Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1929-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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den Geist ihrer Zeit ganzen Welt führen Kampf versteht man nicht im hellen und den Ansturm und Widerspruch einer und siegreich beendigen? Aber diesen kaum, siche* nicht ganz, wenn man ihn klaren Liefet der Geschichte sieht, das wir eben moderner Forschung verdanken. Was nun diese zutage gefördert hat, wird hier in den Grundzügen freilich, über so klar und deutlich, so leicht verstündlich und anziehend dargestellt, daß auch der Nichtfach- . mann sich ein zuverlässiges und ausreichendes Bild davon machen und für die Lektüre der heiligen Schrift nutzen kann. Mag man auch einzelnen hier vorgetragenen Ergebnissen der Wissenschaft mit Recht zweifelnd und kritisch gegenüberstehen — Kittel selbst ist der letzte, der ein »Schwöre}) auf die Worte des Meisters« verlangt — das Ganze wird! man als eine hervorragende literarische Leistung werten utjd zu den j besten und gediegensten Büchern dieser Art' rechnen müssen. | Dr. Holzer, Worms. Jüngste literarische Erscheinungen. Die Fülle der literarischen Neuerscheinungen, die alljährlich im Vierteljahr vogil Oktober bis Januar einsetzt, macht es außerordentlich schwer, sich eilten Ueberblidc über diese zu verschaffen.^ Führer zum guten Buch zu sein aber ist in hetvorragendem Maße Aufgabe unserer Logen, dumal in einer Zeit, die es dem einzelnen nur schwer ermöglichte die Bücher sich selbst zu beschaffen oder Zeit zu findet}, sie zu suchen. [Darum möchte di einige Werke jüngsten Datums her- Vorlieben, die geeignet sind, im Bruderkreise Gegenstand eingehender Beschäftigung zu sein j und die sich auch zur Anschaffung für* die Logenbibliotheken eignen dürften. Jacob Wassermann veröffentlichte seinen'»Christof Columbus« (Verlag 5. Fischer, Berlin, Preis Mk. 9.—>. Er beschreitet damit den Weg der historischen Biographie, wieder, den er schon einmal in seinem! »Caspar Hauser« ■ betreten hat. Vielleicht reizte ihn die Lebensbeschreibung des Columbus deswegen, weil “von manchen Seiten, jedoch ohne daß sich dafür ein Beweis erbringen ließ, die jüdische Abkunft des Columbus behauptet wurde. Vor allem aber ist Wasser- •- mann in den letzten Jahren immer mehr ein Anwalt der Unterdrückten geworden. Das Bild, das er hier vom Schicksal der Indios enthüllt, erinbert! in oft erschütternder Weise an (las Schicksal der Juden. fcWie die Tat des Columbus .drüben in der entdeckten Welt iBlutbad um Blutbad herbeiführte, war auch in der Heimat [ihre unmittelbare Folge, daß Hunderttausende vonj friedlichen! und unschuldigen Menschen von allen ExistenzmiJteln entblößt außer Landes gejagt und andere Hunderttausende (man nimmt an eine Viertelmillion) grausam hingeschlachtet wurdet}.« Das Buch Wassermanns zeichnet sich vor allem durch j seine außerordentlich ruhige Art jder Darstellung aus. Franz Werfel berührt in; seinem großen Roman »Barbara oder die Frömmigkeit« (Baut Zsolnay, Berlin, 19Z9, Preis Mk. 12 —> an Iden verschiedensten Stellen das "Juden- Schicksal, Dieser Roman spielt} im Wien der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Wir erleben hier noch einmal , das typisch, österreibischje Schicksal, und . insofern ist.dieses Buch den Kfiegsbüch Tn atide rer Länder an die Seite zu stellen. Die verschiedensten hervorgebracht hat, namens Engländer, bleibt seinem Ideal bereits vom Kult d übergegangen war. das Buch hehandelt auch unserer Jugend üdiscjhed Menschen, wie sie ■ gerade Wien begegne b uns. So etwa jener Mann ler von einem Bund'träumt, der Juden- und Christentum vet einigen soll. Engländer geht in geistiger Umnachtung zugrur de. [; D t Revolutionär Ronald Weiß auch; dam treu, als die Modestimmung' 1 rr Revo ution zum Kult des Egoismus - n ddr Kunst der Menschenschilderung — in der; Hauptsache das Schicksal des Sohnes einer altöstei reichlsch in Offiziersfamilje, der m [ seiner Gebundenheit an seine alte Kinderfrau Barbara Halt findet — beweist auch dieses Weik wieder das reife Könnet} des Dichters, das uns aus frühereti Werken, man denke etwa an den »Abituriententaj«, in {Paulus unter den Juden«. ju. a. bekannt ist. Edmond F I e g s »ijdos :s« (Verlag R. Pieper'©{Co., München, Preis Mk. 12.-4) cersucht die Mosesgestalt nachzuzeichnen, die die Jährnunc erte in Haggada und Midrasch geformt hat. Es ist derMoies, der mit dem jüdischen Volk Jahrtausende um di: Erde 'ewandert ist.- Gewissermaßen tftellt dieses Buch ei nen Qye rschnitt durch die jüdische Geschichte dar, da viel: Eigens haften, die Fleg unseren Vorfahren bei ihrem 2ugeldurh die Wüste zuschreibt, auch heute noch für jüd sehe« W sen charakteristisch sind. Besonders ist dem Dich er d(e G estaltuog der Sprache gelungen. Das Buch lebt * und ist In tervorragendem Maße geeignet. jene große Zeit der. jüdischen Wanderung lebendig zu machen. Von Walther R ith^ns u's »Politischen Briefen« ^Verlag Karl Reissner, Dresden, Preis Mk. 9.—> wird ein olffenbar letzter Band der Oeff intli chkeit übergeben. Die Persönlichkeit Ratjienaus d irfte auib in unserem Kreise noch auf lange hinaus im Miitelpunkt von4Diskussionen stehen.; Besonders umstritten bleibt seite jüdische Haltung, die unter dem iSrudc der Verf Igun { a lerdings immer ptehr erstarkte. Deswegen sollte mät audi aif seine Aeußerung, wie sie in einem Briefe, der in dem v erliegenden Band enthalten ist und das Datum des 17. Mai i 919 trägt, nicht allzuviel Wert legen. Ah dieser S eile |heb; er nämlich hervor, daß die zahlreichen Juden, dieihm bekannt sind, in den Evangelien den Hauptinhalt ih es religiösen Bekenntnisses erblicken. Außerdem enthält d eser Barn I in seiner Mannigfaltigkeit des Briefwechsels sehr ' resentliche Beiträge zur- Zeitgeschichte und zur Charakteris erunj; v eler politischer Persönlichkeiten unserer Tage. Als Korrektur ür die h [ersehenden Anschauungen1 über Amerika dürfte das Buch iron Egon Erwin Kisch »Paradies Amerika« (Erich Re ß Verlag, Berlin, 1930, Preis Mk."6.80>. besonders geeignet *" lein. W er allerdings die Bücher' von Schalom Asch kennt, der wir I sich durch sie bereits ein Bild von der Lage'des jülischei Konfektionsarbeiters New Yorks gemacht haben, von lern i luch Kisch zu erzählen weiß. „ Der »rasende Reporter«, wie man den Verfasser gern nennt, hat sich mit besonderer l lebe In < las Schicksal derjenigen Klassen Amerikas ßineingclett, die als Arbeiter den Reichtum des .+ Brüder j denket bei der Djarreichung von Spenden adelt an die GroßJode! f — 251 —