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Der Orden Bne Briss · 1930-10-01 · Nr. 10 - Oktober · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 10 - Oktober
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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Es fehlt bisher nod immer an der wissenschaftlichen Ausweitung de ■ Berufsstatistik von 1925; Die wenigen Ergebnisse, die aus Hamburg und aus Bayern vorliegen, beweisen, daß diese Zahlen, die jetzt veröffentlicht wurden! schon stark veraltet sind.- Aus ihnen ergibt sich für Hamburg, daß dort von den jüdischen Erwerbstätigen 60” „ im Handelsge« werbe beschäftigt sind gegen nur 40"',, der Gesamt« bevölkerung, daß also der Anteil der Juden am Handel in dieser. großer Handelsstadt sich 1925 noch auf demselben Nive, iu befand wie in früheren Jahren. Die letzten Resie der Ghetfomaitern sind auch noch nicht so lange beseitigt, als daß es den Juden möglich gewesen [wäre, mit aller Kraft in andere Wirtschaftsgebiet : vorzustoßen. 'Was für Hamburg festgestellt wo den ist, wird, wenn auch nicht in so starkem Maß:, noch für ganz Deutsch« land gelten. Aber au h in Hamburg hat die Schicht der jüdischen Selbständigen stärk abge« ler drängen und so gerade seinem Wirken treffen Burokratisierunj Großbetrieben Hand in rücksetzung des jüdischer ist ries nommen. Das Heer gestellt enschaft schwollen. Wie die Riesdnorgi nisationen den Handel be« jüdischen An ig ange listisch eingestellte Jude ordnet sich nicht immer leicht in einen solchen Betrieb Persönlichkeit nicht voll So schließt er sich selbs sdiaftsgebilde aus. Es| ist den jüdischen Händler in müssen,' so bewirkt die die mit der Bildung von ■fand geht, audi eine Zu« Elements. Der individuaein, weil er in ihm seine entfalten zu können .glaubt, vielfach aus diesem Wirt« selbstverständlich, daß hier allmählich die Juden selbst eine innere Um stell u n g vornehmen Terrain verlieren wollen. müssen, wenn sie nicht alles Es gibt ja nicht nur jü« dische Genies, und es ist heute eben nur noch den wenigsten Juden möglicj, eiti eigenes Unternehmen zu begründen. Aber neben dieseri freiwilligen Sich fernhalten erfolgt eine b .e wußte Aus« Schließung der Juc en. Judenfeindliche Unter n e h m e r hat es immer gegeben^ und wird r besonders durch die der Riesenkonzerne Verdrängung der Juden, die ganz all mählich, ja fast auf Schleich« wegen, geschieht. Die großen Betriebe leugnen offiziell natürlich jede judengegnerische Tendenz Aber sie stellen ganz bewußt keine Juden ein, oder sie verstehen es sehr geschickt, sie von sich fern zuhalten. Das gilt auch bedauerlicherweise heute für viele von Juden jegründete Unternehmungen. Fast die gesamte oberschlesischeSchwer es immer geben. Abt Ausgestaltung vollzieht sich eilte industrie haben Juden ins Leben gerufen. Heute findet man auf den Hochöfen oder den Zechen Oberschlesiens kaum einen jüdischen Ingenieur noch eide jüdische Stenotypistin. Dassel >e gilt für die chemische Großindustrie. Auch sie verdankt zum Teil ihre Existenz dei genialen Er« finldungen jüdischer Chemiker, den Entdeckungen eijies Liebermann, eines Heinrich Cai o, eines Haber oder eines Nicodeni Caro, ebenso der Initiative jüdischer Kaufleute oder jüdischer Industrieller, zum m ndesten von Männern jüdischer Abstammung. Aber man wird heute in dem größ:en chemischen Kjonzern, der I. G Farbenindustrie A «G., vergeblich nach einem jüdischen Chemiker suche n können Es g bt einige ganz wenige auf verlorenem Posten, die aber für den Betrieb gar keine Rolle sjielen. Aehn« lihes trifft für kleinere chemische Werke iu. Man hilt die Juden bewußt von diesem Wirtschaftszweig fdrn. Auch in der E I e k t r i z i t ä t s i n d u s t r i e, e nem Wirtschaftszweige, den ebenlalls Juden in dier modernen Form ins Leben gerufer haben, voran Eimil Rathenau, die sich als Qualitätsindustrie eben bjürtig der chemischen an die Seite heute nicht sehr viel besser aus. D e zunehmende E iirokratisierung der Großbetriebe und die dadurch bedingte Schwerfälligkeit führt auch starken des Einflusses stelltenorganisationen, ' c inzfgen Gebiet, auf dem sie sich wirk! konnten. Sie verhindern die Einstellung jüdischer Kollegen, besonders soweit sie d:n völkischen; Verbänden nahestehen. Diesen Wirtbchaftszweigfenj cann man dann noch den Bergbau,, überhaupt diej ranze Schwerindustrie, ferner den Schiffs« •>aii und die Schiffahrt zugesellen. Trotz Ballin, rotz der größten deutschen Privatreeder :iKun$tmann^ Stettin, halten diese für den deutschen Export sö wichtigen Wirtschaftszweige die Juden von sich fernl Eine Statistik wird sich hierfür sehr' schwer auf« stellen lassen, denn Juden gibt es 1 eute in allen Zweigen der Wirtschaft und in allei Lagern, bei den Kartellmagnaten wie bei den keinen Einzelhändlern. Aber es gibt aus der letzten Zeit Bei« ^piele genug dafür, wie diese Aus »chließungsbe« wegung fortschreitet. Aus der Wirtschaft unserer ’age ist der Staat als Unternehme rnidit mehr fort« zudenken. Daß Reich und Staat heute eine so aktiv führende Rolle in der deutschen V olkswirtschaft spielen, verdanken sie zum^ großen Teil auch der Energie deutscher Juden. Aber wc sind die jüdischen Ka u f 1 e u t e in de Preußischen Bergwerks« und Hütten A.«G., den Bergwerks* konzern des Preußischen Staates? Oder bei d|:n j einem Erder Angeielleicht dem di durchsetzen <98

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