jler polnische Staatspräsident dem polnisch-jüdischen Dichter Schalonii Asch den höchsten polnischen Orden, das Kommandeur-Kreuz des Ordens „Polonia Restituta“. i

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