Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 5 - Mai
- Date
- 1930-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, Mai 1930. Nummer 5. ^Uttettun^m 4$co^o0^|uc^c«^(aniII -i (ßingctragcnier Be rein. CigniEr Derlag Her (Sroßloae. gnreau: $062, SleiHHrage 12. ®elfjiljon: &mt $ 5,8arbaro|)a 461). UodrüJEöibünto: gerlin 16333 j o Hadibrjidt rSmtUtJjcr Ärtihcl au« liieren IBtttetlungen ber m f irten. Z&£ “I die Kinder der ganzen Welt. — | Briefe an den O. B. B. — Karze Uebersicht. — Aua Amerika. — Bflchcrschau. — Logenberichte. —{Mitteilungen ensgrufi der Kinder.von Wales an Zeitschriften anderer Distrikte. — Die jüdischen Gemeinden. Von Leo Batck. Aus dem Gedenlnterk .Zehn Jahre Deutsche Geschichte 1918-1988*, Otjo Stollberg, Verlag O. m. b. H , Berlin SW 68, bringen J wir die Ausführungen unseres GroBprisidenten, Br. Baeck. Das Werk, [dem der frühere Reichskanzler hermahn Müller und der verstorbene ReichsauBenminister Gustav Stresemann Geleitworte vorausgeschicjrt haben, enthüll Geschichte > in bestem Sinne: Kulturgeschichte. Es ist Oeschichte des Emporitrebens, des Wiederaufwirtsgelangens, der Erneuerung. In 5 Teilen werden von hervorragenden Krlften die verschiedenen Abschnitte der Entwicklung behandelt. Wir finden Aufsitze Ober die Entstehung der Reichsverfassung von Weimar, Deutschlands innerpolitische Gestaltung, fas Reich und die Linder, über Fragen der Wihrung, der Landwirtschaft, des Eisenbahnwesens, der ReicfaspostJSozialpolitik, Staat und Wissenschaften, die deutsche Dichtung, das Theater usw. Für die ‘deutschen Juden hat der Ausgang des Weltkrieges seine besonders trnsten, sorgenschweren Folgen gehabt. Die Landesteile, welche im Westen und Osten abgetreten werden mußten, waren Ge» biete mit einer verhältnismäDigJzahlreichen jüdischen Bevölkerung. Noch mehr [als die Zahl bedeutete ein anderes: sie umschlossen viele lebensfähige*und lebenswillige Mittel» und Kfeingemeinden. In ihnen, die von Geschlecht zu Ges|chlecht wie eine große -Familie waren, hatte die Religiosität eine Wurzel» haftigkeit und Traulichkeit,! deren die große Ge» meinde entraten muß. Sie gaben dem einzelnen sowohl ein lebendiges Gemeinschaftsgefühl wie 'das persönliche Bewußtsein einesj Wertes für das Ganze. Etwas von dem, was Wilhelm Raabes Wort meint, der deutsche Genius komihe von der Gasse der Kleinstadt her, zeigte sich auch an dieser Frömmig» keil!. Auch an ihr ist oft erfahren worden, daß der kleine Daseinsbezirk große sie dann verzehrt. Kräfte schafft und der Unter dem Anw: Städte, wie es die chsen der Groß» kapitalistische Zeit in einer bitteren Notwendigkeit bi achte, hatte das jüdische Gemeindeleben schon schv -er zu leiden, umso mehr, als hier-die starken, festha tenden Kräfte des platten Landes fehlten, da die hier Jahrhunderte hindurch landwirtschaftlichen Berufe verwehrt gewesen waren. In den großen Städten hatten sich aus den Men» sehen der kleinen die gre ßen Gemeinden gebildet, sie hatten 'oft auch deren Der verlorene Krieg fügte Religiosität aufgebraudit nun zu diesem Gewor» denen. Allmählichen das Jähe hinzu, er nahm eine Fülle kleiner Gemeinden fort. In dem Opfer an Menschenleben, von dem zwölftausend Gefallene zeugen, und in dem Op er an Heimat und Gut stehen die deutschen Jud^ n neben den anderen im Vaterlande, vin der Einbul te an öemeindeleben sind sie härter npth betroffen worden... Vor allem ergab es so der Verlust von Posen und Westpreußen und auch von Ostoberschlesien. Hier waren Stätten einer auch; geistig' sehr reg» samen jüdischen Religiosität gewesen, ein Boden 1 fruchtbarer Kraft für das große Ganze. Die Men» - sehen aus diesen Gebieten wandelten, mit geringen Ausnahmen, aus der Heimat foi% in der seit altem ihre Familien gewohnt hatten, sie wollten Bürger ihres Vaterlandes bleiben/ dieser Auszug der Juden 85