Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 10 - November
- Date
- 1931-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Berichte und Schicksale. Die Lage im österreichischen Distrikt ist schwerer als im deutschen Distrikt. Für Bruderhilfe sind 100000.— Schilling ausgegeben worden. Bei aller ' Not ist es doch gelungen, die jüdischen Institutionen aufrechtzuerhalten. Die ungeheure Not, die Po Len bedroht, kommt in den Zahlen zum Ausdruck, die das Studenten» hilfswerk betreffen. 8000 politische Studenten müssen sich außerhalb ihrer Heimat aufhalten (numerus clausus). 4000 hiervon befinden sich in Frankreich, 2000 in Deutschland. Es handelt sich um ein ungeheures Problem, von dem Führerschaft und geistige Zukunft abhängt. Die von Br. Gronemann entworfenen Fragebogen, die die sachlichen Grundlagen klären sollen, werden in Umlauf gesetzt werdet». In Holland ist eine Wintärhilfc seitens der Logen nicht erforderlich. ' Der Zedakah-Fonds, den die Logen haben; wird für kaufmännische Zwecke verwendet. Hier wie in der Schweiz beginnen sich die Verhältnisse zu verschärfen. IiPtter Schweiz ist die Zahl der Juden um etwa 2>0Ö zurückgegangen. (Von 21 000 auf 18 470.) Diese Abnahme ist bedingt durch Geburtenrückgang, Auswanderung, Rückgang d6r Industrie. Versuche, die Hitler-Bewegung nach der Schweiz zu übertragen, konnten bis jetzt abgeschlagen werden. Die Vertreter des tschechosl» wakischcu Distriktes. der holländischen und Schv eine Zentralstelle für Ausln eizer Logen regen ndshilfe einzurichten. Die »Reisevertreter« oder »Rjciscmarschülje«, die an. werben, bedingen ihre Reisekosten der Aufwendungen tf schriftliche Gcfür ausländische Organisationen insofern eine Erschwerung, als einen nicht unerheblichen Teil verschlingen. Es muß eine Begrenzung a» suche erreicht werden, wenn eine gerechte Verteilung ermöglicht werden soll. Line Art von Zentralwohlfahrtsstclle im kleinen isd erforderlich. Einen dramatischen Höhepur kt bildete der Bc- .rieht des Vertreters des Orient'Distriktes, der die durch den Krieg bedingten schweren Schicksalsauswirkungen schilderte. - r Der "Wunsch, die Einheit des Distriktes zur Rettung der latinischen Kultur i i irgendeiner Form zu erhalten, war bei den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft allgemein. Br. Großpräsident Baeck wurde nahegelegt, als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft die in der Tagung gemachten Vorschläge in der' Dezember-Tagung der Großloge in Konstantinopel persönlich zu vertreten und so zur Lösung jler Schwierigkeiten beizutragen. Aussichten für Logengründnngen. Aussichten für Logengründi) den. In der {allernächsten Zeit Kosicc (Kaschau) in der Tsch net werden. In Holland wird ve. eine Loge eingerichtet werden, ten bestehen für Algier das östliche Polen Aussicht, auf ngen sind vorhanwird eine Loge in;choslowakei eröffimutlich in Arnheim Weitere Möglichkciünis), ferner für Gründung jiddischer Logen. Paris, wo die Aussicht der Vbllendung nahe schien, ist wieder in die Ferne gerückt, da eine Einigung zwischen Sephardim und' Äschkenasim bisher noch nicht erreicht ist. Weitere Möglichkeiten bestehen für Kowno, Riga, evtl. Norwegen. i Einzelfragen: Namenskürzung: ./•} | "Der Wunsch, von einer Namenskürzüng für die nicht amerikanischen Distrikte nbzuseheh, wird in der Januar-Tagung des Exekutivkomitees nach den bisher zugegangenen Mitteilungen mit großer Wahrscheinlichkeit erfüllt werden. I ■ ’ -i " Einheitliches und vereinfachtes Ritual. Br. Großprüsident Schnabl (Distrikt "XII) macht Erschlüge im Sinne einer größeren Einfachheit und Schlichtheit des Rituals, die als Grundlage Anerkennung finden. Einhelligkeit besteht auch darüber, 1 daß eine von der Arbeitsgemeinschaft beschlossene Ritualünderung bindende Verpflichtung fiir die europäischen Distrtktc enthalten müßte. , .! Die Ritualfrage soll als erster Punkt der mich- i .sten Zusammenkunft behandelt werden. i ^utastrophenfonds. Die Mittel der Katasirophenfonds sollen zur. , Verfügung der einzelnen Distrikte" verbleiben: die Höhe der einzelnen Fonds beträgt; 'Für Deutschland ca. RM 4(XM).|—. Line teilweise Ergänzung wird der beabsichtigte Jubiläumsfonds bilden.' Für die Tschechoslowakei Kc. 200 000.—, für' Polen $ 2000.—, für die Schweiz s. Frs. 70Ö0.—. . . ■■■■■■> Das Problem der Staatenlosen. . Eine der trübsten Schicksalsfragen, das Probien» der Staatenlosen, wird nach Beschaffung des nötigen Materials in einer der nächsten Sitzungen behandelt werden. Einheit der Distrikte. In höchst dankenswerter Weis'ft bemüht sich Br. Ordenssekretär Rubinow, die Einheitd6'r Distrikt»* zu stärken. Dieser Gedanke wird sich hoffentlich verwirklichen lasson, wenngleich es zur Zeit nicht möglich ist, regelmäßig Beiträge an das Exekutivkomitee abzuführen. Als Wunsch wurde zum Ausdruck gebracht, für den Full der Unmöglichkeit, europäische Vertreter in das Exekutivkomitee zu entsenden, die zu benennenden amerikanischen Vertreter auf Grund enger brüderlicher Fühlungnahme im Sinne der europäischen Distrikte zu ihstruicr.cti. . ■ * * Bei allen Fragen kam der einheitliche Wille, zum Ausdruck, das schwere Schicksal der Gegen-. wart gemeinsam zu meistern, um in dem. alle erfüllenden Ordensgedanken die." Gegenwart zu überwinden. -f 153 -