Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Weitere Zwang^folgen der Konzentrations» bewegung sind die Ausschaltung des Zwischen» haridels und Stillegung von Produktionsstätten. Die Stillgelegten werden nahezu wertlos. Eine Umschichtung in den Vermögens» und Einkommens» Verhältnissen' findet statt mit schmerzlichen Konse» quenzen für Einzelne und für Volksteile und weit» gehender sozialer Bedeutung: weite Kreise ver» armen, während bei einer dünnen Schicht sich Reichtum anhäuft, *und infolgedessen sich sozialer, wirtschaftlicher und pölitischer Machteinfluß akku» mulrert. Mißbrauch solcher Macht kann nur unter dem Diktat der Weltanschauung vermieden werden. Der notwendige Wirtschaftsaufbau konnte sich nur unter Inanspruchnahme großer, zur Zeit bei uns nicht vorhandener Kapitalien, also nur auf dem Wege der Kreditinanspruchnahme voll, ziehen, die nach der Natur des Kredites nur lang» fristig hätte erfolgen dürfen. Man hat aber in weiten Teilen der staatlichen, öffentlichen und privaten Wirtschaft den finanzdispositionellen fehler einer nur kurzfristigen Finanzierung von Investitionen gemacht. Kündigt der Gläubiger derartige kurzfristig gewährte Darlehen, so muß der Schuldner in Bedrängnis kommen. Solche Kündigungen et» folgen meist aus mangelndem Vertrauen in die Solvenz des Darlehensnehmers.. Das war viel» fach bei den betrüblichen Erscheinungen der letzten Jahre der Fall: bei den Verlegenheiten des Reiches, der Länder, der Kommunen und zahlreicher Privat» unternehmen. Es fehlt in der kapitalistischen Welt nicht an Kapital. Wenn aber' gegenwärtig eine gegenüber früheren Zeiten anormal hohe Spanne zwischen Zinsfuß für kurzfristige und solchem für langfristige Darlehen sich herausgebildet hat, so hat das eine psychologische Ursache: Mangel an Ver* trauen. Die deutsche Spezialkrise charakterisiert sich demnach ebenfalls als eine Vertrauenskrise. Krisenzeiten gefährden die Menge, sie nützen dem Einzelnen, dem Tüchtigen, dem Weitsichtigen, dem Rücksichtslosen. Wie'weit oder wie eng der Einzelne der Geltendmachung seines Vorteils Grenzen setzt, hängt von seiner ethischen Gebundenheit, seinerWeltan schau* u n g a b. * * m Zusammenfassend ist zu sagen : Der Weltwirtschaftskörper litt unter den verheerenden Folgen des Weltkrieges und leidet noch unter dem zwischen den Schichten in den7 Ländern und zwischen den Staaten untereinander mit verschärften Mitteln geführten Wirtschaftskriege. Die Produktionskraft der modernen Industrie Wirtschaft aber ist so groß, halb der Völker und untereinander jbefindet daß dennoch |Kapitali berschuß jährlich' entsteht, wenn er auch die Vorl riegshöhe nicht erreicht-hat. Die Kapital» pnd Eir kommensverwaltung inner» im Verhältnis der Staaten sich jedoch in einer tief» greifenden Unischkhtui lg mit weitgehenden politischen, soziale« und wirtschaftlichen Konsequenzen. Daß man diese! beiden Momente nicht in'ihrer vollen > Ausdehnung u^d starken Wirkung auf die Wirtschaft erkannt hatte, iwar mit die Ursache für eine ökor nomische Krise[ die in wesentlichen in einem Mißverhältnis zwischen Produktionsfähigkeit und Kaufkraft besteht und sien daher A Insolvenzen ^auswirkt. Nachdem dieses Mißverhältnis offenbar geworden, folgte dem Zustand übersteigerter Kraftanstrengung zi|r Wettmachung der Weltkriegsfolgen ein ’ solcher dfr Letnargie. Dieser Ermattungszustand hat s|£ine eij;engesetzlichen Erscheinungen — so im Wirt^chaftskörper wie im menschlichen.— Die offensichtlichste ist die Arbeitslosigkeit. Dennoch bedeutet Ausruhen brreits ein Kräftesammeln. Es ist die Geburtsstunde neu sich bildenden Lebens. Welche Kräftei diesem neuen Leben innewohnen werden, welche Reicf tumsgröße die mit intensiver Produktionskraft aus; gestattete moderne Wirtschaft erreichen wird, hängt'davon ab, ob sie den Eigengesetzen der Oekonomie freiwillig sich unterwirft :, Da zu produzieren, wo der günstigste Standort der Produktion ist, ihre Verteilung auf das zweckmäßigste vorzunehmen, die Kaufkraft durch Herab» (Hinderung der Geste] lungskosten und der Verkaufspreise zu stärken, deren Ausdehnung allein steigenden Absatz un i daher wiederum sinkende Herstellungskosten werfen unter die G verbürgt. Freiwilliges Unteresetze der Oekonomie heißt: Beschränkung in de' Geltendmachung subjektiven Willens und individueller Triebe, - heißt: Wirtnach sozialer Forde« der Kz usalität ökonomischer demjnach das Wirtschaftsgedeihen von der W eltanschau* ung ab. Es ist auch religiös bedingt. schäften und leben r u n g. Außer von Gesetze hängt der Menschheit auch Das Judentum und verlangt demnaci Forderung im Wide sozialer Forderung, der unsrigen m in zialer Gesinn Wirtschaftsfü Die messianisd Propheten ist die ist eine Religion des Diesseits hienieden Erfüllung absoluter rstreit egoistischer Triebe mit In keiner Zeit aber mehr als uß sich das PastuTat so* ung insbesondere auf1 die h r u n g erstrecken. , Sehnsucht unserer jüdischen uh Kampf diesseitigen Wirkens sich vollziehende Gfößerwerdung und Veredlung 165 —