Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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1 über die Tätigkeit des Ordens in Amerika interessiert uns hauptsächlich eine Sitzung des Exekutivkomitees, die unter dem Voriitz des jDrdenspräsidenten in Cincinnati stattfanci. Erster Punkt der Tagesordnung war ein Protest des Ördens gegen die geplante Kalenderreform / cer Order| beschloß ein enges Zusammengehen mit d :r zur Erhaltung des Sabbats ins Leben getretener Liga.; Im Namen des Ordens wurde dann der Ordenspräsident ermächtigt, dem Nobelpreiskomitc e in Oslo den Rechtsanwalt Salmon O Lev in so n zu empfehlen, den eigentlichen Schöpfer des I [elloggpaktes. Sechstausend Dollars, in zwei Ra en zahlbar, wurden für die »B. B. Stadtbibliothel« in Jerusalem bewilligt. Der vom neuen Ordenssekretär Br. Dr. Rubinow vorgelegte Aus Amerika. lxxxviii. B. B. Magazine, Jan. Febr- 1930. durch meine jetzige .Stiftung diesen Grundsatz in . Von den Berichten der vorliegenden Nummern die Tat umsetzen zu dürfen«. Daß die Pitts- A:" aj -i.. . burgher Tageszeitungen ihn als einen »Fürsten unter den Wohltätern« feirrn, ist angesichts der amerikanischen Rekjamesucht ielbstverständlidi. Ein Mitbürger schreibt von ihm und seiner Stiftung: »Kein Trompetenschmettern; I [ein Glockenläuten, gar nichts* bloß: »Hier habt Ihr's es gehört Euch, zehn Millionen Dollars. Morgen wieder was anderes. Lebt wohl « Br*. Falk ist ein Selfmademan. Aus ganz kleinen Anfängen widmete ei sich der Bekleidungsindustrie. Hierbei sah er aber keine Aufstiegsmöglichkeiten. Deshalb wandte er* sich mit seinem <1927 verstorbenen) Bruder L:on der'Metallbranche zu Dreiundsechzigjährig, ist er heute Präsident, Vizepräsident oder Direktor von mehr als einem eine Ausgabe von 350 000 Dollars vor* davon entfallen 110 0C0 auf die s eben Hilleistiftungen. ln bezug auf Wohltätigkeitsstiftungen verfahren die amerikanischen Glaubensgenossen jetzt nach einem neuen Modus. Sie;ehen vön der Erwägung aus, daß die Menschheit und die Judenheit in hundert Jahren ganz andere Bedürfnisse hat, als der Mensch von heute vorauszusehen vermag. Was heute das Klügste isr, kann ein paar Jahrzehnte später das Törichtste sein. Doshalb hat Br. Maurice Falk in Pittsburgh ze in Millionen Dollars einem Siebener-Ausschuß zu beliebiger Verteilung überwiesen, unter der einzige l Bedingung — und das ist das Neue —, daß Kapital und Zinsen Innerhalb von 35 Jahren aufge braucht sein müssen. erzieherischen und wohltätigen Zwecken — gleichviel in welchem Lande und in welcher St^dt — zugute gekommen sein. Br. Falk hat bisher den größten Teil seines Reichtums [»ersönlidi an Institute und Einzelpersonen verschenk, um sich noch bei Lebzeiten zu überzeugen, ob mit seijnen Spenden auch Gutes getan wurde. Ganz im Gegensjatz zu seinen gleichfalls wohlhabenden und wohltätigen Landsleuten verzichtet Br. Fa k auf ein Denkmal und Ehrentafeln nach seinem " ode. Audi die Begründung seiner Handlungsweise ist kennzeichnend für ihn* er sagt: »Ich bin deresten Ueberzeugung, daß jedes Mehr an Reichtum, das einem Menschen in den Schoß fällt, nur als «in ihm vom Himmel' verliehenes Pfand angesehen werden darf, das er unbedingt für die Wohlfahrt de > Menschengeschlechts nutzbar zu machen hat. Ich t diätze jnich glücklich, Btat sieht für 1930 _ halben Dutzend der größten F inanz-oder Industrieunternehmen. Als Bv. Falk der Universität Pittsburgh 900000 Dollars zu einer Klinik und Apo theke schenkte, ^erwies sich Instituts hierfür als notwendig im Verein mit sfeinem Neffen zu dessen Bau. Wird die. großartige Spe ide des Br. Falk zur Eindämmung der judenfeindlichen Flut in Amerika irgend etwas beätragen? Ist — für das »freie« Amerika b tschämend —, daß New York zehntausend jüd: der Bau eines neuen * sofort gab Br. Falk noch 400 000 Dollars es nicht erschütternd in sehe Mädchen einzig Bis dahin muß diese ansehnlicie Summe religiösen, 'n New York.; Hoffentlich y und allein wegen ihres Belenntnisses arbeitslos sind? In Chicago, das nur den vierten* Teil der New Yorker jüdischen Seeierzahl umfaßt, sind es achttausend, alio ein viel höperer Prozentsatz als erden diese arbeitswilligen Mädchen nicht et*a auch von jüdischen Arbeitgebern zurückgewiesen! Resigniert bedauert unse; Ordensorgan; daß an der Universität des Staate:; Michigan 500 Studierende beiderlei'Geschlechts;idi Izu einer *Guten Willen-Feier« zusammenfanden, daß*.diese interkonfessionelle Tagung aber nur »eine Handvoll« Menschen umfaßte gegenüber den Tausenden, - die diesen »guten Rillen« eben nidit aufbringen. Rabbiner Fink, der im Namen - der jüdischen Gemeinschaft sprach, Wies auf die letrübende Tatsache hin, daß jüngst jüdische Studentinnen von Haus zu Haus um ein Zimmer bitten gihgen, und daß man sie unter allen möglichen Vorwärden abwies! »Heutzutage können nur romantisch angehauchte Schwärmer annehmen, daß zwischen Irotestanten, Katholiken und Juden irgend ein Grad befriedigenden — 137 —