Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, Februar 1931. Nummer 2. (ßinflctragcnev Bereiti. Gigmi DeiIöq Hei ßioljloge. tlman: $062, $lci|t|tragf 12. IEeIejjIjoii: $ 5 $arbaio|]a 461 Jtaditmtdt fämtUcfier BrfUtet aus triefen KtttcUunarn ber 4 i i 9 DoHr^Eihhindto: gcrltn 16333 Juten.; | ’ i Inhalt: Preisausschreiben der Moritz-Manheimer-Stiftung. — Organisierung der jüdischen Kunstwisaenschi Briefe an den O. B. B. — Sonderausschuß für die geistigen Interessen. — Kurze Uebersicht. — Aua a anderer Distrikte. — jßOcherachau. — Aua dem Büro der Großlnge. — Mitteilungen. . ft. — Berufsomachlchtung tut not) ideren Distrikten. Zeitschriften Preisausschreiben der Moritz-Manheimer-Stiftüng. | ( 1 Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit als die Ausgajngs* jind (Richtungspunkte einer „naturgemäßen“ Erziehung. , 1 Von Dr. med. Ockel, Guben. Wer eine Mensdiheitsidee umsetzen will in die Tat, der beginne beim Kinde. Der erste Grundsatz jedes modernen Pädagogen, der Erzieher »von Berufe ist, lautet: Wachsen lassen! Dem natürlichen Entwiddungstrieb des Kindes freien Lauf geben und ihn nkht einschnüren in irgendein pädagogisches Dogma,: mag es auch durch eine uralte Tradition noch so geheiligt erscheinen! Aehnlich wie in der medizinischen Wissenschaft nach einer, langen Periode künstlicher Heilmethoden heute ein Zustand der Selbstbesinnung immer mejjr Platz greift, und der uralte Gedanke der Heilkunst »Natura sanat, medicus curat«, d. h. die Natur heilt durch ihre dem Körper eingeborene Naturheilkraft, und der Arzt kann dabei nur ihr bescheidener Helfer sein, wieder verstärkt der lebenden Arztgeneration ins Bewußtsein tritt, so setzt sich auch -in der Pädagogik immer stärker der große Grundgedanke durch, daß schon im Säugling und Kleinkind der eingeborene geistige und seelische Ent» wicklungstrieb das eigentlich »treibende« Moment jeder Entwicklung ist, und der Erzieher nicht viel mehr tun kann, als seinem Zögling die äußeren Hilfsmittel zur richtigen Zeit und in der Die mit einem Preise ausgezeichnete Arbeit des Verfassers wird hier in gekürzter Fassung wiedergegeben. geeignetsten Form zur Verfügung zu 'stellen, an denen der Entwicklungstrieb sijh auswirken kann*. In keinem Lebensalter tritt das! so klar, auch nach außen hin in Erscheinung wie im-; Kleinkindesalter, wo die Sinnesau!ibildungj und idamit der ihr dienende Tätigkeit:sd'ranjg des Kleinkindes einen überwältigenden Raum in der Persönlichkeitsentwicklung einnimmt, i Weiter! noch läßt sich der Vergleich zwischen Heilkunst und Erziehüngskunst treiben. Es gibt ein snerzhafij-boshaftes, aber im Kern nicht unwahres Wort, daß es mitunter eri staunlich sei, wieviel Pc tienten trotz intensivster ärztlicher Bemühungen ihre Gesundheit wiedererlangen, und vielleicht st nodj nie so stark wie in der heutigen Zeit, \co das (>akteriologisch-sero- . logische Zeitalter seinen 1 Höhepunkt überschritten hat, von den Aerzten selbst darauf hinge wiesen-wordej>, wie leicht durch eine sehr aktive, eingreifende ärztliche Behandlung es dazu kommen kann,. daß der natürliche Heilvorg: mg -geh emmt oder abwegig gestaltet, anstatt behütet und gefiäjdert-wird. Ebenso kann man von der Krfmt des Erziehers sagen,, daß man oft staunen muß, wie troti unsinnigster pädagogischer Beeinflussungen von zur Aufstachelung ungesundesten Ehrgeizes sich doch immer noch eire grolle Anzahl seelisch 25