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Der Orden Bne Briss · 1932-10-01 · Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932) · p. Seite 110

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 110 (sequence 18)
Language
German
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zur . Betreuung der Juden des besetzten Pole i nach ^ar ltscher Offinach Befehl sehau berufen wurde. Er kam dorthin als de zier, dem die Interessen der Besatzungsarmee und innerem Empfinden oberstes Gesetz war rn. W as er aber innerhalb dieses Rahmens, erfüllt von grenzenlosem Mitleid für die Juden Polens getan bat. sichert! ihm bleiben den Dank. Für seine Leistungen gibt es kelneu-besseren Beweis als die Tatsache, daß die von ihm ver; afite Satzung der jüdischen Gemeinde in Warschau alle inzwischen eingetretenen politischen L inw älziingen überdauert bat. I)ie öffentliche Wirksamkeit von I.udwi{ Haas-kennt Deutschland, kennt insbesondere da* deutscl e Judentum. Nur wenige aber kannten den Menschen Haas, lie eichbeit seines Gemütes, die Innigkeit seines P amili (■Illebens. die Treue seiner Freundschaft. Manche dieser Eigenschaften mögen für den Politiker ein Hemmnis gewesen sein, sie verklären aber das Gedächtnis dieses wahrhaft großen Menschen. Er sei uns in unseren schweren Taget ein Ansporn, ein leuchtendes Symbol für die 4 erwurzelung des deutschen Judentums im deutschen \ aterlande. Geb. 16. 4. 1875. gr'st. 2. 8. 19.4(1. Karl Friedrich-J.ose 1899—1930| Ein Politiker, der durch die Vornehm! eit seiner Erscheinung und seines Viesens in allen den fragen, wo er auftrat, wirkte, war Br. Justizrat Moritz Baerwald Als Stadtrat. als Mitglied des preußischen IAbgeordnetenhauses. später der .Nationalversammlung hat fr seine Kräfte der Öffentlichkeit gewidmet. Als Mitbegriin ler der (später aufgelösten) Eduard Lasker-I.oge. Bromberg, und ihr erster Präsident hat er sich der Loge und dem Ori en in treuester \Vri«e zur V «Jrfiigung gestellt. Während « er Krjegsjahre übernahm er erneut die Präsidentschaft. Seit dem Jahre 1908 dem Gcneralkoinitee zugehörig, wurde fr kurz vor der \htreniiiing des Posener Landes -zujir Vice;roßpräsidrnten erwählt. Geb: 3. 12. 1860. gest. 26. 12. l'H9. Eduard Easker-Loge 190 Ir—1919. Itarruaif! sritwi auch afnltre Briulrr aus "enannt: Martin Peltasohn Landgerieht-rat und Landtagsabgeorduetei j, Mitglied der Eduard I.a'ker-I.oge. Bromberg, langjährig fr Repräsentantnivnr'trlier der jüdischen Gemeinde dasellet, Geb. 11. 11. 184*). gest. 23. o! 3912. Eduard Lasker-Loge 1904—:1>912. Ferner Eduard Wolff> Jiistizrat in I.i-sa. Landtag-abgeordneter. Mitbegründer der Raphael Ko-eh-Loge in Lissa. deren erster Präsident er war. langjähriger \ orsitzender des Repräsent: nten-Kollcgiums. Stadtverordnetenvorsteher: in den großen jüdischen Organisationen war er in vorderster Reihe tätig. Geb. 6. 3. 1833. gest. 1. 6. 1"14. Raphael Kosch-Loge 1903-s-l1 T4. Eine rege politische Tätigkeit' entfalt« te auch Justizrat Isidor Ollendorf Rse«lau. Als Mitglied der Lessing-Loge (Pjri den!) fand er neben seiner Berufsarbeit HO äsident. Expräsi- Ze'it. de/- Öffentlichkeit als Stadtverordnetenvorsteher, dem Judentum als Repräsentant der Gemeinde und tätiges Mitglied sehr vieler rreinigungen zu dienen. Geb. 12. 