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Der Orden Bne Briss · 1930-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 40)
Language
German
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/ Die Eignung der Juden für di|e Von Max Kreutzberger. Ob Juden sich fir alle Berufe eignen, insbew sondere ob sie I ierufe manuellen und technischen Charakters auszufülen in der Lage sind, war seit jeher Gegenstand einer heftigen Diskussion, die selbst in unseren Taget* noch nicht erschöpft Zip sein scheint. In antisemitischen Kreisen gilt es al^ These, daß d^r Jude zwar schöpferische Eignung für alle jene Berufe mitbringt, die mit dem Handel und dem Geldmarl t Zusammenhängen, daß er hinjr gegen für die sogenannten »produktiven« Berufe objektiv ungeeigne ist und auch subjektiv wenig Neigung besitzt, si|di in die Berufe der Urproduljtion einzuordnen. : Diesesj Urteil geht von zwpi grundsätzlich falschen Voraussetzungen aus. In der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung ist keineswegs nur jener Beruf »produktiv«, der mit Handarbeit verknüpft ist oder den Quellen der Produktion nahe ist, sondern j:der Beruf, der im gegenwärtigen wirtschaftlichen Prazeß eine Funktion erfüllt, ist durchaus als »produktiv« anzusprechen, der Kaufmann genau so wie der Handarbeiter. Weiterhin aber basiert diese s Urteil zumeist auf einer upgenügenden Kenntnis des Gesamtjudentums, beschränkt sich — gewollt oder ungewollt — zumeist auf die Kenntnis einer bestimmten Schicht, die wegen ihrer Vorherrschaft am stärksten” und leichtesten ins Au je fällt. Ein objektiver Gesamtüberblick hingegen würde zeigen, daß es eipe prinzipielle Ungeeignetheit von Juden für bestimmte Berufe nicht gibt, sofern di i Möglichkeit, bestimmte Berufe zu ergreifen, sozi< dogisch gegeben ist. Die Berufsstatistik der Berliner jüdischen Berufsberatung (für das Jahr 1929 ze gt mit aller Deutlichkeit,* daß (die .dort erfaßten Jugendlichen allen Berufen zustre^en und für sie nad eignet sind. Die Vermittlungen erstrecken sich im Jahi 1929 auf: - Knaben Mädchen Landwirtschaft 19 Verarbeitung der Sti ine und Erden . — Metallgewerbe ■> 81 Chemische Industrie — Spinnstoffgewerbe — Papierverarbeitung 3 Holz- und Schnitzsti dfgewerbe . \ 17 Nahrungv und Ger ußmittelgewerbe 32 Bekleidungsgewerbe 118 Gesundheit»- urfd Körperpflege 14 Baugewerbe 6 Vervielfältigungsge« erbe 10 Summa: 300 171 fachmännischem Urteil auch ^eire 3 5^ _L i verschiedenen Berufe.« Uebertrag Kunstgewerbliche Berufe Theater, Musik, Schaustellung Verkehrsgewerbe Häusliche Dienste Lohnarbeiter wechselnder Art Kaufmännische Angestellte Büroangestellte Soziale Fürsorge Erziehung und Unterricht Sonstige geistige Berufe Fortsetzung der allgemeinen Schulbildung Berufsunfähige _ < _ Kn iben 330 12 2 I i::o zusammen . 413 pti Ju 1 Dieser Feststellung, daß Juden keinen Beruf ungeeignet sind, Scheint entgegenzustehen, daß das deutsche »anormale« Berufsgliederung aufweis , grundsätzlich von der der andersgläubi kerungsschidit unterscheidet. Während aller Berufszugehörigen in der Industrie a in der Landwirtschaft und 14°/0 in Verkehr, der Rest sich auf freie Berufe stige Dienste verteilt, sind die Juden Handel und Verkehr, mit 22"/„ in der mit 1,30" „ in der Landwirtschaft beteiligi gängliche Berufsstatistik von 1907). kehrte« Berufspyramide bedarf einiger Er die allerdings der prinzipiellen oben get Stellung keineswegs entgegenstehen. Mädlchcn 171 f \ $ 2 1H 97 '5 33 4 26 5J5 inzipiell für die Tatsache,, entum eine die sich gen Bevöl« sonst 43° () beiten, 29" „ ■Jandel ur.d und sonr mit 51°/„ in Industrie und (letzte zuese »umgeäuterungen, riffenen Fest- ’li^ge i, daß Juden i, den vermitteln» Dcjs hat Es kann keinem Zweifel unterlij zu allen Zeiten den kaufmännischen, den Berufen ganz besonders zustrebten sowohl seine historischen als auch psychischen und Soziologischen Gründe. Der Gang < er historischen Entwicklung schränkte die-Juden zum Teil zwangsweise ein auf den Beruf Mes Händlers und Geldmaklers und verschloß ihnen den Zutritt zu den handwerklichen und damit seßhaften Berufen. Andererseits beschränkten sich die Juden auch teilweise von sich aus auf diese Berufe, weil ihr Schicksal sie ständig darauf anwiei;, ihr Besitztum leicht beweglich und in internationalem Wert <d. i. Geld) zu gestalten. Weiterhin aber verwies sie bei der so gearteten Form ihres historischen Daseins ijirepsychische Eigenart überwiegend auf den Kaufmannsberuf. I Ihre außerordentliche ' Aktivität und Regsamkeit, ihr Drang zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit,« ihr geschärfter Blick für wirtschaftliche Tatsachen, Möglichkeiten und Zusammenhänge waretj die Grund-

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