Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1931-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeitschriften anderer Distrikte The B’nai B’rith Journal. Die beiden ersten Nummern der neug gründeten englischen Ordenszeitschrift sind nunmcl r erschienen. Die Herausgeber, die Brüder Gilbe "t und Samuels, äußern sich über ihre Zwecke und Ziele. Br. Groß Präsident Dr. Daiches berichtet über die Tätigkeit der Großloge. Betrachtungen über die hohen jüdischen Feiertage/ über die allgemeine Lage der Judenheit werden angestellt, auch ein Aufsatz über die Lage der Juden in Deutschland ist zun Abdruck gelangt, ferner eine Anregung über die Abhaltung eines allgemeinen jüdischen Kongresses gegeben. Die englischen Logen und Frauenvereinigungen berichten über ihre Tätigkeitsgebiete und ihre zukünftigen Absichten. die wir in der Juni->'ummer uns« res Großlogenorgans bei der Ankündigung der ne len englischen Unternehmung in den Hauptpunkten bereits be rührt haben. Wir sprechen unsere herzliche! Wünsche für das Gedeihen des neuen "Unternehmens aus. 1 * . Bücherschau. Konzert des Vokal-Instrumental-Quartetts. (Das jüdische Lied.) Das Konzert des »Vokal-Instrumental-Quartetts« war in doppelter Hinsicht interessant: 1 Zunächst wegen der Eigenart der Besetzung (eine Singstimme und 3 Streichinstrumente) und zweitens durch die Wahl der Vortragsfolge, die einen Ausschnitt aus dem jüdischen Liedergut gab. Ausführende waren: Maria Kapp-Janowskaja . (Sopran), Herrn. Körner (Violine), Heinz Wigand (Viola), Herrn. Weif (Cello). Besonders angenehm fiel die starke Einfühlungsgabe der Sopranistin und das sichere und gut aufeinander ubgestimmte Zusammenspiel der Herren voin Streichtrio auf. Neben den Liedbearbeitungen gefiel vor allem Jacobis »A Dudele«, Anton Kraffts i.\ Ingele« und Nadelä »A Chasndl af Scbabhes«. Ein ziemlich i zahlreiches Publikum spendete lebhaften Beifall und erzwang drei Zugaben. 'I,. A. i Der Große Brockhaus. , Ji. Fünfzehnte, noubearbeitetc Auflage. F. A. Brockliaus. Leipzig l‘»51. Preis pro. Band: G inzleinenausgabe RM." Jt>.—r HalbU'derairsgabc um Tropenausgabe BM. 3J. Die Jd«‘e. das «resamte ' menschliche Vissen, Artikeln zusaminengefaßr, alphabetisch geonlnet, in als Nachschlagewerk in Biichform vorzulegen, ist uralt, “ie geht von der Antike (Aristoteles, Plii ius) über das Mittelalter Thomas \on Aquino. die jüdischen Fii/\klopädistcn der babylonischen Talm idkonkor- «lanz und die Chinesen bis anf unsere Zeil Nach dem Weltkriege, deT eine eanz ne le Epodlie vorbereitete, begann man, alle großen eutopäiselien Enzyklopädien * neu zu bearbeiten. Für Deutschspn'chend«: i«t «las große Handbuch des Wissens in z w a'jt z i g_ Bänden, das der altangesehen«' Leipziger Verlag F. A. Brock laus herausgibf. und von dem schon neun Bände < rschienen sind, das w ichtigste und umfassendste We: k. Hohe torziige sind ihm nachziiriihmen. In einer Zeit «juäh'iidster deutscher Zerrissenheit und Parteilichkeit bemüht sich das große Nachschlage iverk mit Erfolg, objektiv, .sächlich und vorurteilsfre zu sein. Es spricht nieniamlom zuliebe und niemandem zuleide. urteilt nicht, sondern teilt mit, richtet nicht, somlcrn berichtet. L’eberall ist' der Geist der Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit und Wahrhaft gkeit erstrebt. Strittige Ansichten sind nicht nach einer Richtung hin entschieden, sondern unbefa ngen ge-" bucht. Ganz besonders interessant ist es. mit jütlischen Augen die vielen fesselnden Beiträge durchzuseh'en. Schon oberflächliche Betrachtung eistigkeit It. Eine Ursprungs sind in «lern Xasehlagewerk gewüidigt, und zeigt, welch eine wichtige Rolle jüdische in «1er gesamtenmenschlichen Kultur spie Fülle berühmter Persönlichkeiten jüdisahen in vielen Disziplinen ethischen, juristischen selten u. a. ist d«‘r Einfluß des Judentums beschrieben. hygieniseine \er<licnste im Rahmen «los Ganzen erwähnt. I"eberall ist tler Verlag darauf bedacht, difc einzelnen Angaben bis in die jüngste Gegenwart ztj ergänzen. Es wünle zu weit führen, die unübersehbar vielen Hinweise auf jiülische Dinge trtid Menschen aufzufiihret) und vielleicht auf einzelne Unvollständigkeiten und kleine Mängel hinzuweisen. Das günstige Gesamturteil über den großen Brockhaus wird durch Beanstandungen in Einzelheiten nicht' geändert. Absolute Vollständigkeit und . Richtigkeit sind schließlich nicht zu verwirklichende I«l«‘ale. Von einigen Stichproben sei z. B. berichtet, in dem gutorientierenden Heine-Artikel sind am Schluß die unentbehrlichen und noch nicltj .überholten Karpeles’- schen Forschungen nicht erwähnt, der. historische Artikel »Juden« nennt nicht das unentbehrliche Buch von. Stoblte "u. s. w. Schließlich sind -auch einige wichtige jüdische Gelehrte und Schriftsteller festzustellen, die fehlen. Andererseits überrascht jedoch auch wieder «lie außerordentliche Vielseitigkeit. Jedenfalls ist nirgends eine Entstellung <»<ler parteipolitische Voreingenommenheit zu finden. Hoffentlich wir«! das außerordentliche buclihändlerische L’nternehmen, das in diesejü Umfange wohl in jedem Menschenalter nur einmal gewagt werden darf, auch trotz der schwierigen Zeitverhältnissc in nicht zu langer Zeit zu einem günstigen Ende geführt. Der Dank der »deutschen Bildungbefljssenen ist dem rührigen Verlage für seine Leistungen sicher. ■ ( F. R. ***’.! Vom »Großen Brockhaus«. | Wie wir erfahren, wird der 10. Band des größten volkstümlichen deutschen Nachschlagewerks trotz der schweren Zeit planmäßig Mitte November; erscheinen. Damit liegt die Hälfte des Werks vor, wahrend sich die. weiteren Bände in Abständen von etwa 4 Monaten anschließen sollen. - ■* / 164 — I