Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelehrter zu einem bedeutenden Faktor lidier Belehrung, sondern auch vornehmer geworden. Nach dem allzufrühen Heimgang des »Morgen«, unseres Br. Julius Goldstein, seine seit vielen Jahren als beste Mitarbeitei i treue Lebensgefährtin das Werk fort, in bekannte und bewährte Wissenschaftler auf sicht nur gruno- Verständigung de n Begründers des Darmstadt, führt n herangebildete auch weiterhin len Gebieten des Religiösen, der Philosophie, der Soziologie, Geschichte and Literatur zum Wort kommen. j ' ' * | Nicht nur die Achtung vor dem jüdischenI Geiste schlecht« ’ hin, sondern die Pflicht der Dankbarkeit als Juden und Brüder j gegen einen unserer führenden Geister erheiifcht von uhs die Erhaltung dieses bedeutsamen Werkes umsomehr, als Universitäten und christlich-theologische Seminare! zu den regelmäßigen Abnehmern zählen. I ■ ■ Kurze Uebersicht. ln der April-Nummer unseres Ordens! ilattes war unter der Rubrik »Kurze Uebersicht* eine der TA' bezw. englischen Zeitungen entnommene Notiz entha ten, daß seitens der Araber in Palästina eine Gesellschaft mit ansehnlichem Kapital gegründet worden sei, deren Aufga >e und Ziel sein soll, allen jüdischen Unternehmungen Konku renz zu bereiten und deren Boykott zu finanzieren. — Hier :u wird uns geschrieben, daß es sich bei der in der Meldung erwähnten Gesellschaft nur um ein ' in Aussicht genom nenes, nicht um ein bereits aufgebrachtes Kapital gehandelt hat. ,Gdt. In Königsberg fand die Weihe de: Jüdischen Altersheims statt. Das Heim selbst ist im neuzeitlichen Stil errichtet und mit vornehmer Einfachhei und Behaglichkeit nach allen Anforderungen der modernm Hygiene ausgestattet. Es bietet Raum für 35 Persone i. Um den Bau des Heims hat sich unser Königsberger Brude Elias Hirsch ganz besondere Verdienste erworben. Die Einweihungsleierlichkeiten fanden unter Teilnahme der Staats- und Kommunalbehörden sowie der jüdischen emd katholischen Geistlichkeit statt. Merkwürdigerweise feh te ein Vertreter der, evangelischen Religionsgemeinschaft. * Die »jüdische Altershilfe Groß-Berlin E.V.« weist in ihrem Tätigkeitsbericht für die abgelaufenen 12 Monate nach, in welcher segensreichen Weise sie wirkt. In wöchentlich dreimaligen Sprechstunc en wurden 900 Personen empfangen, in den Wohnunget 980 Personen hauptsächlich durch ehrenamtliche Helferinn :n besucht und in über 1000 Fällen viel Leid durch Bai Unterstützungen, Lebensrnittel, ärztliche Beratung, Gewährt ng von Medikamenten und Ausgabe von Kleidung und Möbeln gelindert. Den Bericht leitet der handschriftliche Albert Einsteins ein: »Am Schicksal der Aljen erkennt man die Kultur der Jungetr.« Der Verband »Ort« <zur Verbreitung von Handwerk unter den Juden) hät in Lodz vor kurzem mehrere hundert jüdische Handweber, die getrennt arbeiteten, z i einer genossen* schaftlichen Fabrik vereinigt/ jetzt erschien di r erste Abschluß des Unternehmens, der seine wirtschaftliche ’tosperität?eigt. In Warschau wurden neue Tisthlerei-I-ehr-Werkstätten eingerichtet. Erfahrene Instrukteure aus Amei ika und moderne Maschine^ sollen die Kurse möglichst nützliih gestalten. Der Dozent am Breslauer Rabbinersemin; r Dr. J. Heinemann wurde auf Antrag der philosophischi n Fakultät vom Unterrichtsminister zum Honorarprofessor an der Breslauer Universität ernannt. Der Gelehrte, dtr u a. mehrere bedeutende Werke über die hellenistische Ffiode des Judentums veröffentlicht hat, wird gleichzeitig ajn jüdisci-theologi/chen Seminar weiter dozieren. j « •«*- . Der Berliner Großindustrielle Leo Simon, Gründer und Geschäftsinhaber der deutschen Dibelwerke, feierte seinen 60. Geburtstag. Simon hat sich grundlegende Verdiensfe um Verbesserung und Verbilligung des Eisenbahnbaues in Deutschland erworben. Nach dem Kriege hat er' als einer der lersten ■zwischen den deutschen und französischen lndujstriekobternen wieder Fäden angeknüpft und sich für den Verständigungsgedanken eingesetzt. Allen jüdischen Hilfsorganisationen war er stets ein eifriger Förderer. Am 30. und 31. März fand im ehemaligen preußischen . Herrenhaus .zu Berlin de/ diesjährige, "sechstd Verbandstag des preußischen Landesverbandes jüdische/ Gemeinden statt. Es war die letzte Tagung des gegenwärtigen jParlaments, das sich Ende dieses Jahres einer -Neuwahl unterziehen muß. Direktor Kareski erstattete den Haushaltsberieht und klagte über die »wachsenden Anforderungen bei schrumpfenden Einnahmen.« Kammergerichtsrat Wolff entwarf ein Bild der Verbandstätigkeit während!' der letzten Jahre. Wenn auch einige der wichtigsten Ziele Wie Gründung des Reichsverbandes und Schaffung eines modernen preußischen Juder.gesetzes noch nicht erreicht seien, so sind doch anderer- - seits bedeutende Erfolge zu verzeichnen. D|e preußische Judenheit besitzt mit dem Landesverband eine (legitime Vertretung ihter Gesamtinteressen; eine Tribüne für ihre Forderungen und inneren Auseinandersetzungen. Die Rabbiner* und Lehrer-Bildungsanstalten sind finanziell sidicrgestellt, ehemalige Rabbiner, Kantoren und Lehier durch kleine Pensionen vor äußerster Not geschützt worden. Kleine, notleidende Gemeinden sind durch Beihilfen vor dem Untergang gerettet, einige Bezirksrabbinate eingerichtet worden. Dr. Freund berichtete über die preußischen Staätssubventioneri, die trotz aller Bemühungen bisher leider-, nicht Im entferntesten nach den Grundsätzen der 'Parität bewilligt wurden. Er klagte über Quertreibereien der Halberstädter Vereinigung. Dr. Klee referierte über die Subvehtionstätigkeit des .Landesverbandes. .!•■ Am 30. März fand in Berlin unter dem' Vorsitz von Dr. James Simon in Berlin die Jahresversammlung des H'ilfs- Vereins der deutschen Juden statt Die Leiter der Vereinigung, vor allem Herr Dr. Mark Wischnitzer, erstatteten über ihre Tätigkeit eingehenden Bericht. Es sind in » verschiedenen Ländern Schulen, Waisenhäuser und sanitäre Stationen errichtet, in der Wanderfürsorge und im Studentenhilfswerk manche dringende Not gelindert worden, aber gegenüber dem furchtbaren Elend der Millionen Juden in 'den Ostländern sei alle von hier überhaupt mögliche. Hilf* nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Trotzdem, dürfe m.^ri fn -93