Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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erlin, März 1931. Nummer 3. ^Uttdbi . (ßingBfragßnEir herein. (Eigener gering Uer ©roljloge. gnrran: P62, gleidüiage 12. Celepljon: ^.mt $ 5 ftarbarDfla 46119 goftfdjeikhonto: gerltn 16333 <■ Rarfihrudt räntUtdier Hrtihcl aus feieren KUtctlnnpctt benoten. . ./ Inhalt: Preisausschreiben der Moritx-Manheimer-SÜftung. Grundsätzliche*. — Heinrich1 Heine. Logenberichte. — Tag des Buches Ti. Mürz. —- Kurze Uebersichl. — Zeitschriften anderer Distrikte. — 1 eimgang hervorragender Brüder. Rüchersehau. , Preisausschreiben der Moritz-Manheimer-Stiftung. Einzelmensch und Volksgemeinschaft. Realidealistische Gedanken über Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit. Von Richard Paul Frank, Berlin - Charlottenburg. A. Vom Wesen des Ideals. f Ideale! Ewige Gestirne am weltenfernen Himmel unserer Sehnsucht. Wimsdigebilde gleich nächtlichen Träumen, in deren Scheinwelt wir allzu gern flüchten. Nach dem Erwachen aber glauben wir, ung einer Torheit schämen zu müssen. Sehr zu Unrecht! Vorausgesetzt allerdings, daß wir Ursache und Wirkung, Form und Inhalt recht verstehen und deuten können. Aber auch der wache Tag zwingt: oft zu einem Hinüberträumen in wirklichkeitsferne Gefilde. Müßig darüber'zu rechten, ob die Vorteile oder Gefahren größer, wenn wir den Boden der Wirklichkeit verlassen und unseren Wunschträumen — den Idealen — nachhängen. Wir wissen, daß die alleinige Aufstellung realer Höchstziele unzureichend bleibt, weil die Trägheit der Herzen sich allzu oft und leicht auch mit Taten und Gesinnungen abfindet, die weit unterhalb der Grenze der Möglichkeit liegen. Ideale sind nun einmal unerreichbar! Sehnsuditsvoll und anerkennend, , aber nicht selten auch njchtaditend - spöttisch klingt dieses Wort. Wir vergessen hierbei, daß manch heutige Wirklichkeit einstens »nur« ein Ideal r Gekürzte Fassung. gewesen. Vermeintliche ' I: Utopie vefurde zur Selbst* die zu teilen. Aber das Recht 'abge- und Leben des Verständlichkeit und angeblicher j Wahnwitz zu unBezw.eifelter Vernunft. —. Einmal, kündete ein Menschenmund zu allererst den Irrwahn de$ Götzenkults, die Verwerflichkeit der. Menschenopfer, die Erkenntnis des einzigen und alleinigeii Gottes Jahrtausende galt es als Naturn stwendijjkeit, Menschheit in Freie und Hörige einmal wurde doch dem Manne stritten,’ eigenmächtig über Todi ...... Kriegsgefangenen und Sklaven, aper auch Von Frau und Kind zu bestimmen. Irgendwo und wann offenbarte sich einmal zuerst das | sittliche Tdeal von der Heiligkeit eines jeden Menschenlebens, von der Gleichberechtigung der Frau, vom Mitbestimmungs» recht aller Stände und Klassen, detf Selbstbestimmung des Volkes im eigenen Lande uid auch der volklichen Minderheiten in ejer Diaspora. Gottgefällig erschienen die Religionsk -lege, Ketzerverbrennungen und Hexenverfolgungen, bis einmal das Hirn und Herz eines Menschen deten Verwerflichkeit-erkannte und auszusprechen wagte. Schwankend war immer zunächst das Urteil der Witwelt, ob ihr ein Idealist oder Utopist, ein Volksfeind oder Menschheitsfreund erstanden sei. So audi als es galt, die Mauern eines konfessionellen Ghettos niederzureißen, die — 41 — i