Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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erste jüdische Jugtndherbe’g der Berliner-'Gemeinde eii e in Deutschland dgeweiht. ln Berlin fand am 1 bandstag des Zenlralverb^nd lanJs e. V. statt. Von jüdischen Handwerkertum^ wurden wichtige Referate so z. B über die Schaffung i ber ji d Dem amerikanisch - j der als Unteroffizier an genommen hatte. ■ wurde Verdienst-Auszeichnung ve Auges unter größter Bücherschau. Moses Mendelssohn ausgabe. Band 16. Akadfci Aus Anlaß des 200. Der 1, Band wird an andei folge die Besprechung de: de i durch Verteter ult der neunte ordentliche Veres jüdischer Handwerker Deutsch» schiedenen Führern des deutschen' aus Nord» und Süddeutschland wirtschaftliche Angelegenheiten, jüdischer Datlehnskassen gehalten. I I entstandenen D.efekr der Seitenträger angeseilt, in der Luft schwebend, repariert und damit das Gelingen der Bxpeditjon ermöglicht hatte. Vom 19.—21. Juli fand in London konferenz des Liberalen Judentums statt. treter nahmen u. a. Rabbiner Dr. Vogelstein, Dr. Stern Dr. Koigen, Kammergerichtsrat Wolff stätter an der Konferenz teil. Ischen- Ingenieur Benjamin Roth, der Südpolexpedition’ Byrds teil» die höchste amerikanische Militär» liehen, weil» er während des Pol- Lebetsgefahr einen an dem Flugzeug die zweite Welt» Als deutsche Ver» und Professor Will» in Köln starb der Literaturhistoriker (Br.) Dir. Sascha Simchowitz, der fast 30 Jahre lang als erster Dramaturg des Kölner Schauspielhauses gewirkt hatte. (Br.) Rabbiner Dr. Rosenthal» Köln gab bei der Bestattung eine seelen volle Schilderung des Lebensganges des Menichen und Künstlers. Gesammelte Schriften. Jubiläums» mie*Verlag, Berlin 1929. C ieburtstages Mendelssöhns hat die Akademie für die Wissenschaft des.Judentums gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums eine Jubiläuotsausgabc sämtlicher Schriften Mendelssohns veranst->ltet,, von der zunäcist Band 1 und 16 erschienen sind. eijer Stelle gewürdigt werden,- hier 16. 'Bandes. Er * enthält den in h^träischer, ''sowie de i in jüdisch»deutscher Sprache, aber mit hebräischen Letter« geschriebenen Briefwechsel. Im ganzem umfaßt dieser Banl 191' Briefe von Mendelssohn, 25 Briefe an ihn tind 6 E riefe seiner Angehörigen, die in einem Anhang zum Abdruck gelangen. In dankens« erter Weise hat die Familie voi M. für diese Jubiläumsausgabe ihr Familienarchiv zur V.erfi gung gestellt, so daß viele Briefe zum ersten Male hier veröffentlicht werden konnten. Die Briefe dieser Sammlung, sind chronologisch geordnet, unabhängig von inhalt und Spiache: hebräische neben jüdisch» _ deutschen, Briete wisjenscha tlichen Inhalts neben Familien-, Freundschafts» und \ Geschäl tsbriefen Der Bearbeiter Haim Borodianskf schickt, det Sammlung eine gediegene Einleitung voraus und' wertvo le Anmerkungen, die über die Herkunft der einzelnen Bn'efi, ihren Aufbewahrungsort, über die dort vorkommenden Nanen Aufschluß ggben und, schwierige Stellen erläutern/ 'mehiere Verzeichnisse, darunter ein Abbreviaturenregister für die in den Briefen vorkommenden hebräischen Abkürzungen, ei leichtern die Benutzung dieser Sammlung. Für dife Gelehr :enkreise dürfte besonders die Korrespondenz wisstnschaftlii ben Inhaltsmit Leo Hartog, Hartwig Wessely, Jakob Emden, Elkan Herz, Jonathan Eibenschütz, Avigdor Levi, Mose: Fischer u. a. m. von