Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1929-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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als reines Vernunftwes tn / aber als ein Ganzes von praktischen Vorschriften und Geboten kann sie hierbei nicht stehen bleiben. Darum kennt das Judentum nach Mendelssohn zwar keine geoffenbärte Religion, abei geolfenbartes Gesetz. Mendelssohn beruf sich auf die unverbrüchlichen, stets sich selbst gleichen Gesetze der Ver» nur ft. Lessing aber I kannte im Grunde eine s o I c h e Vernunft niclt mehr. Sein Begriff der Vernunft nimmt das Werden und die Entwicklung in sich auf. Das orthodoxe System sieht alle religiöse Gewißheit im Mendelssohn sieht sie Lessing sieht sie rein der Zukunft. Er sieht Lichte der Vergangenheit t im Lichte der Gegenwart/ und ausschließlich im Lichte in Irrtum nicht den absoluten Gegensatz zur Wahr >eit, sondern eine unumgängliche Bedingung suchenden Wahrheit gibt sich gern als den a — und doch ist das, wa Forschung hingeWieseu keinen Ruhepunkt mje der werdenden, der sich;elbst. Der .Dogmatismus (einigen Hüter des Glaubens ihn letzten Endes bestimmt, die Menschheit auf ei 1 feststehendes System von Lehrsätzen zu verpflich :en, nichts anderes als eine Art Unglaube / als die Furcht und das Mißtrauen, daß die Menschheit, einmal auf . die freie Bahn der keinen festen Halt und hr findet. Lessing kennt diese Scheut vor der Ijlnendlichkeit des Weges der Erkenntnis nicht. Fr. Heinrich Jacobi behauptet nem eigentlichen Spinozismus wenig die Rede sein, wie s Goethes. Beide fassen das und Werden in fundamental in der Metaphysik Spinozas auf dem Grundbegriff der War Lessing, wie hat, Spinozist? Von e Lessings kann ebenso von einem Spinozismi Verhältnis vom Sein anderer Weise, als es geschieht. Diese rufft ewigen, in sich unveränderlichen Substanz, die alles^ besonder» endliche Dasein als einen bloßen Modus umschlieft und die die Ge'slamtfieit dieser Modi mit geo'rjietrischer h otwendigkeit 1n «ich f^ßt. Sub specie aeterni ist unc bleibt die Zeit ein inadaequätes Erkenntnismittel, üben dieses Motiv der Zeit und des reinen Werdens abejr ist es nun, das für Lessing 'wie für Go:the eine iieue durchaus positive Bedeutung gewinnt. Goethe jbpgreift die organische Wirklichkeit unter .dem Gesichtspunkte -der Metamorphose/ Lessing begreift die religiöse und sittliche Bildung.der Menschheit unter dem Gesichtspunkte der Entwicklung. Die Idee der Religion, arte sie sich einheitliih und doch mit schürf ausgeprägten Unterschieden bei Mendelssohn u td bei Lcssing gestaltet,-gehört nicht schlechthin der Geschichie und damit der Vergangenheit an. Htrmann Cohens religionsphil> sophische Hauptschi ift »Die Religion der Vernunfp aus den Quellen des Jude,ntums«'fußt auf Mendessohns »Jerusalem« Den eigentlichen Kern ces Judentums aber seht Conen in der Idee des Messianismus. Er erkennt mit Lessing und Kant die Religion der Vernunft, als die Religion der Zukunft. Die Feier des zw eihundertjährigen CGeburtstages von Lessing und Mendelssohn, die vir in diesem Jahre begehen, wixl nur dafin zur ech en und fruchtbaren ]Erinnerung an beide werden können, wenn wit uns ständig bewußt bleit daß wir keinen von ihnen zu einer bloß historisc Größej, zu einer Größe der Vergangenheit mac dürfenL sondern caß wir sie als Verkünder einer geistigen Zukunft verstehen und ehren wollen. F. Gdt gesdiichte des großen vollerem Menschen wie wird. Dem Leser tönen Bücherschau. Moses Mendei;sohn — das Märchen seines Leben j erzäh t von Jacob Seifensieder. Philo- Verlag, Berlin ,S\V 68. Wer dieses Buch ven Seifensieder zur Hand nimmt, wird es wie ein spannen les Märchen lesen, da die Lebensdeutschen Nationalbec^uß'seins 'rurde und zum Vorkämpfer des Vollbürgertums <ler deutschen Juden. In wunderbarer kommt auch zum Ausdruck, wie in Mendelssohn ge- Weise rade Treue lilosophen und noch bedeutungse£n Märchen zum Ausdrude gebracht die Worte eines jeden Märchenbeginnens »es war eintt al« in das lauschende C hr. Audi das Motto der kleinen Sei irift »Deutsches Land trä|t deutsche qinem Märchen als gradlinige Enti des Lesers. Es ist wie in einem denjunge Moses, der kaum der in frühen Jahren des Lernens nie Frucht« kommt wie in widdung zum Bewußtsei Märdien, daß .dieser J deutschen Schrift mächtig, sfeine jüdischen und das inn seines ' Lebens ihn Geistes zu erkennen zu seinem Judentum ein deutsches Buch gele: en hatte, zum Vorkämpfer eines *' — 167 Eigenschaften, die ihm innewohnende wohnende Festhalten ' am Gege >enen azu ,bcfäh gt?n, die Größe deutschen Die Tre je zu sich Selbst, die Treue läßt ihn iber den Selbstmord ui teilen mit den Worten: Die Menschen sind wie die Schildwichen, die ihren Posten nicht verlassen dürfen, , ehe sie atygi rufen werde . ' - . Joseph Hirah. Moses Men Jelssohn. Ein Lebensbild fi r* die israelitische Jugend, cargestellt von J. Herzberg, geschria kvoll in Gai «leinen gebunc en mit 2 Abbildungen M■ 2,5o. "i raus» 1 r