Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6727475-6029149-6074835--2486-4869077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
i Die Ausschließung der Juden zweigen. aus verschiedenen W irisch afis- Von Kurt Zielenzige w enn wir an diesem Wirtschaft, Wendepunkt der deutschen in dejm wir uns jetzt befinden, Geschick und an dem sich das Geschick der bisherigen Wirtschaftsepoche entscheiden wird, zurückblicken auf die Entwicklung ces letzten Jahrhunderts/ dann werden wir fests:ellen, daß über den Beziehungen der deutschen Juden zu ihrem deutschen Vaterland und damit auch zur deutschen Wirtschaft eine starke Tragik liegt. Vor jnehr als hundert Jahren werden die deutschen Juden ifn Jahre 1812 nach langem Ringen endlich preußische Bürger. Die Erschütterungen großer Kriege mußten vorangehen, um ihnen dieses Entreebilfet in die deutsche Kultur zu ermöglichen. Aber dieselbe Zeit, die zur Einführung d > r r Gewerbefreiheit führte, machte es erforc erlich, daß man Beschränkungen, die bisher für die Juden galten, aufhob. Die Staatsmänner entwickelten größeren Weitblick als die Bürger. Die Mitglieder der bisherigen Zünfte und Gilden becrängten die Obrigkeit, die Freiheiten auf die Juden nicht auszudehnen, weil sie die Konkurrenz de jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden fürchteten. Sie ließen sich selbst die Gewerbefreifieit gefallen, wollten aber damals bereits, die Jucen aus einer großen Reihe von Wirtschaftszweigei ausgeschlossen' wissen. Damit wäre auch im F. Jahrhundert der Zustand des .Mittelalters sanktion iert worden, der den Juden nur’die Betätigung in ganz beschränkten Wirtschaftszweigen erlaubte Es ist bekannt, laß auch das-Edikt vom 11. März 1812 noch rieht die volle Freiheit gab, daß in Preußen erst die Verordnung über die Verhältnisse der Juden von 23 Juni 1847 die Emanzipation ein Stück 'eiter brarhte. Andere deutsche Staaten schlossen die Juden auch in dieser Zeit noch ganz bewußt von, verschieden enW irts-chaftszw eigen aus. In den Hansestädten r^ar ihnen infolgedessen die Ausübung eines Handwerks, sowie der Lebensmittel- und Hausierhandel verboten. Peter Franz Stubmann erzählt in se ner Biographie Ballins, daß Ballins Vater mehrfach n, den dreißiger Jahren vom Rat der Stadt Hamburg mit einer Geldbuße bestraft worden sei, weil er dui ch seine Tätigkeit als Tuchbearbeiter die geheiligt« n Vorrechte der Hamburger üewandbereiter verletz: habe. Ebensowenig durfte Samuel Joel Ballin ein Grundstück auf seinen Namen erwerben und mußte, sich hierfür einen christlichen Strohmann suchen. Aich in Bayern und Württemqeue Grundlage gestellt wird, enalten die sich T yc den betätigen. berg war die Gewerbefreiheit besciränkt, am rückständigsten war Sachsen. Nach jewissen Stäcten dlirften* Juden nur für eine ganz beschränkte Zeit zpr Ausübung von Geschäften reisen und mul ten sich dort unter polizeiliche Ueberwachung stellen. Abermals waren es kriegerische Ereignisse, die dann am 3. Juli 1869 zur Aufhebung ^11 er Beschränkungen »aus der ‘ Ver-, schiedenheit des religiösen Bekenrtnisses« fühlten. - ■ In jenen Jahren, in denen durch die Gewe befjeiheit die Wirtschaft in Deutschland auf eine die Juden an Sie verschiedensten So arbeiten sie1' Jahrhund rrts an mit Wirtschaft, und Waren Weise stark zur ermöglichen so sierung der Wir finden unter Juden. Etjenso Möglichkeit haftszweigen zu om Beginn des 19. ejer Umgestaltung der deutschen bleiben führend im Geld- Iandel. Sie tragen auf'diese ildung von Kapitalien bei urtc die allmähliche Industrial deutschen Wirtschaft. «Jen ersten Industriellen auch Schaffen sie, als das neue Deutsch» Reich gegründet wurde, rechtlich jetzt völlig emanzipiert, mit a t der Entfaltung des Kapitalismus. Jüc isdie ^länner sind es, die in führender Stellung dazu beitragen, Deutschland zu einer tnacht auszugestalten. Jetzt gibt Schränkungen für die Juden Wirtschaftszweig hat infolgedessen die red tliche Möglichkeit sie auszuschließen. Der Jude Hausierer werden oder Bankie-. Er kann Kohlenbergwerk erschließen ode als Sdiuhm n bescheidener Werkstatt Schuhe besohlen. In dessen dringen die Juden in jenei Jahrzehnten des! tnerhörten Aufstieges der wilhe! n alle W i r t s c h a f t s z w Dagegen ist ihnen praktisch der Staatsbürger nochimn gibt zwar jetzt auch einen jüdi »cheri Richter ganz selten einen jüdischen Dder gar Reichsgerichtsrat. Wir ..ehrer, ja als Lokomotivführer, ^igen Juden als Offizier. Habeji von einer Tragik, die über (deutschen Juden liegt, zu sprech :n, wenn wir die Revolution Jetzt erst nach Ringens ist die Bilanz der 'deutschen i ' die deutschen Juden ziehen)? f' ur Weltwirtsdiafts' es rechtliche Becht mehr. Kein minischen Epoche <■ , . - e r g e hinein. Aufstieg als er verwehrt. aber kann ein acher blge- C >berlandesgefichtsfinden Juden al$ aber keinen einwir nicht recht dem Geschid; der über hundert Jahren zähesten völlige pclitische Emanzipation erreicht. Die Umh 196