2. 1855, gest. 16. 12. 1911. ■ Lessing-Loge 1869—1911. t .; Kämpfer für das Judentum Maximilian Horwitz Ysn Ludwig Holländer-Berlin * Was hat Maximilian Horwitz einen dauernden Platz « in der Geschichte der deutschen Juden gesichert? Neben seiner Gesinnung, die für den Führer der größten jüdischen Bewegung in Deutschland, des ..Central-N ereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens"11 und den Präsidenten des ..Verbandes der deutschen Juden“, selbstverständlich war, ist es die Dreiheit von Unbestechlichkeit. Organisationstalent mul letzter Energie in der Durchführung dessen, was er als r einig erkatint hatte. Diese Eigenschaften klingen banal, s c sind es aber nicht. Es besteht leider vielfach eine Bestechlichkeit in der Behandlung persönlicher Dinge: Man will bekannten Leuten ■licht nahetreten, man will sich nicht unangenehm machen, rpan unterläßt die Ersetzung wohlverdienter, wenn auch längst verbrauchter Persönlichkeiten, weil sie beleidigt sein Könnten. man läßt sich in seinem Urteil durch Gunst oder Ungunst der Zuhörer beeinflussen, man spricht nicht aus. v as ist. sondern was angenehm klingt. In seinem außerordentlich großen Wirkungskreis bat sich Maximilian Horwitz vor diesem leider heute noch viel feiihten Gebrauch in bemerkenswerter W’eise ferngehalten. Nichts hat die von ihm betreuten Verbände so gefördert, wie sfine LUnbestechlichkeit. Selbstverständlich brachte sie ihm such-Gegnerschaft: aber er nahin sie hin. weil er sich lievußt war, daß jemand, der sich den größten Aufgaben für die deutsche Judenheit widmet, kleine Interessen gegenüber < em großen Gesichtspunkt der Gesamtheit unter allen Um- tänden opfern muß. Ein außerordentliches Organisationstalent zeichnete Maximilian Horwitz aus. Er verstand es. mit bewunde- ■ uugsw ürdiger Zähigkeit " die verschiedensten Schwierigkeiten. die ihm begegneten, mögen sie sich, ihm als eitle Gemeindevorsteher. als närrische Bürokraten oder als sonstige I Lindernisse in den Weg gestellt haben, zu beseitigen. Sobald er einen falschen Mann aneinem falschen Fjlatze sah. ersetzte er ihn durch den richtigen. Er faßte die Kreise, deren Zusammenwirken ihm notwendig schien, mi^ scharfer Mand zusammen, auch wenn sie sich zunächst Sträubten,- und er ruhte nicht eher, bis er das Ziel, das er zujerreichen wünschte, erreicht hatte. Er war immer liebeinswürdig, über seine Sache verfocht er unbeugsam. Dem (Aeußeren und dem Auftreten nach wurde er häufig mit ein^m hohen Offizier verglichen, der b^i aller äußeren Liebenswürdigkeit huf Grund seiner Führereigenschaft unbeirrt d|er Masse Seinen Stempel aufzuprägen versteht. ' . i Damit hing auch Horwitz' Energie in der Durchführung dessen, was er sachlich als wichtig erkannt hatte, ziisammen. Man hat es, z. B. night verstanden, daß er am Enlde seines ^.ebens mit besonderem Nachdruck die Frage der Ernennung!<)ii Juden zu Reserveoffizieren bearbeitet hat. Dabei verannte man. was diese an sich unbedeutende Frage) für Horvitz so wichtig machte: hier war ein Widerstandjzu über-| Winden, der schier unüberwindlich schien, desseq Beseitigung aber von großer symptomatischer Bedeutung für die ^atsächliche Durchführung der Judenemanzipation war. Die i ' j

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