Interesse sein, für das große Fjublikum nehrdie Familien- und Fecund» Schaftsbriefe. Denn rin ihnen spricht zu uns das Persönliche, das Individuelle, die Sthlicbtb :it des Philosophen, sein vornehmes Selbstbewußtst in neben seiner großen Bescheidenheit, seine kindliche Ehrfurcht auch gegenüber den Schwiegereltern, sein Familiensinn und seine C aitenlreue. In den Brautbriefen sehen wir ihn verliebt wie einen jungen Fant. »Leben Sie vergnügt, teuerste Fromet, und seien Sie versichert, daß Ihr tärtliches Herz das Kostbarste ist, da» ^ich auf Erden, besitze und zu besitzen wünsche« (Brief Nr. U, S. 15).; Seine < Jedanken sind, wie er schreibt (Nr. 13), mehr in Hamburg al; in Berlin. »In def Tat, was hat die Seele . mit dem Körper zu tun? Kann der Körper nicht zu Berlin und die Seele;u Hamburg sein? Lachen Sie nicht, Herr Doktor, über meine vetliebte Piilosophie. .Glauben Sie, daß wir Philosophen alle eine seltsame Figur machen, wenn wir verliebt ruh wollen.« (Nr. l'l, S. 16.) ln einem späteren Briefe an seine zärtlichste und beste Fromet schreibt M.: »Ich merke, daß die Liebe kindisch mtitht.« (Nr. 44/S. 61,) M. ist bcstrzbt, die Seele seiner Braut zu bilden, ihr Wissen zu fördern, ihre Kenntnisse zu mehren und ist bereit, die Kosten des Unterrichts zu tragen. (Nr. 4, S. 5.) Er bittet sie, ihm über ihre Fortschritte allmonatlich zu berichten, rät ihr aber, den Fleiß nicht zu übertreiben hnd ihre Gesundheit zu schonen, sie sei für ihn von zu großer Wichtigkeit - (Nr. 8, S. 12.) ’ : : Er schätzt die Fromet glücklich, daß Dr. U.. in ihrem Vaterhause noch einige Zeit verbleibt, der sicherlich sie gern unterrichten würde, wie er solches aus Erfahrung wisse. »Ihm allein« — so schreibt Mweiter — »habe idj alles zu danken, was ich in Wissenschaften profitiert habe. Es gebührt al»o f jemandem als ihm, meine andere Hälfte zu bilden und sie er ersten konform zu machen«. (Nr. 13, S. 16.) In dem Briefe Nr. 29, S. 28 versprimt er seiner Braut, ^in Exemplar seiner Schriften, die demnächst in 2, Auflage erscheinen, zu senden und er werde stolz darauf sein, wenn sie seine Gesinnungen billige. — »Denn auf der lieberem» Stimmung unserer Gesinnungen beruht unser Glück und unsere Zufriedenheit.« Auf die Berliner reichen Juden ist M. nicht gut zu sprechen (Nr. 21, S. 27) und meint, daß auch Fromet mit ihrem Charakter und, ihrer Denkungsart alle Gesellschaften mit den Reichen werde meiden müssen. »Doch wieviel Gesellschaft werden wir wohl suchen? Ich werJe in itoen die angenehmste Gesellschafterin finden und mich bemühen, von Ihnen für den besten. Gesellschafter gehalten zu «jerden. Was brauchen wir andere Leute, um glücklich zu sein? (Vergl. auch sein Urteil über die K’zinim in Nr. 32, S. 42 > I Dieselbe Zärtlichkeit und unveränderliche Liebe, die uns in seinen Brautbriefen begegnen, atmen auch seine späteren Briefe aus Pyrmont im Jahre 1774 an seine liebste Fromet, sejme treue Gefährtin und die Mutter seirjer Kinder. Daß M. kein trockener Philosoph wir, daß er auch Sinn Scherz und Humor besaß, wissen wir aus den verschiedenen Biographien. Das wird uns in diesen Briefen nur bestätigt.! Wie fein versteht er mit seiner Schwägerin Brendel, der jüngeten Schwester der Fromet, zu scherzen und sie zu ne keo. Von Humor zeugt der Purimbrief an seine liebste Fromet im Herbst 1762 (Nr. 65, S. 82)J der hier wiedergegeben sei. 1 — 140 T