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Der Orden Bne Briss · 1932-09-01 · Nr. 7 - September (9.1932) · p. Seite 83

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1932
Issue
Nr. 7 - September (9.1932)
Date
1932-09-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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Standes der Einwanderung verdankt, in Rücksicht darauf in Zukunft seine Tore der Einwanderung nicht verschließen können. Der argentinische Regierungsheanitc liegt die Befürchtung, daß es bei einem Nachlassen der Krise zunächst schwierig sein wird, den einmal ahge- In den letzt;n J ähren ist e n neues jüdisches Einwandcrungsland, Biro-Bidscl: eder nach Argentinien Sommer 1927 im lenkten Einwanderungsstrom w zu leiten. Gegenwärtig steht auch U r lu g u a y nicht mehr für eine unbeschränkte Einwanderung offen. Es ist ein Gesetz erlassen worden, durch das die; freie Einwanderung für ein Jahr aufgehoben wird. Ausnahmsweisekönnen Spezialarbeiter zugelassen werden^ die vertraglich angestellt sind und deren Arbeit für das Land not^ wendig ist. Das Land hatte in den letzten Jahren an 9000 jüdische Wanderer aufgenommen, die von dort zum Teil nach Argentinien weitergegangen sind, da in Uruguay die Verhältnisse keineswegs günstig lagen. Schon Anfang 1930 war die Arbeitslosigkeit groß. So mancher Auswanderer erlebte in Uruguay eine Enttäuschung. „Es laufen hier“, w|ie ein Ausgewanderter schrieb, „Menschen zwei bis <J[rei Monate herum, ehe sie Arbeit finden . . . Hunderteilaufen am Hafen herum, und suchen sich hinüberzuschmuggeln. Leute, die «las schwere Arbeiten nicht gewöhpt sind, sollen ihr Geld zu anderem verwenden und nicht nach Montevideo fahren. Nur Spezialarbeiter werden gesucht.“ Vor etwa zwei Jahren war die südamerikjanische Republik Peru Gegenstand von Erörterungen ) im Zusammenhang mit einem Kolonisationsprojekt. Australien, das in den Jahren 1928 uud 1929 immerhin noch 1100 jüdischen Menschen Einlaß gewährte, ist für die Einwanderung zur Zait fast ganz verschlossen. Auswanderungswillige können nur mit besonderen, von der australischen Regierung ausgestellten Bewilligungen dorthin gelangen. Daß solche angesichts der schweren Krise, die Australien durchmacht, nur in den seltensten Fällen gewährt werden, liegt « uf der Hand. Die Südafrikanisch; Union erließ 1930 ein Einwandeningsgesetz, das schärfste Beschränkungen ^ler Einwanderung aus ost- und südeuropäischen Ländern vorsieht. Drei Kontinente —: Ameiika, Afrika uml Australien — sind der jüdischen Einwanderung so gut wiie verschlossen. Denn was bedet ten die höchstens 16 000 Juden, die im Jahre 1931 na gelangen konnten, angesichts Europa^ darben! h diesen drei Erdteilen der Millionen, die Wie steht es mit. Asicnf Hier kommt in erster Reihe Palästina in Frage. Wi|r können in diesem Rahmen das Palästinaproblem nicht besprechen. Die Möglichkeiten bzw. Schwierigkeiten einer stärkeren jüdischen Einwanderung sind allgejmein bekannt. Wir registrieren nur die Einwanderungkziffer des Jahres 1931 -H sie betrug laut offiziellen Angapen 4075 — und sprechen den Wunsch aus, daß in diesem Lande die Beschränkungen einer jüdischen Einwanderung möglichst ganz fortfallen mögen. Es ist wahrlich kein erfreuliches Bild, das sich beim Kampf um jedes einzelne Zertifikat bietet. ebenfalls iij Asien geöffnet worden, an, ein Land von über dr0 Millionen Hektar im östlichen Sibirien, ain Amur, d^s nach den Flüssen Biro unp Bidschan hon uint ist. E| wurde im 1 Auftrag'des Konset (Komitee für jüdische Landsiedlung)- von einer Expertenkommission, erforscht und im März 19^8 laut Beschluß der Regierung den Jmlen der Union für Siedlungs- «ler Sowjetunion zwecke zur Verfügung gestellt. Bidschan ist bis etwas über 32 000 Seelen (außer nern auch von Koreanern).' Es treidearten Reis, fen sowie eine' besondere Art «les biet enthält viel (Eisen, Kupfer, schiede und auf von Stechfliegen san dt, von denen war die Zahl dCi Das Gelriet von Biroicr spärlich .besiedelt, im ganzen von Von Russen -und Ukraiiiedeiiicn dort laut «lern Bericht der Experten außer Getreide uiicj andern Gechiiicsische Bo men, Flachs und Hop- Korkhuumes. Das Ge- Wald und soll reich an Naturschätzen Graphit, Steinkohle) sein. Die Expertenkommtasion v ies auf die starken Temperaturunter-, das Vorkommen-einer besonderen Art hin. Im Jahre 1928 wurden die erstem jüdischen Kolonisten — 654'— i ach Biro-Bidschan ent- 40 Prozent znri ckgewamlert sind. 1929 I Siedler größer. Die Sowjetregierung ire Kredite, fiii, ländliche und industrielle Besiedlung vergrößert. ■ Das Gebiet soll eine autonome jüdische Republik werden. Es werden jetzt auch Juden von-außerhalb. Rußlamjs nach Biro-*Bi«lschan herdngezoj!en, aus Argentinien, Litauen, Deutschland und in den letzten Wochen Sogar aus Palästina. Um Biro-Bidschan sind in de r jüdischen. Öffentlichkeit, in der Sowjetunion, und außerhalb derselben, heftige Meinungskämpfe entstanden. Entschiedene Gegner des Siedlungspro_ ekts sind in «le i Reihen der Kommunisten selbst vorhanden: Sie weisen auf die unüberwindlichen Schw ierigkeiten der Kolonisierung dieses Men- Geldmitteln. Leim Beginn der Kolo- Gebietes Irin und warnen vor Vergeudung von schenkräften und nisationsarheit sind auch schwere Fehler gemacht wornachher gu.tgei nacht wurden, und ob nitzieht sich bei der in die Erörterun Juden sich dort Oh eine Massensi «len. Wieweit si« heute rationell .gearbeitet wird, großen Entfernung Bir.o-Bidschaiis «ler Kenntnis. Auf Berichte amlerer kann gian sich Falle schwer verlassen. Es sind dieser Frage in diesem’besonderen uiviel Parteigegensätze liiieiiigrzogen worden. in Oh die von außeilialb in Biro-Ri Ischan anzusiedelnden einleben werde i, bleibt abzuwarten, idlung entstehen wird, wir«l ebenfalls die Zukunft lehren. Daß die Aiheit in Biro-Bidschan mit großem Straps .zen und Entbel irungen verbunden ist, j scheint festzusteli;n. Die Sowjel regierung plante ursprünglich, 5000 jüdische Familien jährlich arizusie-/ dein; sie setzte die Zahl später mf 2000 Rerab. Wie viel Menschen bis heute angesie delt wurden und tatj sächlich verblieben sind, entzieht sich der Beurteilung Einwandfreie Ber.chte liegen nicht vor. Erwähnt sei roch, daß hei «ler Besieillung vofc Biro-Bidschan sei1 ens «ler Sowiet i auch politische und strategische Erwä|gingen mitspiel;n. | 13

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