Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 7 - September (9.1932)
- Date
- 1932-09-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Voranlaßt fühlte», ihrer Lope Besondere Mittel zu iiherweispn, (laß erwünschte Kandidaten ihren Beitritt in Aussicht stellten, daß Brüder, aie in einen neuen Logenort übergesiedelt, .aber noch zum weiteren Anschluß nicht entschlossen waren, ihre Bedenken aufgahen. ln Hamburg wurde in Aussicht genommen, den Ordeustag jedesmal durch gemeinsame Veranstaltung aller drei langen zu begehen. :'i Die Mitteilungen über die -age der einzelnen I.ogen weisen naturgemäß \ erschiedt nlieit auf. Dje Schw ierigkeiten in den großen Städten lind zur Genüge bekannt. Nicht so drückend Ist mannigf ich die Lage in den mittleren I.ogen, wenngleich sie natürlich auch durchwegs durch den Druck der Zeit in irgend einer Weise beeinflußt ist, — am sichtlichsten vielleicht durch den Hiiekgaiig in der Höhe der S|>end[*n der einzelnen Brüder. Aiij» manchen Logen wird' festgestellt, daß das geistige Lehen ein sehr befriedigendes, aus anderen, daß ein einzelne Zitate aus der Bruder auf die gehend Hilfe zu h verdient wohl auch die Feststellung, daß einzelni&JLogell sehr jugendliche Beamtenräte habm — erl’reülijeli in einer Zeit, in der gelegentlich alte-Brüder zur Führung herangezogeit werden müssen. Wenn der Chronist berichte» kann, daß' Antrieb sehr erwünscht, sei. Jugend und Loge Loge der Mittelpii ikt, jüdischen Ia»hens“ das wohl gern verzeichnet werden. Dell tätigen Biiidern konnte /mit. Recht (ler Dank der Croßlogf ausgesprochen werden, aber I auch den rührigen Schwestern, die sieh so vielfach dein Ganzen gewidmet hajien. ■ | Die Jubiläumsfeier» bedeuten —' we'mj lijian ihre V, irkung zuhimmenfassen darf — nicht blaß einen akademische^ Bückhlick in die Vo -gaiigenheju sondern Besondere Hcrvorhehung linen kräftigen Schritt der Gegetiv Unserer Au f/oi ilerun g. Mi immer (5. 1932) Irehan Loge" zu äußern, ist llr. f in dankensieetler H eise f ejolgt. sieh zu dem in der Juni- 'ulellen Thema: Jugend und ritz U i e I ii n e r < II.A.L.) Briefen’ gestatte ■—* „die Einstellung jetzige Zeit und das Gefühl, weiti steil,’ mnstei-güll \g“, weiter „naß die st i, jso darf ’1 ■ es es seien art in (1U‘ Zukunft. Die in der Jugendheilage de .„Logenscliwester" eingclcitete und von den Mitteilungen ler Großloge aufgenoinineiie Aussprache über das Verhältnis der Jugend zur Loge bietet eine freudig zu begrüßende Gelegenheit, dieses Verhältnis noch umgekehrt .von seiten dei Logen»»gehörigen zu erörtern. Fiir unsere Logen gibt ep trotz aller gegenwärtigen Schwierigkeiten keine wichtigere Frage, als das Verhältnis zur Jugend. Fs ist für (ins nicht nur ein Gebot der Seihsterhaltung. mit der kommenden j Generation in unmittelbare Fühlung zu treten. Wir habeil auch aus' unserer logeninäßigcn Kinstellung heraus die iinahweisliche Verpflichtung, ihre materiellen und seelisehen Nöte zu beachten, um ihr in den möglichen Grenzen Beistand zu leisten. Es soll hier nicht auf Einzelheiten in den zum Teil sehr beachtlichen Aufsätzen der jungen Menschen eingegangeu werden. Vielmehr soll versucht werden.'an einer Klärung der geistigen Situation, in der sieh beide Seiten befinden, mitguwirken. Jeder am Jugentlprohlem Interessierte wird bestätigen müssen, dali es an dem erforderlichen Verständnis noch vielfach intra et extra miiros fehlt. } Alter und Jugend sind Lehensstufen, nicht Lebensformen. Schon dies wird häufig gerade von der jungen Generation verkannt. Die Spannung zwischen den