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Der Orden Bne Briss · 1931-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 4 - April
Date
1931-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, April 1931. Nummer 4. jBtcßtcg# fixe ^«tttfcb(aia&I3ß2£4il&f& (Biitgetra&fenetr Bergt«. I «Uran Hering Her (Sroßlcge. furtan: 8J62, ilelffUrage 12. Celepljra: § 5 farüaroDii 46ty HoMfauttooto: ferim 16333 BadiPnidt rämiltdiex Briihcl au« Mcfen fBitfetlunpm Verboten. Inhalt: Ordenstag. — Kunst und Cjeberfmpfindlii’hkftil. — Zur Erinnerung an die Abstimmung In Obeisrhlesien. ■*- Diel Lage der (Odiscben Erholungsheime in Deutschland.! — Vf/evroßprfisident Max Jeselaohn 6u* Jahr alt. *-- ^Briefe an den. 0. B. B. — Zeitschriften anderer Distrikte. — Kufze Uebersicht. ,— Bacherschau. — Das Jüdisch-theologisch© Seminar zu Bfreslau. — Logen berichte. — Mitteilungen. Ordenstag Von Br. Expr. Israe^Auerbach - Berlin. Wenn wir ein Bund jüdischer Männer sind, d. h. von Menschen, die ihr Menschliches im jüdischen ausdrüdeen, nicht nur in Blut, Typus, Gebärde und Bekenntnis, sondern auch in der Arr, wie wir unsere Fragen an das Leben stellen und seinen Fragen an uns Antwort erteilen — wenn wir ein Bund also jüdischer Menschen sind: dann löst der Tag, der uns heute zusammenrief, auch eine Stimmung in uns, die wir als jüdische bezeichnen dürfen. Dann empfinden wir den Tag des Beginns unseres Ordensjahres nicht viel anders als den Tag des Beginns unseres Judenjahres, der sich nicht unter wüstem Lärm vollzieht und unter alkoholischen Gelagen, sondern in der Stille innerer Sammlung undder Erschütterung menschlichen Selbstgerichts. Hajaum haras aulom, ha'jaum jaamid hämischpot — der heutige Tag gebar die Welt, der heutige Tag hält über sie Gericht! Das ist die Melodie, die, uhhörbar, uns ergreift auch am Tag der Geburt unserer Ordenswelt, den wir zugleich als ihren Gerichtstag empfinden, jedes Jahr von neuem! Und so zieht denn unser Ordenssein an uns vorüber, seine Jahre und seine Taten, seine Ideen und ihre Erfüllungen, wie die Herde unter der Rute des Hirten, der sie zählt und mustert. An- Wir bringen die Ausführungen von Br. Auerbach, die von dem Gesichtspunkt seiner besonderen Einstellung ausgehen. Red. ' ugen und Richter, alles in Söhne des Bundes. Und geklagte, Ankläger, Zc einem wir seihst, wie das Verhör beginnt. Erste Frage, /Gruncjfrage, Furage unseres ganzen Seins: Bejahen wir dies Sein, unser Ordenssein? War es, ist es Freuen wir uns notwendig, also lebensberechtigt? seine: am heutigen Tage oder würden wir wünschen, daß es nicht wäre? Würden wir, wenn wir die Wahl hätten, dieses Ordensleben noch einmal so leben wollen? Würden wir, wenn heute der Ruf ar uns erginge, diesen Orden zu gründen — *würden wir ihm folgen? Würden wir ihn ebenso entsch ossen ünd freudig schaffen, wie unsere Väter vor einem halben, Jahrhundert hierzulande ihn geschafen haben? Lehnen Sie diese Frage Ihres richtenden Gewissens nicht /ab. Halten Sie sie nicht damit für erledigt, daß |unser O-den da ist, unsere Logen und Distrikte leben, un sere Arbeitssitzungen laufen und unsere Arbeitsgemeinschaften tagen. Auch damit nicht, daß wir h er und dort ja noch Logen gründen, an /Orte unc in Länder sogar unseren Orden verpflanzen, die bis nun ohne ihn zu leben wußtet. Die Antwort der Fakten ist keine erschöpfende Antwort. Fakten können aus dem Gesetze der Trägheit e ntstehen, aus Perpetüierung von nicht Lebensbeitech igtem, aus Gedankenlosigkeit, Geschäftigkeit, llnti :resse und Ehrgeiz. N|ein, die Frage greift tiefer: Ist der -Orden lebens- 57

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