Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 7 - September (9.1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 89 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Franz Werfel: Können w i rj o li n e C o 1 t r s g I a u li <• n leben? (Paul Zsolnajy Verlag.) Diese Schrift, die an die frist besprochene Abhandlung lii-hkrit“ anknüpft.. sie aber ir führt, ist die erste einer in freier Folge erscheinenden Puhlikationsreihe. die sich ..mit Pr ahleinen der Religion, Philosophie und Kunst befassen, do li ebenso auch zu den geistigen und wird."* politischen Fragen .Werfels Stellung zur Cegi an dieser Stelle vor Jaliresüher „Realismus und Innerwesentlielien Fragen weiterdes Tages Stellung nehmen i nwart ist klar umrissrn. „Ks schwärt eine tiefe heimliche \'uiidr in der Welt . . . Wer aber auf den Grund der Dinge gehen will, ist gezwungen, sich dieser Wunde zu nähern, « ie Verbände einen nach dem andern ahzuhehen und den Wt; udrand z.u betasten" (S. 11). Vierfel faßt als Charakteristikium der Zeit einen Ri-wußtseinszustand. den er als ..Naturalistischen Nihilismus" bezeichnet, in dem „jedes Lehen, auch das persönliche, eine Inst- und unlüstvolle Unterhrechting des Nichts ist" (S. 21). Der Mensch sieht sich der Unmöglichkeit ansgeliefert, „sich durch Frkenntnis oder Erfiihlnis einem höheren Weltsinn anzunähern". (S. 22.) An dem Typus eines in s‘iner äußeren und inneren Existenz völlig ruinierten Grot stadtmenschen entwickelt er <|ie Th rse, daß „der Mensch des absoluten Nichts nicht lebensfähig ist". In extrem radikalen Anschauungen bewegen sich seine beiden Sölinr vom „Ich" fort, das „nur ein Nichts auf Urlaub ist“. (S. 24.) Aber auch Kommunismus und Nationalsozialismus sind für W. „echte Kinder;der nihilistischen Epoche". All de n, was aus ihr au Negierendem und ' Auflösendem uns h ‘gegnet mul - das Lehen als solches im Grunde zerstört. setzt W. die-Wucht der , göttlichen Erlebnisse entgegen, des sen Vorbedingungen in der Struktur der Seele ohne we teres gegeben sind. „Der Empfindiingsiiihalt des Güttin heu in der menschlichen Seele läßt sich weder, ahleugner. noch durch psychologische Hypothesen seines historischen! ten." (S. 42.) Oder dasselbe ui der seelischen Gesamtheit des Zustandekommens ent weranderer Formulierung: „In M enschen ist eine Wahrnehmung des Göttlichen vorgel ildet. die auf die iihersiun-' liehe Realität dieses Göttlicher ebenso hinweist. wie die innere Lichtempiiiidung des Erblindeten auf die fiir ihn übersinnliche Realität des Lichtes". Dabei spricht er. von rein' theologischen Erörterungen Abstand nehmend, immer nur von dem religiösen Erlebnis, „das auf dem intuitiven Erfassen eines übersinnlichen Gegenübers im sinneiitrühen Spiegel unseres Bewußtseins beruht". (S. 50.) Hält sich W. in dieser Formulierung von jeglicher Dogmatik und Einseitigkeit fern. s< könntei sein Versuch, die IJösung der Krise lediglich auf d *m Weg^ zu „einem echten Gliristeiitum" zu finden, ihm de^ Vorwurf der willkürlichen Begrenzung der im ganzen ge {ebenen Möglichkeiten ein* bringen. Wäre — wozu nach der ganzen Formulierung der Geilaiikeu und der Universalität der von ihm vorgehrachten Meinungen keinesfalls Grund voilianden ist — wirklich vo/n ihm eine bewußte Einengung de - Lösungsmöglichkeiten hjrtont. so müßte ihm folgendes 1« deutet werden: Nicht darauf kommt es an. begriffliche ] ’ori'nulierungen wie „Digs- V'itigkeit — Jenseitigkeit" — für solch grundsätzliche Entscheidungen bestimmend sein zu lassen, sondern daeapf. die auf dem Grunde jeglicher religiöser Übung vorhandenen immanenten metaphysischen und ethischen Werte herausziistellen. die im Sinne Werfels „den plumpen Rfalßarbareir und den besessenen Interessenten iu Europa Ivo «las heilige Paradox stellt: Lebe gegen deine Interessen -r:: die Wahrheit und das Lehen!