Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli
- Date
- 1931-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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jüdische Kräfte ausgelöst, die Liebe zum Judentum vertieft, ein Gemeinschaftsbewußtsein geweckt und vielfach auch solche bei der Fahne gehalten, dietsonst vom Judentum abgesplittert Die Logen haben den Bodje dem sich alle religiösen und tungen des Judentums — unLe ziellen Parteieinstellung — eini waren. Absonderung oder Vertiefung? Eine Erwiderung an Bruder Israel Auerbach*'. Von Br. Expr. Heinrich Stern, Berlin. Die Ausführungen von Br. Auerbach können nicht unwidersprochen bleiben, nicht deshalb, -weil 'er über jüdische Dinge im allgemeinen anders denkt als ich — wir sind ja nicht in den •Orden eingetreten, um unsere Weltanschauung nufzujreben oder zu vermischen —, sondern weil diese seine Auffassung auch seine Stellung zum Orden und seine Anschauung über die Ordens- ~ aufgaben wesentlich beeinflußt. Zum mindesten bilden seine Ausführungen Anlaß zu schweren Mißverständnissen, und diese Mißverständnisse müssen hier klargestellt werden. Wenn Br. Auerbach sägen will, daß die . Rrüder unseres Ordens sich zusammengefunden haben, um eine besondere Aufgabe zu erfüllen, - «ägt er den Wissenden nichts Neues, wenig- •uens denen nichts Neues, die sich bei1 dem Eintritt in den Orden doch einige Gedanken gemacht haben. Es ist vollkommen richtig, daß das letzte Ideal des Ordens die Menschheitsidee, das heißt die Idee von der Vereinheitlichung und \ ersittlichung der Menschheit auch von anderen Ordensbünden angestrebt wird, zu denen der Zutritt Juden ohne weiteres offensteht. Es mag sein, daß dies auch' schon bei- Gründung des Ordens der Fall war, wenn ich auch nicht bezweifle, daß bei der Gründung des Ordens in Deutschland, damals vielleicht unbewußt, eine Reaktion auf den Antisemitismus der Stöcker-Zeit mitwirkte. Diese Reaktion lag aber mir und vielen andern Brüdern völlig , fern, ali ich vor etwa 15 Jahren in den Orden trat. Wir müssen auch bei unserer Befrachtung alle diejenigen ausschalten, die den Wunsch haben, in Freundeskreisen Anschluß zu finden, ein durchaus nicht verwerfliches Motiv, und auch diejenigen, die zu uns kommen, weil es nun einmal, besonders in mittleren und kleineren Städten, zum guten , Ton gehört, daß der Jude besserer Schichten der Loge beitritt. Wir wollen hier nur von dem- * Vergleiche hierzu: Ordenstag von Br. Israel Auerbach, April-Nummer 1951. ,! jenigen sprechen, für den . dt r Eintritt in den Orden ein wirkliches Erlebris, einen Lebensabschnitt, beideutet — Mensel en, die sich über * - die Aufgaben des Ordens klar zu Werden ver suchen. Ich glaube nicht, da 1 sieh gerade die besten und jüdisch stärkst empfindenden Brüder mit dem Gefühl in den Orden begeben haben, einer jüdischen Pflicht zu gsniigen, wenn sie sich absondern. Aufgabe des Ordens schien mir immer und scheint mir gerejde als je zu sein, das Menschhji humanitären Orden gleich ist, durch und über düs Judentun das Judentum diejenige Lehre desten dem Abendlande den B n geschaffen, auf politischen Riclischailet der spegen konnten.* heute stärker itsjdeal,. das -allen auf dem Wege zu erreichen". Da ist.- die zum min- >griff der Menschheit erst geschenkt hat, da ilns Judentum seine Aufgabe darin sieht, alle Vi> einer geeinten und geläuterten Menschheitsgemeinschaft zusammenzufassen jetzt erst wieder am letzten P« ren Synagogen gehört). So ist meinschaft dierer, die bewußt Weg gehen, wie keine -andere geeignet^ das Menschheitsideal zu erkämpfen und zu erringen. ker der Erde zu (wir haben es ja ssachtage in nnsenatiirlich die Gediesen jüdischen Wenn wir also uns als Juden z sammengeschlossen haben, so tan, weil wir »Israeliten vereinen wollen zur Förderung hoher Güter der'Menschheit«, um aus denen, die zum größten Teil nicht bewußt oder nicht vol Orden treten, eine jüdische zielen, die als Gemeinschaft Judentums zusfrebt. Gewiß sondern wir uns Atets von einem Orden zu- .laben wir das geihres Judentums bewußt in den Cernscliar zu erlern Endziel des wenn wir speziell jijdische '.Aufgaben erfüllen. be’tep oder wenn Das tun wir ja auch, wenn wii wir unsere Kinder in den Lehren des Judentums unterweisen. -Das ist aber nieht das,' was' Br Auerbach unter Absonderung kann. Man kann sieh absonder i, um sich zu vertiefen, und man kann sich abstndCrn um fernzubleiben. Der Orden kann nach meiner Aosipht nur einer ,»Sondercaufgabe der, die ich oben angedeutet h sondere Aufgabe zu erfüllen, die uns Juden nicht ande rn. dienen, nämlich be. Um diese be- 91