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Der Orden Bne Briss · 1932-10-01 · Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932) · p. Seite 100

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Festnummer zum Ordenstag ; Nr. 8 - Oktober (10.1932)
Date
1932-10-01
Page
Seite 100 (sequence 8)
Language
German
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Im Orden, zu dem ein Mann seines Sti s mit Notwendigkeit gehören mußte, •— 1907 trat er ihm bei — wirkte er an leitender Stelle, als Mitglied des Generalkomitees sowie' im Sonderausschuß für die geistigen Interessen. Sein Leben war von einer großen Tngik überschattet. Tragisch, daß das,, worum er im Geistigrn kämpfte', von Tag zu Tag stärker umdroht ist; tragisch, daß grad als seine äußeren Lebensgrundlagen sich nach jahr« langen Kämpfen und einem Leben härtester Entbehrung endlich festigten, flie tötliche Krankheit sich zeigte, die ihn vier Jahre darauf 1929 als einen Fünfundfünfzigjährigen fällte. Bis in seine letzten Leidenstage bewährte er die Raitlosigkeit seiner denkerischen Arbeit und die strenge Härte;egen sich selbst. Geb. 29. 10. 1873, gest. 26. 6. 1 929. Starkenburg-Loge 1907—192). Hermann Cohen In der Gruppe der hier^behandelten [Persönlichkeiten dürfen zwei Männer nicht felilen, deren Namen eineij leuchtenden Klang hat. wenn wir auch aulj besondere Darstellung an anderer Stelle verweisen müsseit: Hermann Cohen, der bedeutende Kantforscher, als Philosoph der Begründer der „Marburger Schule“, Ausgangspunkt einer philosophiscehn Schule der 'jüdischen Ethik. (Festnummer zum Ordenstag 1925 — S. 167 Beitrag von Jacob Klatzkin — für den Namenspatron der Hermann Coheti-Loge). l Geb. 4. 7. 1842, gest. 4. 4. 1918. . Frankfurt-Loge 1900—1918. - Franz Rosenzweig Franz Rosenzweig — mit Martin Buber Übersetzer der Bibel und Verfasser anerkannter geistiger Werke ist der Anreger der Gründung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums und Mitschöpfer des Freien jüdischen Lehrhauses in Frankfurt am Main. Wir verweisen auf die Franz Rosenzweig-Gedenknummer März 1930, Nummer 3. Geb. 25. 12. 1886, gest. 10. 12. 1929. Hermann Cohen-Loge 1920—1929. Rabbiner im deutschen'Qistrikt Von Arthur Löwenstamm-Berlin-Spandau Kein Beruf steht wohl der Logenidee ^o nahe, wie der rabhinische. Die formalen Sittlichen Tendenzen des Ausgleichs und des Friedens, die zur Menschenliebe hinführeu sollen, sind dem Orden und dem Rabbiner|amt gemeinsam. Der Rabbiner soll der Mann des Frieden^ sein, nicht in dem Sinne, daß er um jeden Preis diese* erhabene Ziel erstrebt und die. Klarheit des eigenen Standpunktes einer Allerweltsmeinung vom Judentum zum Opfer bringt, sondern hei voller Wahrung der innerlich errungenen Einsicht vom Sinn und Wert des Judentums muß eij versuchen, die jüdischen Menschen zu sammeln. weil sie. oft unbewußt in jüdischer Lebensansicht wurzelnd oder beWußt im andern jüdischen Lager stehend, eben doch jüdische) Menschen sind. Die Ordenstendenz bewegt sich in gleicher Richtung. Der I.ogengedanke deckt sich seinem Inhalt nach' mit der Seelsorge, die sich in jeder Art des Wohltuns un<J ln der Bruderliebe; darstellt. Wohl ist über die Frage theoretisch eine Diskussion möglich, ob es eine jüdische [Seelsorge gibt; aber in der Praxis des