Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 4 - Mai (5.1932)
- Date
- 1932-05-01
- Page
- Seite 52 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Auswärtige Distrikte | - ..France“. F.inc Igfijge unsere!! Ortlens in Frankreich. In Paris wurde am 27. 3. 1932 durch den Grc ßpräsiden-- terr des englischen Distriktes. Br. Gordon Livermai . die erste I!nc Briss-Loge auf französischem Boden installiert Es würden 65 neue Kandidaten eingeführt, von denen eil ige bisher der Großloge deslll. Distriktes angehörten. Präiidentder neuen Loge ist Blr. S. Abravanel. Die neuen Biüder sind meist Sephardim. Die Verhandlungen wurden ir französischer Sprache geführt, nachdem Br. Großpräsident Liverman seine Einführungsrede, die sich auf den verbindend« n Ordensgedanken. insbesondere auf dem Friedensgedan ten. aufhaute. englisch gesprochen hatte. Die Form der “Vier war mit einem stark jüdisch-religiösen Einschlag durchsetzt. Außer «lern Großpräsidenten des 15. Distriktes waren Brüder der Balkanländer, des Orients und der Tschechoslowakei vertreten. Nach dein offiziellen Teil wurden die Si hwestern. zugezogen. mit denen gemeinsam ein geselliges Beisammensein staitfand. I erband jüdischer lluinnnitulsicfcine B'nai R'rith in der Republik Polen. ■ In Katowice fanden am 11. Oktober 1931 die V I . Sitzung des Grneralkomitees und am 12. desselben Monats die IN. Generalversammlung der Repräsentanten des Yjerbandes statt, an denen Br. Expr. Georg Peiser von der Less ng-Loge. Breslau, als Delegierter und Gast des VIII. Distr kts teilnalnn. Din außerordentlich umfangreichen Tagesoi dnungen betrafen fast ausschließlich innere Fragen des pnlnischen Distrikts. Allgemeines Interesse dürfte die Absicht finden, gelegentlich der Herausgabe -einer Geschichte zur 50-Jahrfeier des N III. Distrikts eine Geschichte der polnisch -n Logen anxufiigeii. Ferner uurdc ein Antrag, Neiigriiiidui gen von Logen mit allem Nachdruck zu betreiben, einstimn ig angenommen. um gerade wegen der Schwere der Zeit di ■ niedergedrückten Meiwlien durch Verbreitung des I.ogengi dankens aiif/iirichten. Zeitschriften anderer Distrikte Monutsbliitter der Großloge für den Tschechoslowakisthen Staat \. -Friedrich Thieherger betrachtet im Hinblick auf ein soeben erschienenes Buch des Heidelberger Philosophen Karl Jaspers Goethe in der geistigen Situatio l dieser Zeit und schildert danach die Menschen, die mit der Ergebnis. eii von Naturwissenschaft und Technik bis zu ihier Vollendung int. Sinne des Abgeschlossenen innerhalb ihrer Weltatt'chauung sich zufrieden gehen und diejenigen, die das noch Erforschbare in der. Richtung des Unef-fors thbaren .neben und ihre Persönlichkeit im Goetheschen steigern sich bemühen. Jüdisches Schicksal und Selb.tln-siiinung führten wohl am ehesten zu der Gruppe von Menschen und damit zu Goethe. Das Heft enthält weiterhin eine eingehende Da der Leistung der I.o'gen und Schwesternvereinigun;en des 10. Distriktes. nne zu . üdische zweiten r Stellung. Heft 4. April 1932. Jahr ft. XXXII. B nai B'rith Mitteilungen für Österreich. Das Aprilheft Nr. 4 enthält eine Würdigung des Bialik aus der Feder von Br. S. Krauß, ferner d Setzung der Entstehungsgeschichte ■ und Chronik einigung ..Wien“ von Br. ."Wilhelm Knöpfmacher, einigung ..Ehrmann".. Linz, konnte am 19. März 1 ) Dichters e Fortr Verie Ver- 32 auf de einen zehnjährigen Bestand zuriickblicken. Anläßlich seines 70. Geburtstages