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Der Orden Bne Briss · 1932-10-01 · Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932) · p. Seite 108

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 108 (sequence 16)
Language
German
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sehe Geschichte und Literatur"1 haben durch sein* Vorfrage in den verschiedensten Städten Förderung erhalten. Fiir das vom Verbände dieser Vereinigung seit 1890 hcraiisgegebene Tahrbuch schrieb er jährlich packende Rückblicke. ~Nach dem Tode von Karpeles übernahm Philippson auch die Leitung des ..Vereins für jüdische Geschichte u ul Literatur" zu Berlin. Trotz der Fülle der Ehrenämter und seiner \ Beschäftigung als Forscher und Schriftsteller schieß er sich — durch die Zusammenarbeit des Ordens mit dem »eiligen I). I. G. B. auf verschiedenen Gebieten angeregt iin-gereiftcn Alter uriserem Bunde an. namentlich deshalb, weil ei von den Logen ein besonders ersprießliches- Wirken für die L i n - Iteit und Würde unserer 'Gemeinschaft erhoffte. Lr sprach dies in seinem im Jahre 1913 in uns^rm Großlogeuorgan ■ erschienenen Nrujahr»artikel aus. (ich. 27. T. 1816. ge»t. 2. S. 1016. Berthohl Auerbach-Lage 1907—1916. Salomon Kalischer KalNrlirf war ein licrvorrajmiclrr an erkannter I or^rlirr auf «Irin (rt’Iiiel«* «Irr Pli\>ik% in>lnv>oiiilrrr auf «Inn ilrr Klrktri7itäl«*lt‘hre uii«l«Irs \fa;ii«’ti>iiiu». Im Jahr«* IH76 er sich .als Privatilozent an «Irr « hrmalhrrti Hjuaküflrmir. yurdc 18(>4 Dozent an ni-rhuii I lorliM-liu^1 zu CiiarlotltMihur*; und -piitcr ProlY^or. I z4‘ci _ T der Tech- Jab re Durch seine .Nhrift ..Goethe .als A’aliirfoijsrhcr" in I!irt»chow»k\» .„Goethe" bat er die naturwissenschaftlichen Leistungen unsere» bedeutendsten Dichters der gebildeten \\ eit näher gebracht. Al» Lnkel des Rabbiners Hirsch Kalischer i in Thorn und ehemaliger Zögling des Jiiiliscli-theologischeil Seminars in Breslau besah er ein umfassendes jüdisches Wissen und nahm au den Aufgaben des Judentums lebhaften Anteil. Line Reihe von Jahren stand er als Mitglied desj Repräsentuntenkollegiuins und \icler Kommissionen im Ehrendienste der Berliner jüdischen Gemeinde und übte überall, wo er wirkte. durch sein gediegenes issen. durch Seine vornehme Persönlichkeit einen bestimmenden Einfluß aus. Nach Martin Philippson übernahm Kalischtjr 1912 im DlGlL. den er als öffentlich-rechtliche Gesamtorgauisation der deutschen Judenheit auszugestalten suchte, den Vorsitz, i Gemeindctag 23. 1. 1921.) Von dem Klal Jisroel-Gedanken erfüllt, käüipftc Kali.- »clier mit Entschiedenheit gegen irgendwie geartete partikulari-risehc Strömungen. Auch in sein’em Neutalirsartikel 1917 in iin»eycm Grolllogenorgan trat er für dip Eintracht innerhalb der Judenheit mit Vi äriue ein. Geb. 8. 10. 1811. gest. 20. 9. 1924. Bertlmld Auerbach-Loge 1911—1924» Theodor Landsberg Seit 1879 hi eit er Vorlesungen an der (Technischen I Inchschule in Berlin, gleichzeitig leitete er d *n Bäu der .. Viten Halle" auf »lern jüdischen Friedhof in Weißcnsce. Im Jahre 1880 wurde er auf den Lehrstuhl'fiir Statik und Brückenbau an die Technische Hochschule »tadt berufen, wo er \on seinen zahlreichen geschätzt und als Verfasser hervorragender Sihrifteu lind Artikel seines Faches in weiten Kreisen aygesel en. bis 1903 — in den Jahren 1899 bis 1901 als Rektor — virkte. Eine nachCfTarin-' H orern ge- Berufung als Professor an die Technische Hochschule zu Charlottenburg hatte er wegen seiner Verbundenheit mit Darmstadt abgelehnt. Mehrere Ordensauszeichnungen sowie die Verleihung des Titel Dr.