Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 8 - September
- Date
- 1931-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nicht das Kleine und Kleinliche, das Yoriib;rruuschende und Vergehende, sondern das Ew ge und das Große ist für uns bestimmend. Ein altjüdisches Wort lautet: Lieber Gilt, ,;ade uns nicht so Yiel auf, — wie wir tragen können! Die Anforderungen, die die jetzige hatastrophenzeit an unsere 'Seelenkräfte ünd Widerstandsfähigkeit stellt, sind außerordentlich. Mit allen anderen deutschen Volksgerossen haben auch wir Juden unendlich Schweres. Ernestine Eschelbarher. Geb. 8. Juli 1838, gest. 5. Juli 1931. Am 5. Juli 1931 ist die verehrte und von allen n-liebte Ehrenvorsitzende des Schwesternverbandes Irr U. O. B. B.-I.ogen, Frau Ernestine Esche 1hachcr verschieden, Ihr Leben war ein Segen fiir alle, die mit ihr in Berührung kamen. . Die Wehmut über ihren Hingang durf zuriiekireten hinter der Freude, daß dieses erfüllte Leben nicht nur ein vorübergehender Besitz unseres ganzen (»nlenskreises ist. Wenn es für die Nachdenklichen im Leben eine wahrhafte Freude gibt, die nicht leicht übertroffen rden kunn, so ist es die: daß es Menschen gibt, iir in ihrem Denken, Empfinden einig sind zugleich mit ihrem Handeln. Es gibt solcher Gestalten, die L'lrichzeitig im öffentlichen Blickfeld stehen, nicht ir zu viele. Ernestine Eschelbachcr gehörte Du den wenigen. ln ihr lebte im Rahmen einer aufrichtigen Frömmigkeit der vollendete •' i 11 e zur Hilfeleistung. Sic führte ihn aus. -ic sammelte Menschen um sich und gewann sie durch die Hcr/.lichkcit ihrer Rede, durch die Anmut ihres Wesens. Ein jeder glaubte Anteil an ihrer iebe /u haben, und e'r hatte ihn auch in gewissem •iiinc. Sie war immer da: tiiit ihrer Person, mit hrer Hilfe, mit ihrem Wort, mit ihrer r e u n d 1 i e h k c i t. Sic war immer da - und sie . ml noch weiter da sein, soweit Menschen der Ernnerung sich Irenen werden, daß es Menschen gibt, ic in einem bedeutenden Sinne, in einem gütig“ii .'iiinc im. Denken und Handeln eins sind. Wir bedauern es, daß wir infolge drir Enge des Ihm nies''der vortrefflichen Frau z. Z. keine ausgedehntere Würdigung widmen können. Den Nachdenklichen zur Lektüre empfohlen: -Redejdes Sohnes am Grabe der Verstorbenen: (Br.)' Rabbiner Dr. Max E s C h e.l b a c h e r, Düsseldorf, -tbgedruckt Gemeindeblatt 193t — August-Nummer. Wir behalten uns nach Maßgabe des Raumes . ine besondere Würdigung vor. David Lichtenstein .15. 1. 1857 — 9. 8. 1931. Am 9. 8. 1931 ist Bruder Exprüsident. D a v i d l.ichtenstein, Deutsche Reichs-Loge, im Alter von 74 Jahren dahingeschieden. Er. lebte in den Gedanken, die von dem Orden ausstrahlten, und betätigte sich in ihnen mit all* der Tiefe seiner Herzlichkeit und der Freundlichkeit seines Wesens. Den Besten des.Ordens fühlte er sich seelisch verbunden. Fast 50 Jahre gehörte er dem Orden an. Die Erinnerung an diesen ausgezeichneten, lieben Bruder wird in unseren Kreisen nicht verlöschen. Schicksalhaftes zu durchleben- Es inul! getragen und ertragen werden in .dej Zuversicht, daß ein Wirtschufts- und Kuhurfaktbr von der ausschlaggebenden Weltbedeutung Deutschlands die Erschütterung überwinden und Deutschland sein Gleichgewicht bald wieder erreichen wird., Die Geschichte der Menschheit erweist immer wieder aufs neue, daß die Spirale der Entwicklung sich nur senkt, um desto kräftiger emporznschnellen. ’ ' . Geh. Obcrregicrungsrat Dr. David H. Mayer, Curl Friedrich-Loge, Karlsruhe. In einer warmherzigen Gedächtnisrede würdigt Br. Dr.. Leopold Friedberg die großen Verdienste, die sieh Br. Dr. David H. .Mayer uih das jüdische Leben Badens erworben hat. In jungen Jahren kam Br. Mayer nls Beamter (noch im Großherzogtum) in das Verwaltungsgebiet seiner badjschoft Heimat und brachte es zu bedeutender Stellung und hohen Auszeichnungen. Er fühlte sich in gleichem Maße als Deutscher wie als Jude. Im tiefsten Sinne-war er herzcnsreligiös. Er'schuf die Organisation der I.uiidessynagoge. Die Verfassung des badischen Judentums in allen gesetzgeberischen, sozialen und steuerlichen Aufbaubestimmungen ist seinem schöpferischen Geist zu danken. Ein Mann der Zedokoh, ein ausgezeichneter Familienmensch, ein vortrefflicher Lo-’ genbruder, ein Ausgleichehdcr, der auch im Keren- Hajessod für den humanitären- Palästina-Gedanken eintrnt, ist mit ihm dah in gegangen. I)r. Arthur Sakheini Kurz vor Schluß der Redaktion erreicht, uns die erschütternde- Mitteilung, daß unser lieber Br. Dr. Arthur Sakheini. Frankfurt a.Main. der bekannte Dramaturg und Regisseur, in Berlin plötzlich verschieden ist. * Kurze Mitteilungen. . Wanderausstellung. Innerhall) des zweiten Zvklus dbrchlief die Wanderausstellung der Größloge in der Zeit vom 8. Januar bis 25. März. 193t. die Städte Gottingen, Stettin, Frankfurt a. O., Dresden, Plauen.- Alis unseren Logen (Leopold Zunz-, Allemanfa-, Hardenberg-, Fraternitas- und Eugen r uchs-Loge) erhielten wir günstige Nachrichten über den befriedigenden Verlauf, die Anerkennung, die die ausgestellten Werke gefunden hohen. \ erkiiufe; erfolgten: sic waren selbstverständlich durch die Wirtsphafts-, not eingeschränkt. i . Kunstinteressen! * * ' Aus dem Kunstnusschuß der Großloge wird den Logen die Mahnung nahcgelegt, bei aller Schwere der -Zeit die Pflege künstlerischer Interessen nicht ganz uus dem Auge zu lassen. Man spllte äus Grumten der Sparsamkeit die Beschäftigung mit Dingen 1% Kunst nicht gewissermaßen als selbstverständlich ausschalten. Fön Moratorium für -Kunst und Künstler ist bedenklich. Br. Dicnemnnn-Offenbach hat in der Juni-Nummer der »Logenschwester« vom Standpunkt der jüdischen Tradition daFauf hingewiesen. 119