Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 7 - September (9.1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 86 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nicht durch Bekämpfung der Loge, s< aibeit mit ihr, und, sofern die Vor, sind, durch Eintritt in die Loge, kann girbe. dem ..Werdenden“ gegenüber zum Lehen zu verhelfen, gere.cht werd liehen mit uns in diesem Sinne zusg den sie bald erkennen, daß auch für Weiterung ihres geistigen Lehensraume i idern nur durch Mitäussetzungen gegeben lie Jugend ihrer Aufdem ..Bestehenden“ n. Venn die Jugendmmenarbeiten, weriie die Loge eine Erbieten kann. Form und Inhalt der Logenarbeit Gegensatz zur jugendlichen Lebenshai Das Führerideal und der Gcmci Ideen, in denen sich die Gedankenkre Jugend bf'gegnen. Beide stimmen a überein, die im Judentum liegenden zu erhalten und nicht nur als Traditi stehen; keineswegs im tung der Gegenwart. schaftsgedanke sind se der Loge und der i|ch in dem Wunsch ulturwerte lebendig «gut zu überliefern. Es gilt nur auf beiden Seiten (las bestehende Mißtrauen zu über« iuden. um die junge Generation in unsern Bruderkreis einzufügen. XX ill man diesem Ziele näherkomnien. muß die Loge nach Möglichkeit -gehörigen der Brüder zur Mitarbeit I eranziehen und an ihren Bestrebungen teilnehmen lassen. Darüber hinaus muß sic auch den Jugend-Organisationen.all esse bezeugen und ihnen nach Kräfte währen. Besonders in den offenen L allgemein bildende \orträge zu halten, wartsprobleme zu behandeln, an derdi die jungen Menschen beteiligen könnt der Jugend an den Aufgaben der sozia streben und ihr womöglich auf-diesem r Richtungen,Inter- 1 L'nterstützung ge- >gen sind nicht nur sondern auch Gegenn Erörterungen sich n. Die Mitwirkung en Arbeit ist zu er- Gebiet ein selbständiges Betätigungsfeld zu schaffen. A(jf dem ege eines praktischen Miteinanderarbeitens wird es allein gelingen, das Verständnis der Logenjugend für d e Logenaufgaben zu wecken. Sache dieser Jugend wird os alsdann sein, unsere Ideen auch über ihren eigenen Bezirk in die" weiteren Kreise der Jugend hinauszutragen. Erinnerungen an Goethe. Aus Goethes fragment: „Die Natur". / ürzt) Goethes Ras«enleliTe (gekij Sie schafft ewig neue Gestalten: w is da ist. war noch nie da. kommt nie wieder — alTes ist n?u un'd doch immer (fas Alte. Sie baut immer und zersört immer, und ihre Werkstätte ist unzugänglich. Es ist ein ewiges Leben. Werden und Bewegen in ihr. und doch rü ckt sie nicht weiter. Sie verwandelt sich ewig, und es ist lein Moment Stillestehen in ihr. Für das Bleiben .bat sie. seinen Begriff, und ihren Fluch hat sie ans Stillestehen gehängt. Sie ist fest. Ihr Tritt ist gemessen, ihre Ausnahmen selten, ihre Gesetze unwandelbar. Sie-spritzt ihre Geschöpfe aus dem Nichts hervor und sagt ihnen nicht, wohin sie gi-hen. Sie sollen nur laufen. Die Bahn kennt sie. Ihr Schau; piel ist immer neu, weil sie -immer neue Zuschauer Schaf t. Leben ist ihre schönste Erfindung, und der Tod ist i!ir Kunstgriff, viel Leben zu haben. Sie macht Klüfte zw sehen allen Wesen und alles will" sich verschlingen. Sie hdt alles isoliert, um alles zusammenzuziehen. Sie ist ganz und doch immer unvollendet. So wie sie es treibt, kann sic es immer treiben. Sie hat mich hereingestellt, siewird mich auch herausführen. Ich vertraue mich ihr. Sie ma|; mit mir schalten, sie wird ihr XX erk nicht hassen. Ich spi ach nicht von ihr. Nein, was wahr ist. und was falsch ist sprochen. Alles ist ihre Schuld, alles ist alles hat sie geihr Verdienst.