-Ing h. c. waren die ihm von den Behörden fiir seine Leistungen zuteil gewordenen Anerkennungen. Im Jahre 1900 erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Mitgliede der- Akademie für das Bauwesen. In Erinnerung an seinen frommen Vater.» den Landrabhincr Meyer Landsberg 'in Hildesheini, hielt er es für seine Pflicht, seine Kraft auch in den Dienst des Judentums zu stellen. In Darmstadt wirkte er rege mehrere Jahre im Vorstand der dortigen jüdischen Gemeinde. Seit dein Jahre 18^3 bis zu seiner Übersiedlung nach Berlin* w ar er Delegierter und dann Ausschußmitglied des DIGB. Auch ilpn großen jüdischen Organisationen Gehörte er als eifriges Mitglied au. Als Vorsitzender derj Baukommission der Jüdischen Gemeinde in Berlin regte er die Schaffung eines Kunstrates hervorragender Architekten ah. Eine Zeitlang war e£ stellvertretendes Mitglied des Gemeindevorstandes. Geb. 8. 8. 1847, gest. 20. JO. 1915. Starkenhurg-Loge, Darmstadt J901—1915. . ' Leopold Landau j hervorragender Gynäkologe, als Lehrer, Forscher und ausübender Arzt gleich geschätzt. Seit lfe76 gehörte er dein Lehrkörper der Berliner Universität an, 1893 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt. Die Lehr- .und Arbeitsstätte: die der Staat dem jüdischen Dozenten versagte, schuf er sich seihst durch seine i. J. 1892 eröffnete Iraucnkiinik. in der zahlreiche Studenten und Assistenten zu tüchtigen Frauenärzten ausgehildet wurden. Mit andern Berliner L'niversitätslehrern begründete er die „Kurse für ausländische Studierende". In den Kriegen 1870 und 1914 stand Landau als Stabsarzt im Dienste.des Vaterlandes. Seit 1901 hat er als Stadtverordneter auf das städti$£he Gesundheitswesen in Berlin bestimmend eingewirkt.’ i Mi) besonderer Hingabe betätigte er sich im jüdischen Heben. Außer seiner Tätigkeit als Repräsentant der jüdisclieh Gemeinde nahm er lebhaften Anteil an allen Gegenwartsfragen des Judentums: an der Kolonisation Palästinas, an der Universität in Jerusalem, sowie an allen Bestrebungen. die für den Wiederaufbau des Heiligen Landes bedeutsam 6ind. Jeder Versuch zur Hebung und V erbesserung der Lage der Juden allerorts, wo auch immer die Stätte ihres Leidens war, durfte seiner r^gen Mitarbeit sicher sein. I Die letzten Jahre seines Lebens (waren dem Ausbau der voh Hermann Cohen ins Leben gerufenen Akademie für die Wissenschaft des Judentums geweiht. Hierbei wurde er von Gustav Bradt auf das be6te unterstützt, der ebenfalls sich Hermann Cohen für die Akademie als Helfer bescheiden zur Verfügung gestellt hat und ihr rastloser Apostel wurde. Geb. 16. 7. 1848, gest. 27. 1 2. 1920. Montefiore-Loge 1907—1920. Lassar-Cohn Ein anerkannter Gelehrter, Verfasser zahlreicher Schriften auf dem Gebiete der Chemie. Seine Schrift' „Die Chemie im täglichen Leben" ist in vielen Auflagen erschienen und in etwa 20 lebende Sprachen übersetzt worden. Er b»saß'eine besondere Fähigkeit, in seinen Vorträgen die 108

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