Mannheim
Compact Memory

Der Orden Bne Briss · 1930-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6727475-6029149-6074831--2429-4869022
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

!;( '»Alle Menschen besehet ken sich heul, und idi habe Dir nichts zu schenken, aber ein Histörchen w II ich Dir erzählen. Einst kam zu Sokrates, den Weisen, ein Schüler und sprach: Mein lieber Sokrates! Wer mit Dir umgeht, bringt Dir was zum Geschenk. Ich habe [)ir,-nichts zu schenken als m?ch selbst. Sei so gut und verschmähe mich lieht. Wie! sprach der weise Mann, achtest Du Dich so gering, daß Du mich bittest. Dich anzunehmen? Nun gut! Id) will Dir einen Rat geben, bemühe Dich so gut zu werder, daß Deine Person das angenehmste Geschenk werden mag. Mein Märchen ist aus. Auch ich, meine liebt Fromet, will mich bemühen so gut zu werden, daß Sie sagen sollen, ich könnte Ihnen nichts besseres schenken als Ihren; lufriditigen M rusche M'Dessau.« Von Humor zeugt aücli der Brief 18?, S. 101 an seine Braut. M. teilt hier mit, da 1 bezüglich det Einrichtung noch vieles unentschieden bleibe, iveil man ihre Ansicht einzig und allein wolle gelten lassen. [ Er selbst milchte sich um die Wirtschaft nicht kümmern und mache es w e jener Poet: »Er saß In seiner Studierstube utdrnan rief: Feuer, Feuer! Sagt es meiner Frau, gab er zur Antwort, id bekümmere mich um keine Wirtschaftssachen < Ungemein launig ist auch das in Form eines Kabinettbefehl:; abgefaßte Em >fehlungssd>reiben für Isaak Eudiel an die Herren Moses F ürth und Joseph Guggenheim in Kopenhagen (Nr. 172, S. 192 > Audi von seiner streng' konservativen .efcensführung er* fahren wir in diesen Briefen: In den Sephiratugen sowie in den 3 Trauerwochen ließ er sich den Bart nicht scheren. (Nr. 26; S. 34.) Beim Beten will er! einen wollen«, nicht einen da* mastenen Talfis tragen. (Nr. 79, S. 96.) Mendelssohns Verhältnis zur Umwelt. Wie er die reichen Berliner Juden ei^is hätzt, haben wir bereits oben gesehen. Au^h gegenüber d :r nicht-jüdischen Umwelt ist er bei all fteinej' Bescheidenheit von einem vornehmen Selbstbewußtsein erfüllt.’ Im Brie' Nr. 59, S. 75 schreibt er an Fromet wegen des Sprachlehrers B«ode, der sie ' im Französischen gegen Honorar unterrichtete. aber nachlässig und unpünktlich war und Idann ganz wef: blieb. M. ist darüber ärgerlich und meinjt, wenn Bode im Herzen ein Judenfeind ist, so verdiene e| nicht, daß man seinen Umgang suche. »Es kann mich nichts so sehr verdrießen, als wenn mir ein Nozri (Christ) seine jBekanntschaft so teuer anrechnet und sich im Herzen zu «niedrigen dünkt, wenn er mit einem Bar Jisroel (Jude) vertraut ist. Sobald ich so etwas merke, so werde ich trotzig.« Entsprechend seinem friedfertigen Wesen 'rar M. bestrebt, W<e er in seinem hebräisch<n Briefe (Nr. 118, S. 139) an Avigdor Levi-Prag schreibt, teligiöse Streitigkeiten zu meiden,' da sie zu nichts führen. (Nichtsdestoweniger hat er den Disput mit Lavat« nicht bedeut. »Wollte Gott«, so schreibt M. an Elkan Herz (Nr. 125, S. 148), der ih n wegen dieses Zweikampfes einen leisen Vorwurf zu machen glaubte, »ich bekäme wieder eine solche Gelegenheit, so tue ich wieder, was ich dieses Mal getan Habe. Es hat m.uicher’ geglaubt zu allem Stillschweigen zu müssen, ich glaube cs nicht. Wenn ich bedenke, was man zur Hejiligkeit des göttlichen Namens zu tun schuldig i^t, so begreife ich gar nicht, wie so manche von den Söhnen iunseres Volkes immer schreien, ich soll um des Himmels willen nicht mehr davo i schreiben , Wäre es nach mir gegangert so hätte ich -ein e ganz andere Antwort geben wollen « Bei der Besprechung dieser ausgezeichneten Sammlung wäre man versucht, am liebs zugeben, aber wir wollen es zu lesen,; in d« Ueberzeug ing, daß sie dem arbeiter für seine Gründlichkeit :en die einzelnen unseren Lesern (berlassen, sie und Mühe und dem Akademie* verlage für die1 schöne Ausstattung dieses Bandes Dank E.F. wissen werden. - William Rosenau: J ü d i s c dienstlicheiGebräüche. von Dr. Bertha Bhdt-Strauß. Verl: bürg 1929. 