Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 11 - November
- Date
- 1929-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Zu den in unserem Logenorgan Nr. 6, Juni 1929, §. 107 .bekannt gegebenen Vorträgen und Referaten für*die Logen sind neuerdings nachstehende hinzu« gekommen; 18. Bernhard Nadel-Danzig: Die sittliche Grund« idee unseres Ordens. . Max Löffler*Pfauen: Verschwiegenheit, Gust. Thalheimer-Mannheim: Die Juden als Handelsvolk in der Geschichte. r 21. Otto Heymann-Köln: Das jüdische Zinsgesetz. 22. Ludw. Oppenheimer-Frankfurt a. M.: Neuzeitliche Wirtschaftsprobleme und wir. 23. Rieh. Löwe-Hannover: Die Sage vom ewigen Juden. Schindler. Finkei. Sonderausschuß für die geistigen Interessen. 20. Briefe an den O.B.B. Heimabende.! - Schon seit Begründung unseres Ordens spielt die Frage der Aktivierung säumiger Brüder eine nicht geringe Rolle im Logenleben. Da. der Orden mit seinen idealen Tendenzen die ganze Persönlichkeit des Logenbruders, seine täti je Mitarbeit an seinen Bestrebungen. verlangt, kann dr sch.nicht ’ wie andere Vereine und Körperschaften mitder blofen Beitragszahlung seiner Mitglieder begnügen. Da darf jedes Mittel freudig begrüßt werden, das geeignet erscheint, Brüder, die aus irgend einem Grunde dem Logenlehen fern bleiben, demselben zurückzugewinnen. Als einen Schritt s uf dem Wege zu diesem Ziele haben sich die Heimabende »wiesen, die in der w. Spinoza-Loge seit einer Reihe von Jahren abgehalten werden^ Sie entwickelten sich seinerzeit aus dem Bestreben der Brüder des-geistigen Ausschusses, neben den sachlidien Beratungen auch den persönlichen Zusammenhang untereinander zu fördern. Dabei ging man vop' dem im Wirtscha tsleben als richtig erkannten Gedankep aus, daß überall, wo der, Konnex unter Arbeitsgenossen-ein größerer ist, a ich die sachliche «Leistung derselben eine weit höhere wird. Und nichts schien geeigneter• zu sein, das persönliche Intereise aneinander und damit den Zusammenhang zu fördern, als wenn sich die Brüder in ihrer Häuslichkeit trafen, ln diesem gemütlichen äußeren Rahmen, im intimen Kreise gleichgesinnter Brüder ergibt es sich von selbst, daß man sich eröffnet, seine eigene Person mit allem Denken und Empfinden mehr sprechen läßt, als es in den feierlichen Sitzungen dfcr Loge der Fall sein kann. Gerade an diesen Heimabenden kommen oft Brüder zu Worte, die es in der Loge aüs irgend einem Gründe nicht nehmen und sichern auf diese Weise ihre oft wertvolle Mitarbeit an den allgemeinen Bestrebungen. Aus dem Büro der Großloge. Expräsident Br. Cohn-Dessau 60 Jahr 5 alt. Am 28. Oktober 1929 feierte Br. Expräsident J istizrat Dr. Hermann Cohn-Dessau seinen' 60. Geburtstag. Br. Cohn, der seit über 30 Jahren dem Orden angehört, hat sich neben seiner großen beruflichen Arbeit auf allen ihm zugänglichen Gebieten sozialer Tätigkeit mit dem ganzen Einsatz seiner Persönlichkeit betätigt. Auf vielen jüdischen Gebieten zählt er zu den führenden Persönlichkeiten. Im Kreise unseres Ordens dürfen wir. seiner mit besctoderer Der Ablauf dieser Heimabende ist nun so, daß der einladende Bruder auch für die geistige Kost des Abends durch ein Referat zu sorgen hat, dessen Thema er seiner Berufstätigkeit oder einem sonstigen, seinen Neigungen entsprechendem Gebiete entnimmt. Die sich daran anknüpfende zwanglose Diskussion gibt Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch, der sich dann wie von selbst nicht selten auf allgemeine Logendinge erstreckt. Manche Anregungen, die dem Logenleben selbst zugute kamen, sind hier zutage gefördert worden. - Selbstverständlich dürfen diese Heimabende nur im. bescheidensten äußeren Rahmen gehalten sein, um jedem die Aufnahme der Brüder bei sich zu ermöglichen und nicht den tieferen Zweck über den lukullischen Genüssen zu vergessen. Wir haben es immer abgelehnt, besondere Zirkel zur Bearbeitung spezieller wissenschaftlicher Themen zu bilden, weil wir der Meinung sind, daß diese Aufgaben den Fachleuten überlassen bleiben sollen. Die Erfahrung hat auch gelehrt, daß die wissenschaftlichen Zirkel in den Logen zu einem kurzen Dasein verdammt sind, weil es Laien an entsprechenden Vorkenntnissen, noch mehr aber an der Fähigkeit methodisch wissenschaftlich zu arbeiten fehlt. In der von uns durchgeführten Form sind die Heimabende ein Kraftquell, der das Logenleben zu befruchten und abseits stehende Brüder für den Ordensgedanken zu gewinnen und sie zu tätigen Mitgliedern zu machen vermag. Wenn man an den Heimabenden neben einem Stamm alter bewährter Brüder immer einige zu aktivierende abwechselnd teilnehmen läßt, gelingt es mit der Zeit, einen nicht geringen Teil der abseits Stehenden zu erfassen und sie dem Logen- ' leben zurück zu gewinnen. Keine Loge sollte es versäumen, ein solch erprobtes Mittel, wie es die Heimabende darstellen, zu einer ständigen Einrichtung werden zu lassen. > ' Br. Expr. Willy Cohn-Berlin. Dankbarkeit gedenken. Lange Jahre gehörte er dem. Generalkomitee der Großloge an. Bei vielen Tagungen der Großloge war er zugegen und hat lebhaft in die Debatte eingegriffen. Auf der Tagung des Jahres 1913 hielt er eines der Hauptreferate: »Der Orden im Gegenwartsleben •der Judenheii«.. Mögen dem bewährten Bruder noch viele Jahrzehnte erfolgreichen Schaffens beschieden sein. ' — 214 — I-