Generationen, die immer bestanden hat, rührte früher davon her, daB die Eltern versuchten, der jügeed ihrer Lehensstufe nicht entsprechend Lebensform aufz »zwingen. Hieraus erwuchs der Kampf zwischen „Väteri und Söhnen". F.r hatte im Zeitalter der Entwicklung der Einzelpersönlichkeit naturgemäß individuellen Chaiakter. Etwa um die Jahrhundertwende' nahm der Kam) f zwischen Eltern und Kindern typische Formen an. Die Jugend begann, sich als eine Gemeinschaft zu fühlen, die sich gegen die Lebenshaltung der Erwachsenen zur Wehr se zte. Sie beanspruchte für sich eine eigene Zielsetzung, die Einfluß über die eigene Lehensstufe hinaus und Gemeingültigkeit fiir die' Gestaltung der allgemeinen Kulturentwicklung erstrebte, Nach Beendigung des Krieges erhielt die Bewegung eine breitere Grundlage und ergriff auch kveite Kreise der jüdischen Jugend. Mit Rücksicht auf antisemitische Strömungen begann diese, sich in paralleler {Entwicklung zu den älteren Oi ganisationen der Jugendbewegung gleichfalls hündisch zu organisieren. Es muß indessen da‘auf hingewiesen werden. daß von ulen ..Bünden", ganz gle ch welcher Richtung, immer nur eip verlii ltnismäßig geringer, wenn! auch sicher, sehr wertvoller Prozentsatz der Jugead erfaßt wird. Da' I die Jugendbewegung aber als Folge, der politischen Umj wälzung auch offizielle Anerkennung und Förderung fand, | ist ihr geistiger Eil fluß größer, ah ihr Alntei.1 an der I jugendlichen Gesamtheit beträgt. Er reicht jveit über den Kreis ihrer Anhänger hinaus und wiikt tatsächlich gestaltend auf die Gesamt Persönlichkeit der jugendlichen Generation. Die Einwirkiingsmögfichkeit der Erwachs« neu wird dadurch verringert, c aß ihre soziale und se( lische Lehens-j form unter djen Nachwirkungen des Krieg-s zwbröckeltl und allmählich zu schwinden droht. Deshalb, fc hl t heute, den Erw acbsejnen und besonders dem E| ernlause die Grundlage, auf die gestützt sie der Jugend j< ine bestimmte Geisteshaltung! und 1 ehensgestaltung corscljieiheo können. Dabei ist die heutige Jugend weit mehr alsjihre jVorgänger geneigt, sich den Bindungen-einer G* meinte liaft zu unter-j werfen und einer 'führenden Persönlichkeit! »lte^zuoi'dnen. Freilich muß diese Gemeinschaft ihrem Lad ensgjcfühl und ihrer Einstellung zu len Lehenswertet augei aßt gein. VI il die Loge die Jliigend ur sich gewinnet. un^ß sie dein Reell nung tragen. . , ' i Die Loge [stellt »ich den jungen demjeheu bleute noch äh Trägerin ejiner Ideenwelt daK die ausjteliließjfch in def \ ergangenheitj w ürze t und deren g‘isti|ge undf seelisch^ 'Struktur den Veränderungen der Gegenwiart sowie den Bestrebungen def Zukunft Widerstand enfgifgei setzt! Sie übersehen hierbei,; daß die Logen zwar mit Rfclil an «feil unveränderlichen Grundlagen des Ordensü ea|s» I eslhglten. daß aber die Bestrehunge a, die Strömungen der Gegenwart mit diesem Ideal jn Eink ang zu bringen. Ich Inhalt der eigentlichen Logenarheit h Iden, odet doch zu h; Iden beginnen. Selion lange hat sich, sowohl in. der grundsätzlichen Auffassung der socialen Pflichten, als auch In der Abwendung von der rein rationalen Gesinuungspflege und in der* Betonung d'er seelischen Werte ein Wandel in der Lngena.rheit vollzogen. Daß dieser Entwicklung innerhalb der einzelnen Logen noch größerei oder geringerei j Wide rstand geleistet wird, ist sellistversti ndlich. Sie ist Jedoe l unaufhaltsa^n, da jede kulturelle Gemeinschaft zwangsläufig den Einwirkungen des Zeitgeistes unterliegt. Siej wird beschleunigt, je mehr jüngere*Kräfte sich dem Bruferkreise anschließtjn. 85