Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1930-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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(guifjctragenet: TdtxtXn. Berlin, September 1930. Nummer 9. £¥Utteftutt{pm. fite ^cu#ct)l<m&IIII «ifimt Utrlog Dn (BroBlogt. fratan: g062, Mftragtl2. ®rlfjit)ini: 311t $ 5, $arBarof)a4619. tfoflhfrifcbinrto: frilto 16833 Satfjbrudt rämlltdjer Xrfiftel aua trtefrn Ktttetlunßrn berbtrtm. --*--1-- - Inhalt: Zu unserem Neujahrsfeste. — Erziehungsprobleme in unserm Orden. — Phantasie und Kunstgeschmack. — Sonderausschuß für die geistigen Interessen. — Aus dem Kunstausschuß der Oroßloge. — Kurze Uebersicht. — Zelts BOcherschau. — Bruder Justizrat Hugo Kuznitzky zum Abschied. — Hilfsverein der Deutschen Juden. — Logei Zu- und Abginge in den Logen des VIII. Distrikts Ojktober 1929 bis 31. Mirz 1939. Briefe an den 0- B. B. — thriften anderer Distrikte. — he richte — Mitteilungen. — > Zu unserem Neujahrsfeste sprechen wir allen unseren Logen, den lieben Brüdern wie ' ihren Familien herzlichste Glückwünsche aus. e Großloge für Deutschland VIII 1 Baeck Goldschmtdl Pflichten der Besinnlichkeit. Die großen jüdischen Feiertage'— insbesondere das Neujahrs- und das’Versöhnungsfest — sind Tage der inneren Einkehr, der Besinnlichkeit. Im W^esen unseres Ordens liegt es, daß der Gedanke der Sorge über da^ Ich hinaus sich •nicht bloß auf die* Familie {beschränkt. Der andere neben mir — nicht bloß im engeren Kreise des Täglichen, des umschließenden Wohnraumes — hat 'ein Recht auf mich. Wir sollen in ihm nicht nur den Nebenmenschen, sondern den Mitmenschen sehen. Diese Pflicht des rechten Sehens, des Er- ■kennens, desMit-fühlens, weitet sich aus zur ungeheuren Verantwortung, wenn Interessen der großen Gemeinsamkeit in schicksalsschweren Zeiten auf dem Spiel stehen — wenn Interessen die geistigen Ideen sind, die die Grundlagen unseres Lebens bedeuten. Solche Interessen, solche Ideen gibt es jetzt zu verteidigen. Indem wir uns für sie ersetzen, schützen wir Familie, Orden, Judentum, Vaterland. Nicht der Gedanke irgend einer Partei darf das Leitende sein —_ dies verbieten die unseres Ordens -r-. das Verbindende zum Tun des einzelnen. In dem Grundsätze verpflichtet großen Ringen geht es 'um Ehjre^Recht, Gerechtigkeit, Freiheit. Es geht um I^ultur und Entwicklung. Ehre und Vaterla]ndsliebe sollen nach den Geboten unserer iGrundsätze unser Handeln bestimmen. Sie fordern unsere Pflicht an dem Tage, an dem der Ruf des Staates dies erheischt. Wahlrecht ist Wahlpflicht. Wenige Wochen nach def Entscheidung uni die Interessen des Staates wird ein Ringen qm die Gestaltung der Formen des jüdischen Lebens i m Staate einsetzen. Die Wahlen zur Großgemeinde Berlin sowie die Wahlen zum preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden werden stattfinden. Auch hier ist Teilnahme Pflicht. Jeder sei von dem anderen überzeugt, daß er von seinem, wenn auch von einem anderen Standpunkt aus die Wohlfahrt aller will. Keiner glaube, daß nur er allein das Allheilmittel des Glückes der Gesamtheit in seiner Anschauung von jüdischer Weltgestaltung habe. Jede Lieberheblichkeit und damit jede Verletzung bleibe fern. Jede Bekämpfung sei' gestattet, nur reicht'die persönliche. Gegnerschaft ist erlaubt, Feindschaft verboten.; Erkenntnis und Besinnlichkeit verlangt auch im Kampfe der Meinungen von uns das, [was wjr heut nicht zum ersten Male fordern: R i 1t er 1 i c h k e i 11 1 147