193: Seiten. Das vorliegende Buch ist aus meran ' Aii hje S i 11 en und gottes* Ins Deutsche übertragen g Jalkur, Berlin-Charlotten* gelehrten Be* * hervorgegangen, 'die der Verfassed« John Hopkins Universität g; in vierzehn Abschnitten die Synäji Sabbathgottcsdieiist, das Passah*, die Feiertage im Tischrimonat u liehe Sitten, häusliche Sabbathfei I leim, Besdipeidung und Ausfösi Mizwah, die Eheschließung, El Trauergebräuche jund das Schädi: 22 vorzüglichen $lldbeigaben aus lung und der John Hopkins Univ :i Die Tatsachee daß dirs Buch erschienen %t, beweist, daß die eine große ist. lAuch bei uns Na; der nüchternen -upd. oberflächlichen von Schulen, die, l wie cs in letzte unsere Synagogen besuchen, um si; Bräuche unterrichten zu lassen,-dep Vorstehern"gute Dienste leisten. einer Reihe von Vorträgen orientalischen Seminar ^halten hat. Es' behandelt oge, den Wochentags* und Wochenfgst und Fasttage, nd die Halbfeiertage, häus» r, Feiertage. im jüdischen ng der Erstgeborenen, Bar icscheidung und Chalirah, en. — Der Text ist mit.' der Sonneborn sehen Sammrsität begleitete bereits in dritter Auflage ichfrage danach in Amerika irfte dieser Leitfaden trotz Darstellung bei Führungen ' Zeit üblich geworden ist, h über jüdische Sitten und Beamten und- Gemeinde* F. Der Mahatma- Ein Mysterium von Riöhard Platten* steiner. Verlag Heinrich -Minden. Dresden-Leipzig 1930. In unserem technisch-ökonomi ichen Zeitalt« ist der heroische Kampf um überzeitliche W«te: tuf der Bühne des politischen Lebens zur Seltenheit geworden. Deshalb wirkt das Auftreten Gandhis so unzeitgemäß tmd ist dem Eüropä« so schwer verständlich- Was in lndiefi vorgeht, ist ein Gruß aus jener doch noch nicht versunkenen Welt, in der der Geistdie Dinge formt.lind die »große Seele« auf die Geschehnisse Einfluß nehmen will. Es läßt sich unschwer voraussehen, wie auch immer die Bewegung jaqdhis enden wird, daß dieses heroische Bemühen immer w eder zu künstlerischer .Gestaltung locken wird. Mag sonst ür den Dramatik« es unerläßlich sein, daß das Ereignis, di s er darstellt, dem Tages« interesse entrückt sei/ im Falle Gandhis wi^d man auf zeitliche Distanzierung v«zichten dürfen, weil das^-was hier zum Ereignis wird, subj specie aeternita :is sich vqHfrieht, Darum ist es nicht verwunderlich, daß ir der-stattlidlen Reihe der in jüngster Zeit erschienenen Schrillen über den <grcßcp Inder bereits ein dramatischer Versuch ii dem Myit«ium Richard Plattensteiners »Der‘Mahatma« zu finden ist. Wo die Idee der Entwaffnung der Gewalt durci die Gewaltlosigkeit sich in den Tages«eignissen so sichtbar dokumentiert, bleibt der künstlerischen Deutung ein gerin;er Spielraum, Um ^so größer sind die Ansprüche,’ 'die e n solches Thema an den gestaltenden'Künstl« stellt. Die jefahr, in den Ton einer dramatischen Nacherzählung zu verfallen,- besteht. Dies« Gefahr ist Plattensteiner nicht en gangen. Wer jedoch in klar« anschaulich« Weise ein Bild sich davon machen will, um was es bei der Bewegung G; indhis geht, dem sei das Schriftchen Plattensteiners empföhlet. Die küpstlerisie Gestaltung des Gandhistoffes aber erfordert mehr, verlangt die Fähigkeit, die feineren Stimmen; die an die Kulturwelt mittönen, zu Briefe wied«- bringen. Rabbiner Df. Felix'Aber -Bremen. *1 Erich Kuttner: »Pa t ho Io semjtismus«. Mit einem Vo — 141 — in d« Botschaft Gandhis deutlichem ‘ Klingen zu e des Rasse na Jit i- Fwort von Ministerialrat

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.