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Der Orden Bne Briss · 1930-12-01 · Nr. 12 - Dezember · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 12 - Dezember
Date
1930-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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itgmn Unlag tat töroBüißf. ^arean: 9362, (fraßt 12. Selepdoi: Jait 9 5.fartato|)a 4619.9o|t(4edMo: Jttita 16333. Äadjtmufc rämtlidiec Ärtikcl au» fttefen ICtttetlunero torbcrten. Nummer 12 Berlin, Dezember 1930. JftttteiUuxgjgn. C&ingstragenev Jbtttin. r* •* Inhaltl Sascha Skncbowitz. — paii Weltgehcimnis. Johannes Keplers Jugendwerk. — Kalenderrelocni. — Die Zeatralwohlfahrtsstelle der deutschen Jaden. — Maurice: Minkowski. — Kurze Uebersicht. — Zeitschriften anderer Distrikte. *- Bücherschau. — Aus dem Büro der OroBloge. — Logenberichte. *■ Zu- und Abginge in den Logen des VIII. Distrikts Oktober. 1929 bis] 31. Mürz 1930. — Mitteilungen. ^Sasch^^imjhowitz. Von Br. Dr. Ludwig R ojs c n t h a I, K ö 1 o. ln einem Aufsatz »Der junge Zola«, aus dem Jahre 1902, setzt der <$ajnals 38 jährige Dr. Sim» diowitz zunächst ein Wpjt aus dem Hamlet an die Spitze;' »O Himmel! |Vor zwei Monaten ge« storben und noch picht vergessen! So ist Hoffnung, daß das Andenken eihps großen Mannes sein ' Leben ein halbes Jahr überleben kann!« und fährt dann aus eigenem fort:| i»Eineinhalb Monate sind seit Zolas Tod verflossen, da ist es eigentlich gar nicht mehr »zeitgemäß« von ihm zu sprechen. Be» . vor noch seine Leiche j in die Erde gebettet war, . ist er, wie es die Gepflogenheit verlangt, hastig »gewürdigt« worden, die tausendmal wiederholten Redensarten und SchlagWorte wurden noch ein» mal gebraucht, und nun gäsch ein ander Bild: Gorki, oder Maeterlinck, oder fVenssen, wie eben gerade die letzte Mode heißt!« ij In diesen Worten spricht auf der einen Seite Simcfaowitz als lächelnd»iiebenswürdiger Schalk zu uns, mit dem feinen ironischen Zug, der dem offenen runden Gesicht jmit den behenden gütigen Wir bringen zomt au« grundsätzlichen Erwägungen An» sprachen bei Logen Festlichkeiten oder Trauerfeietn nicht, möchten jedoch im vorliegenden Palle eine Ausnahme machen, weil durch die Schilderung von Br. Expräsident Rosenthal» Köln die Bedeutung der Persönlichkeit unseres während seiner Präsidentschaft damngeschicdencn Br. Dr. Sascha Simcfaowitz *• <Rheinland»Loge, Köln), des Dramaturgen der Kölner Bohnen, dem Orden «schlossen wird. (Red.) Augen seine besondere und überlegene Note gab. Auf der anderen Seite ist gerade er und diese Stunde gewichtiges Zeugnis für die begrenzte Wahrheit seines Ausspruches, dessen tieferen Kern und tragische Bedeutung im Shakespearischen Sinn wir keineswegs verkennen. Es sind schon mehr als zwei Monate nach dem Heimgang von Dr. Sim» chowitz verstrichen. | Daß er nicht vergessen ist, verkündet die heutige Veranstaltung. Aber sie ver» kündet mehr. Aus den Monaten werden Jahre, aus den Jahren Jahrzehnte werden, und Simchowitz wird noch immer nid)t vergessen sein. Auch Zola ist noch nicht vergessen. Und merkwürdig] Was am tiefsten und lebendigsten von ihm nachwirkt, gerade in letzter Zeit wieder ganz bedeutsam vor das äußere und innere Auge sich hinstellt, das ist die Seite seines Genius, wo der Dichter mit dem Menschen restlos irj eins verschmilzt. Und was wir von Simchowitf' mit in die Zukunft hinaus» nehmen, das istgleichfalls nicht das abstrakte Bild seines Wissens und Könnens, sondern' das lebens» volle, blutdurchpulst« Ganze seines Menschentums, diä. Erinnerung an eine jüdische Persönlichkeit. Allerdings ljat sich in dieser Jüdischen Person» lichkeit eine Synthese zwischen jüdischem und all» gemeinem Kulturgut ] vollzogen, ebenso bemerkens- - 223 —

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