wird. Br. Expräsident Rabbiner Dr. Israel Taglicht grw'ürdigt. * % Monatsblülter der T ranssylvanischen Arbeitsgemeinschaft I.O.B.B. IX. Von den obengenannten Monatshiättern sind bisher zwei Nummern erschienen — April 1 und 2. —• Sie enthalten innerhalb der in rumänischer Sprache veröffentlichten Aufsätze drei in deutscher Sprache, die wesentliche Grundfragen des Ordens berühren: in Nummer 1 von Br. Präsident Ing. Tibor v. Adler .,Unser Weg“, in Nummer 2 von demselben Autor: ,.Hat der Orden, haben die Logen noch Daseinsberechtigung?“ — von Br. Dr. Victor Jordan: ..Rückblick, Umschau und Ausblick.“ — An dieser Stelle sei — ohne Polemik im einzelnen — eine prinzipielle Feststellung ausgesprochen: Orden kann sich nicht stützen auf völkische oder religiöse Einheit. .Er muß sich stützen auf Einheit in der Vielheit oder aus der V' i e I h e i t , d. h. aus all den Strömen, die aus gutem Willen in Treue zur jüdischen Gemeinsamkeit drängen. Das sind sehr viele — und sie sind alle berechtigt, sofern sie nur aus irgendeiner Ecke des jüdischen Herzens kommen. Niemals sind im Orden ()>e Ostjuden zurückgestoßen worden. In den letzten Jahrzehnten ist im Orden die Neigung geringer geworden, prinzipielle Streitfragen durch Sehlagworte zu erfassen. Es lag das daran, daß auf allen Seiten eine vertiefte Auffassung jüdischen Seins und jüdischen Wesens sich ausgebildet hat, ein Bewußtsein jüdischen Wertes, das aus innerer Erkenntnis — fast in direktem Verhältnis zu den wachsenden Anfeindungen — sich eingestellt hat. Eine jüdische Wiedergeburt ist aus den Zeiten der Leiden und Anfeindungen eiiigetreten,an der alle jüdischen Parteien und Gruppen ihren berechtigten Anteil beanspruchen dürfen. Die jüdische Komponente des Ordens hat auf dem Wege zu den Menschheitszielen den ihr gebührenden Platz erhalten. Ein Orden darf sich nicht mit Religion oder Politik identifizieren, ohne seinen Grundcharakter aufzugehen. Er würde Partei — und wenn auch nur in dem weitesten Sinne des Wortes — und müßte auf seine menschheitliche Bedeutung verzichten. Orden hejßt Menschheitsannäherung über Religion und Politik hinweg. Wrenn man den Orden so sieht, braucht man seine bisherigen und auch seine künftigen Leistungen nicht gering einzuschätzen. Hamenora. 10. Jahrgang, Januar-Februar-März 1932. Nr. 1-2-3. XI. In dem umfangreichen Heft, das die Monate Januar, Februar, März umfaßt, bringt Gilherto Primi eine eingehende Darstellung der Lebensaufgabe, die sich Gazi Moustapha Kemal Pacha gesetzt hat. Abraham Galante steuert Dokumente bei zur Gesehichte der Einrichtung des Groß-Rahhinats. Israel Auerbach schreibt über die Grundlagen des jüdischen Lehens in Deutschland, soweit sie durch Gesetze und Repräsentation gegeben sind. Außer Logenmitteilungen erfahren wir, daß in diesem Jahr' der sogenannte Jane-Elkus-Preis an Madame Fort. A. Menahem verliehen worden ist. Frau Menahem hat auf dem Gebiete der jüdischen Waisentätigkeit in den letzten Jahren eine außerordentliche Tätigkeit entfaltet, die von allen in Frage kommenden Stellen gewürdigt wurde. Der Jane-Elkus- Preis wird zur Erinnerung an die früh verstorbene Tochter des Br. Elkus, früheren Botschafters der Vereinigten Staaten, jährlich an eine Frau oder ein Mädchen verteilt, die sich auf jüdisch-humanitärem Gebiete durch Umsicht und Menschenliebe ausgezeichnet hat. Vielfache Mitteilungen über jüdische Persönlichkeiten und Dinge ergänzen das Heft. 52 I