“ Ein leuchtendes Leben Auf dem Gedenkstein, den der Hilfsverein der Deutschen Juden auf dem Grabe von Professor Waldemar M. Haffkine in Lausanne errichtet hat, stehen in hebräischen und französischen Lettern die Worte: „Sein ganzes Leben war der Wissenschaft und der Nächstenliebe geweiht. Ein ausgezeichneter Bakteriologe, Schüler von Pasteur, bekämpfte er erfolgreich die Cholera iind die Pest in Indien. Niemals vergaß er den Glauben seiner Väter jjnd stiftete von seinem Besitz für die Erziehung der jüdischen Jugend im, Geiste der Tradition.“ j i Waldemar M. Haffkine wurde im' Jahr 1860 in der Ukraine geboren. Er besuchte das Gymnasium in Ber; djansk, dessen Direktor ein vortrefflicher Pädagoge.war und zu den Vorläufern der russischen revolutionären Bewegung gehörte. Haffkine lernte sehr gut,- war auch der erste im Sport. Nach Beendigung des! Gymnasiums bezog er die physikalisch-mathematische Fakultät in Odessa und wählte als Spezialstudium Zoologie. Kurz vor der Absolvierung * seiner Studien wurde er wegen eines Zerwürfnisses mit dem Rektor ausgeschlossen, aber dank der Intervention des bekannten Biologen Metschnijcow, dessen Lieblingsschüler Haffkine war, trotzdem zum Schlußexamen zugelassen. Metschnikow erwies Haffkine abermals Beistand, als er zur Zeit seines Dienstes als Einjähriger einen Zusammenstoß mit einer Gruppe vor! Kadetten hatte und vor Gericht erscheinen mußte. Die Kadetten hatten ein1 jüdisches Haus geplündert; Haffkine setzte sich für seine Glaubensgenossen ein. Er wurde von den Rowdies am Kopfe verwundet. Dieser Vorfall prägte sich ihm ein und vertiefte 6ein Verhältnis , zum Judentum. Die Fakultät schlug' ihm vor, die Gelehrtenlaufbahn zu ergreifen unter der Bedingung, daß er sich taufen lasse. Haffkine wies das Anerbieten zurück und ging ins Ausland. I Im Jahre 1888 wurde er Assistent des bekannnten Physiologen Schiff in Genf, später ging er an das Pasteursehe Institut in Paris, wo er zunächst als Assistent seines ehemaligen Lehrers Metschnikow arbeitete. Er stellte eine neuartige Vaccine mit abgeschwächtem Virus gegen die CJiclera her und probierte diese Einimpfung an sich selber und an einer großen Anzahl von Personen, Medizinern und XX isseüschaftlern. Er war überzeugt, daß man durch idiese Methode der Einimpfung, die Cholera und ihre Folgen'wirksam bekämpfen könne. * J 1892 brach in Rußland während der großen Hungersnot die Cholera aus. Haffkine stellte der 'russischen Regierung seine Dienste zur Verfügung, aber diese wollte lieber, wie in einem Aufsatz über Haffkine äusgeführt wird, daß die Bauern mit einem Gebet für den Zareni dem Tode verfielen, ab daß sie durch Hilfe eines Juden am Leben blieben. Der englische Botschafter in Paris, Lord Dufferin, früher Vizekönig von Indien, wurde auf Haffkinesl Versuche aufmerksam. Als die Cholera im Jahre 1893 in Indien ausbrach, wurde Haffkine von der englischen Regierung zu ihrer Bekämpfung gerufen. Er hatte anfangs große Schwierigkeiten , zu überwinden; die Eingeborenen wollten von dem „weißen Mann“, ddr mit Nadel und Phiole umging, nichts wissen. Mit der ihm {innewohnenden Zähigkeit ging Haffkine ans Werk. Er impfte große Teile der Bevölkerung — Reisende in Eisenbahnzügen, Schulkinder und Bewohner ganzer Stadtviertel Die Erkrankungen reduzierten sich bei den geimpften Personen auf gin Zwanzigstel. Die eingeborene Bevölkerung zeigte sich angesichts der günstigen Ergebnisse freundlicher und in späteren Jahren genoß der „weiße Magier“ große! Ver- 86