“ [S. 54.) Entscheidend hleiht die grundlegende Erkenntnis ^V's. (S. 52), „daß jedermann, dem cs vergönnt ist, aus :der praktischen Dumpfheit des hlcjßen Dahinlehens zu : eror für rj; ' wachen, ein Diejner an wußtscins werden kann. Es wird fordert, daß «J» ^ich für -oder ge.grir das und der zentralen Frai;e des Daseins m Dr. Max S a I o m o n der Erneuerung les allgemeinen Behip mit ötlliche hl Eraukf lirt a. M. /7 s .. Her LnskerfSchiiler: K o n z e r Preis/ geh. 6.50 JIM. Ahseitsj «min Wege der Tagesliterati Else Lasker/S«miilcr ih in diesen Band eil li Weg vollendet ■gang. U ir erleben! an dem schweren ' das eine eigenartige Mischung /wischen Srlhsthiograplpe und Dichtung ist. schenkt si > uns ihren ViVr« ihr Elternhaus ini Wuppertal, nehmen Schicksal tieil. das sie trif. als sie ihren Splut Pani verlor. Fest und (sicher ist sie in ihrem' Indent Seele iibcrbrpckt die J;ihrtauscude, di« Väter trennt. Sie jst keine Glquhigv im treue, alifr sie lebt in ihrem Gott, den Moses ans dem Dornhmeli sprach Wer nur noch einen Eunkcii Verl jüdischen Vierten besitz!., der wiril voll’ heit jene kleiner Skizze|: „Der \ ersölin WCIt des Juden uiisauriitti'ii und w ird als sein ehenhildliehes Geschöpf." Od)i Gehet spricht: „Wenn ein .MenScli inl '«■ine S«relc an die Pforte des Körpers. I erspart der entkörperten S«te|e «len Abschied'nicht nur vom eigenen Leihe, auch «len endgültigen v< ui Miittt/rleihe der W ell. / Dem zij entsteige « heißte Sterben. Aber auch Mark und lelici^sln-jaheiu I Sie besitzt ein seltenes Einfühlungsvermögen in die Natur. I.ls«’' Lasker'-Schüler btigrcift die Tiere juiid Blumen. Daß sie eine Meisterin der ileiitschcn Sprache ist. braucht nicht l.cso/ml ers betont zu w«jr«len. /Sie könnte uns eine ’ Führerin auf frni 'Wege zu der so not,Wendigen Verinnerl cliiiug sein, Mau sollte an inneren I.ogenaheinlen-aus iliesen Dicli- Eines gee-n (scheide ausweiche.“ , i n. Rowohlt. 1*);$2.|- r hat «lif Dichterin In «liebem Buche, i im verankert, ihre sie v-om Lande «ler Sinne der Gesctzesie fühlt, wie er zu | indiing mit diesen iinersler Ergriffenungstjig" lesen, «lie lügt: „Dieser Ta( ist nicht aus der ist vor Gott stehen r' wenn sie vom -iiustig betet, tritt lli Gelirl *zu sterben ist ihre Dichtung. tiipgcn vorlesen, und h« ilige \V eihe müßt An «ler Seeledies« r Dichterin glitt utiil wenn auch sie voi l Haß uiuhranilt1 glüht die Liehe zum Jiidt-iitum. «las ihr Zu Gott Dr. W i I I v C Der Juil' ist schuld? (Diskussipnsbuch über die Judenfrage.) Zinime r-Verlag. DeK'Verlag hat sich mit der Herai ein Verdienst erworben, indem «’r iit die verschiedensten A iffassungen iib«‘r samineiistellt und .für .einen in, Aitskirh : die Leser zur Mitarbei: aiifförtlert „Die Judenfrage -celiört unstreitig slen und brennendstei heute bewegen . . . E Aufgabe gestellt sehen mitziiwi rken." llogei «lehnt sich vUn: über mehr in «li zu denen, «lie «len „aiitisemitischen Ein '^weiter völkischer Antisemiten lieh entgegentreten eigentlichen „Grundni «tiv'e der Autisr engherzige, Überheblichkeit seien". Die Auswahl ist natürlich bgfre manchen, der zu dem Problem einig Versuch als solcher "iit interessant essierte zur Mitarbeit ^veranlassen. ■ Dr. Max S’a l o in len Rauin erfüllen, all «las Häßliche ah. war. in ihrer Seele Lehen ist. «lie Liebe o h n . I! r e s I a u. Berlin-Leipzig-Al’ en sgabe dieses Ruches seinem Sammelwerk die Jmlenjrage zugestellten ■ 3. .Baud zu «len bedeut/tnldas Deutsche 4 olk n Bereich der Möglichkeit. «laß jeder Del Ische in nali^r Zukunft sich vor die wir«l. au wichtigen Entscheidungen Problemen. «fic‘ liegt durchaus i iiitisemitischen. An und zu der Aitpic Icut^n Frankfurt a. M, iget den Ausführungen r Mitte stehende bis griffen leideusrhaffht neigen, daß „die mitismus Neid und zt. 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