Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1931-03-01 · Nr. 3 - März · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1931
Issue
Nr. 3 - März
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6727475-6029203-6074846--2591-4869178
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Heimgang hervorragender Brüder. Der Orden hat im Monat Februar d. J. durch .11 Heimgang mehrerer Brüder große und schwere Lrluste erlitten. Mit einigen kurzen Notizen seien sie hier in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt: Expr. Eugen Caspäry, geh. 22. 10. 1863, st 17. 2. 1931, gehörte der Montefiore-Loge in rlin seit Januar 1891 an. Er bekleidete mehrere I ogenämter, in den Jahren 1914 bis 1916 das i lasidentenamt. Bald nach seinem Eintritt in den 'Wen wandte er sich der Wohlfahrtspflege der iSerliner Logen Arbeitsnachweis, Toynbee-Halle, tvrienkolonie, Vereinslazarett der Berliner Logen, u a. m > und der entsprechenden Tätigkeit in der;.idischen Gemeinde zu. Auf diesen Gebieten mistete er Vorbildliches. Bei der Begründung der _^ntralwohlfahrtssfelle 1917 war er unter der Leitung des Br. Ehrengroßpräsidenten Timendorfer Vorsitzender des Verwaltungsrates und wurde inn erster Vorsitzender des Vorstandes dieser ’rganisation Im Jahre 1923 wurde er zum Leiter Hts Wohlfahrts- und Jugendamtes vder Jüdischen lemeinde, als dessen Begründer und Organisator - galt, berufen. Seine unermüdliche Arbeitskraft .nd seine uneingeschränkte Hingabe -ehrte der - .. meindeVorstand durch c|ie Zuerkennung einer jiabstätte in der Ehrenreihe unseres Friedhofes. Br. Joseph Horovitz, geb. 25. 7. 1874, ,st. 6. 2. 1931. Ein anerkannter Gelehrter von Weltruf auf cm Gebiete der semitischen Philologie. Vor dem triege Professor am mohammedanischen Kolleg in *»!igarh <Brit. Indien), wurde er im Jahre 1914 an iie neugegründete Universität Frankfurt a. M. crufen, wo er im Jahre 1915 zum ordentlichen ’rofessor ernannt wurde. Seine Arbeiten auf dem Gebiete der Literatur^ und Kulturgeschichte des islam haben wegen ihrer Gründlichkeit gebührende Würdigung in Fachkreisen gefunden/ in der moslemitischen Gelehrtenwelt genoß er großes Ansehen. Eine stille Gelehrtennatur, stand er jedweder Politik, auch der innerjüdischen, fern. Jedoch hegte er, wie schon sein Vater, großes Interesse für den Aufbau Palästinas. Seit der Begründung der hebräischen Universität in Jerusalem gehörte er nicht nur als Mitglieds ihrem Kuratorium an, sondern war auch Leiter ihres Orient-Instituts. Seine Ausführungen zur jüdisch-arabischen Frage in unserem Ordensorgan <OBB. 1929 Nr. 12,1930 Nr. 2) wurden seinerzeit sehr beachtet. Er war Mitbegründer der nach seinem Vater genannten MarcuS-Horovitz-Loge in Frankfurt seit ihrer Installation am 5. März 1922. Expr. Br. Ludwig K oneriberger - Mainz, geb- 17. 12. 1863, gest. 9, 2. 1931,. Mitglied der w. Rhenus-Loge seit dem 2.' 1. 1894. Eine Reihe von Jahren dem Beamten -at ‘der Loge angehörend, bekleidete er von 1912 bis 1919 das Amt eines Präsidenten. In dem C roßlogeintermin 1920 bis 1924 war er Mitglied des Generalkomitees. Die Tatsache, daß Br. K. >ei seiner anstrengenden beruflichen Tätigkeit ah Bankier während der schweren Kriegszeit, in der es anjPersohal mangelte, ununterbrochen und unetnüdlidj 7 Jahre hindurch die Leitung dqr Loge in iehatte, zeugt von seiner großen Arbeitsfreudigkeit und seiner "innigen Verbundenheit mit dem Orden. Mit derselben Treue diente er aber auch c ler Israel. Gemeinde Mainz, dessen stellvertr. Vorsitzender er war, unef dem von ihm mitgegründeten Landesverband der israelitischen Gemeinden in Hessen. Auch um das Wirtschaftsleben und die so2ialen Aufgaben der Stadt hat s di Br. K. große Verdienste erworben, hr dem Finanz- und Verkehrsausschuß, im sozialen Ausschuß der Industrie- und Handelskammer, im Verkehrsverein, jm Kuratorium der Handelslehranstalt, wirkte er an führender. Stelle,- überall mit jugendlicher Begeisterung und hie versagender Schaffensfreude Gerson Simon, geb 31. 5. 1858, gest. 7, 2. 1931. Br. G. Simon, Inhaber eines großen1 Handelshauses, genoß wegen seiner Fähigkeiten und Kenntnisse im Kreise s< :iner Berufsgenossen großes Ansehen und Wertsdiä zung, so daß ihn fast alle Wirtsdbaftsverbände in Berlin und im Reiche durch Ehrenstellungen auszeidmeten. Audi die Regierung bediente sich seines Lates beim Abschluß von Handelsverträgen mit trerschtedenen Ländern. — Bereits vor dem Kriege gehörte Br. Simon 15 Jahre dem Repräsentantenkol egium der Jüdischen Gemeinde an. Im Jahre l1 X)8 trat er in die Berthold» Auerbach-Loge ein. Im Jahre 1909 sehen wir ihn an der Spitze der »Allgemeinen '* jüdischen Kolonisationsorganisation« <AIKO> zur Förderung jüdisch-humanitärer Kolonisation in Palästina, Auch in der von der AIKO im Jahre 1915 begründeten »Deutsch-Israelitisch-Osmartischen»Union« führte er den Vorsitz. Im Jahre 1927 trat er als-Delegierter der von ihm mitbegründeten »Religiösen Mittelpartei« zur Erhaltung des Friedens und der Einheit der Gemeind« in den ‘ Vorstand der- Jüdischen Gemeinde ein bekleidete im Jahre 1928 das Amt eines Vorsitzenden und später das des' Stellvertreters. ef. — 51 —

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.