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Der Orden Bne Briss · 1931-11-01 · Nr. 10 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 10 - November
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, November 1931. (Kam Buch gehört rier Bibliothek JQi C§rninit Bsfl!9, Nummer 10 ABtoßtoQ» fixt (Eingetragener Berein. Eigener Unlag her SioBlege. 9man: 8062,8JitHHiaBe 12. ©rUMou: &mt8 5 8atbnto|)a 4619 8o|tftlj£MiJnlo: Batfibruift rämtltctyer Xrtthel aus btefen Mitteilungen Verboten. ffrltn 16338 ■ i Inhalt: Timendorfers Persönlichkeit. — 155 jUeneralkömitee-Sitzung in Berlin vom 11. 10. 1931. — Arheitpgeme europäischen Distrikte am 25. 10. 1931. — Adolphe Stern-Bukarest..— Georg Türk. — LeSs’er Ury. — B Stefan Zweig. — Georg Hermann. James Simon. Aus dem Büro des Sonderausschusses für die geist Aus der Arbeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden im Jahre 1931. — Dem Andenken Kaiser Friedrichs — Briefe an den U. O. B B. Kurze Übersicht. — Zeitschriften anderer Distrikte. .— Bücherschau. iinschaff der ^deutende Tote, gen Interessen. Aus Amerika., Mitteilungen. Timendorfers Persönlichkeit. Von Leo B a e c k. 1! " In Br. Timendorfer war vor j allem eine Eigenschaft lebendig, die der Generation eigentümlich war, welcher er zugehörtej Die Menschen dieser Zeit waren dessen froh) was sie erreicht hatten; sic sahen Hoffnungen1 ihrer \ äter, Erwartungen ihrer eigenen Jugend erfüllt oder, wie sie meinten, der Erfüllung nah£, sie trugen in sich die Gewißheit, über uralte| Hemmnisse hinweg vorwärts geschritten zu sein. In ihnen wohnte darum eine Freude an sieh selbst; sie. waren über ihr Leben befriedigt utfd ihres Daseins sicher. Ende der achtziger Jahre war in England das geleseiiste Buch Sir John Lubbock's »Pleasures of, Life«. In diesem Buche von den »Freuden des Lebens« steht ein Satz, der für jene Tage kennzeichnend ist: »Mich dünkt, wir würdigen nicht genug unser Glück) dem neunzehnten-Jahrhundert aJizugehörenvj So haben, zumal im Bürgertum, die Menscheij damals gedacht und empfunden; es war ihnen ein wesentlicher Teil ihres Lebensinhaltes und ihres Lebensglückes, daß sie Kinder ihres Zeitalters waren. Wie weit entschwunden ist dieses Frohgefühl für uns, die wir im Entgegengesetzten der Stimmung sind, die wir so oft unter dem seelischen Eindrücke stehen, daß unsere Tage abwärts gingen. Es gehört zu Br. Timendorfers Eigenster Art, daß dieser Zug der Zeit, von der se{ne entscheidenden Jahrzehnte erfaßt waren, eine bestimmende Linie seiner Persönlichkeit geworden und im Grunde bis zuletzt in. ilun gcplieben ist. -Er hatte die Freude an sich selbst, (las Behagen an seinem Platze Und seiner Geltung,, die Befriedigung über das, wus die Tage, uiid er in ihnen, erreicht hutten. In seinen besten Stunden sprach es so aus ihm, aus seinen Worten jund aus seinem ganzen 'Wesen; es leuchtete, so aufs seinem Blicke, aus dem ganz besonderen. Glaijze, den dieser haben konnte. Juhrzehnte hindulrch war er wohl der Gekannteste unter den Judcjn Deutschlands, und er bewegte sich gern unteif den Menschen, er hatte die Freude daran, gekannt zu sein und gesehen zu werden und neue Umkreise seines ldh zu den alten zu fügen. Nejben dem großen Glücke, das-ihm sein Haus, die Welt der Seinen, gab, war dies das andere Glück seines Lebens, ein, fast möchte man sagen, zwingendes Glück, das noch in der Erinnerung ihn immer festhielt. Aber mit dieser Freude ari sich selbst, das ist das Besondere an Br, Tiiiiendorfefe, — und schon darum ist er nie zu einem Selbstsüchtigen oder einem bloß Genießenden geworden — verband sich die offene, ungekünstelte Freude un andern, au allen, die hier oder dort ihm nahekamen, und er besaß zudem die guiiz eigentümliche Gabe der Liebenswürdigkeit, es alle auch empfinden zu lassen, daß er diese Freude an ihnen hatte. Er schien keinem fernzusteheii. jeder konnte meinen, daß er ihn kannte, ihn sah, ja daß er ihm etwas gäbe. Und es war kein 149 —

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