Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1930
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1930-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029149-6074821--2288-4868887- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
so ist die »Gesinnungslosigkeit der Intelligenz« gerade der Beweis,! daß hier. Gesinnung vorliegt. Bei dem Wort: sozial frei^di webende Intelligenz denkt man unwillkürlich an den modernen Juden, den durchaus nicht wirtschaftliche Gründe zur Sozialdemokratie gebracht haben. Daß dieses Bündnis zwischen dem entrechteten Juden und dem ausgebeuteten Arbeiter heute nicht mehr begründetist, darauf hat ej*pt unlängst Leo Baedc hingewiesen. <2. lib. Weltkonf.) Je mehr das Bürgertum sich als Intelligenz versteht, also als Gruppe, die geistig, und kulturell charakterisiert ist, — und das ist { heute der ^all, wo die Not des Bürgertums es nicht mehr als Besitzklasse erscheinen lassen kann — umso mehr hat der Jude Anlaß, sich als Bürger zu melden. Literatyr: Joseph Roth, Juden auf Wanderschaft, S. 49 ff. Karl Mannheim, Ideologie und Utopie, S. 1Z3 ff. Hans Zehrer, Revolution der Intelligenz, »Die Tat«, Okt. 1929. Walter Sulzbad), Nationales Cemeins<haftsgefQM und wirtschaftliches Interesse, S. 147 ff. Statistik und Wirtschaftskunde der Juden und die Logen. Von Br. Prof. Dr. Wj H a n a 0 p r - Frankfurt, a. M. Als nach Abgang' des Krieges in Frankfurt' a. M. unter! dem Vcjrsitz von Geheimrat Landaueine Propareandaversammlung des Vereins zur Gründung und Unterhaltung einer Akademie für die Wissenschaft, des Judentums abgehalten wurde, und das Programm für die wissenschaftliche Tätigkeit der Akademie eni wickelt wurde, wurde von dem Berichterstatter die Anregung gegeben, die Akademie möge ihre Tätigkeit auch auf die Erforschung der wirtschaftliche^ und sozialen Verhältnisse der Juden in Vergangenheit und Gegenwart apsdehnen.. Die Anregung-fand Zustimmung, gelangte aber erst 1927 ztjr Verwirklichung, denn in diesem Jahre wjjrde ’J>ei* der Akademie eine Sektion für Statistik und Wirtschaftskunde der Juden gebildet. Vorsitzender der Kommission ist Prof. Dr. Silbergleit, der ehemalige verdiente Direktor des Statistischen [Amtes der Stadt Berlin. Es gehören der ' Komm A. Cohen, München / furt a.M./ R.E. May, Halmburg / Direktor Rotholz, Berlin. Prof. Silbergleit Arbeitsplan für die Kommission zu entwerfen Zum Verständnis der ssion ferner an: Prof. Pröf. Hanauer, Frankging sofort daran, einen folgenden Ausführungen seien einige Bemerkungen über die Beziehungen der Statistik der Juden £ur allgemeinen Statistik vorangestellt. Unsere I^enntnisse. über die statistischen Verhältnisse der deutschen Juden, den Stand und die Bewegjung der jüdischen Bevölkerung, schöpfen wir in’ erster Linie aus den offiziellen Berichten der.- statistischen Aemtef des Reiches, der Länder und der Städte. Lieber den Stand der jüdischen Bevölkerung, über die Zaht, den Zivilstand, das Alter, die 'Berufsverhältnisse jrjfbrmieren uns die periodisch stattfindenden Volks- Bemerkung der Redaktion: Die Großloge empfiehlt den Logen, die statiitiscfken Arbeiten der Akademie nach Möglichkeit zu unterstützen. und Berufszählungen, über die Bewegung der Bevölkerung, die Eheschließungen, Geburten und Todesfälle die alljährlich veröffentlichten Zusammenstellungen. Aufgabe der Statistik der Juden im engeren .Sinneist es, von diesen Ergebnissen Kenntnis zu nehmen, sie weiter zu verarbeiten und Schlüsse aus ihnen zu ziehen/ dies muß natürlich nach wissensdiaftlidien Methoden, objektiv und ohne Tendenz geschehen. In vortrefflicher Weise ist diese Arbeit jahrelang von dem Büro und der »Zeitschrift für Statistik und Demographie der Juden« geleistet worden. Der Krieg und die Nachkriegszeit haben auch auf diese Institutionen verheerend gewifkt. Die Zeitschrift ist nach mehrfachen Zuckungen und Wiederbelebungsversuchen eingegangen. Die früher eifrig tätigen Vereine für Statistik in Berlinr München und Frankfurt führen,, wenn sie überhaupt noch existieren, ein Scheindasein. Daher ist •es aufs Freudigste zu begrüßen, daß die Kommission für Statistik und Wirtschaftskunde bei der Akademie in die Bresdie treten und die schmerzlich fühlbare Lücke ausfüllen will. Das Programm der Kommission soll folgende Themen behandeln: hinsichtlich des Standes der jüdischen Bevölkerung des Deutschen Reiches auf Grund der letzten Volks- und.Berufszählung vom 16. Juni 1925: 1. Die Verteilung der Bevölkerung des Deutschen Reiches nach dem Religionsbekenntnis. 2. Den Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung und ihre Gliederung nach dem Familienstand. 3. Die Berufsstatistik der deutschen Juden. 4. Die jüdischen Reichsausländer. Hinsichtlich der Bewegung der jüdischen Bevölkerung des Deutschen Reiches: ' * 1. Die Eheschließungen der Juden nach dem bisherigen Familienstand, dem Alter und den Berufsverhältnissen der Eheschließenden. 2. Die jü-’ 8