vielgestaltigen Lebens liegt ihre Bedeutung und ihr Sinn jedem Juden offen zutage. Zum wesentlichen sozialen Wirken aber gehört die ethische Einfühlung und der sittliche Takt, der so schwer durch andere -gelehrt werden kann, aber durch Selbsterziehung am Beispiel'taktvoller Menschen sich erwerben läßt, und den "ein innerlirh .sittlicher Mensch frei von Eigennutz in__ natürlicher Hingabe an "den Leidenden übt. Auch dieser Takt ist ein notwendiges Moment der sozialen Arbeit des Rabbiners. wie er ein unentbehrliches Erziehnngsprinzip des Ordens ist. so wahr als es nicht nur darauf ankömmt, was man wirkt, sondern vor allem wie man handelt. Und endlich ist es die Achtung vor dem Geiste, besonders vor dem jüdischen Geiste, die die Wurzel aller Schaffenskraft im rabbinischen Amte und im Leben der Logis ist. Die Beschäftigung mit den allgemeinen großen Menschheitiifragen, die allseitige Behandlung der Kulturproblem|e sowie das Begreifen des jüdischen Geistes und des jüdischen Schicksals soll hier wie dort zur Lösung der Verwicklungen jeder Gegenwart führen. I Aus diesen inneren gemeinsamen Beziehungen heraus ist es verständlich.' daß nicht nur. sehr früh die deutschen Rabbiner den Anschluß an die Loge gefunden, sondern auch jn dieser Institution einen unvergleichliche^ Wert zur Verinnerlichung und Erneuerung des Judentums in der Seele seiner Bekenner gesehen haben. Nicht alle von ihnen haben mit gleicher Energie sich der Loge hingegeben. Die Schuld lag oft an den Logen. Die Schwierigkeiten der Wirksamkeit in der Gemeinde haben nicht selten, besonders in der Provinz, ihren Rückschlag in dem verminderten Interesse des Rabbiners für den Orden erfahren. Aber viele Rabbiner haben der ,Loge als Präsidenten gedient, einzelne waren wertvolle Repräsentanten zur Großlogentagung und Mitglieder des Generalkomitees, alle haben durch Vorträge und durch Förderung der sozialen Aufgaben unserer Gemeinschaft zur Verbreitung und Vertiefung unserer Gedanken wesentlich heigetragen-. Nicht eines jeden Wirken ttnd Persönlichkeit kann in gleicher Weise in diesen kurzen Blättern gewürdigt werden. Einige aber sind von besonderer, ausgezeichneter Bedeutung gewesen. Darum seien sie, mit wenigen Strichen gezeichnet. Ferdinand Rosenthal In nur zwei Ämtern hat er 54 Jahre die rabbinische Wirksamkeit entfaltet: 20 Jahre in Beuthen, O.-Schl., und 34 Jahre in Breslau. Er war der Typus des Friedensmenschen, der die Klugheit des Kopfes mit der Wärme des Herzens in sich organisch vereinigte und eine ungewöhnliche, von allen Richtungen und Schichten des deutschen Judentums anerkannte soziale Tätigkeit ausübte. Dazu besaß er eine allseitige Kenntnis der talmudischen Literatur, dieihn befähigte, vertretungsweise die talmudischen Disziplinen am Jüdisch-theologischen Seminar zu Breslau zu lehren. Volkstümliche Kanzelberedsarokeit war ihm in hohem Maße eigen. Als Expräsident der w. Mamreh-Loge war er schon 1887 Repräsentant zur Großloge und im nächsten Jahre in gleicher Eigenschaft für die w. Lessing- Loge. Geb. 10. 11. 1838, gest. 5. 3. 1921. , Mamreh-Loge 1885—1888, Lessingloge 1888—1921. i * hm verwandt im Schaffen und in der Auffassung des rabbinischen Berufs war sein Nachfolger im Beuthener Rabbinat: 100

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