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Der Orden Bne Briss · 1929-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Jüdischer Friedensbund . ] Aufruf. Weftumspannende, bathofische und evangelische friedensorgai Kreise die Einfaaüng ergeben fassen, mit ihnen zu einer Arßeitsgemeinscßaft für den Trie A •r. isationen baßen an die jüdischen den zusammenzutretei Mit dieser äußeren Anregung, der sich unsere Gemeinschaft n der, innere Antrieb zum Mitwirben an der tue ft historischen Aufgabe u. ’t, s Das , Judentum, das die Ideen des Weltfriedens und der Väi betpersöhnung vor Jahrtausenden 1 id,\ kann jetzt, da ihre Verwirhzuerst verbündet bat, dessen heilige Schriften von diesen Ideen erjüfft s fithung an Bricht, njfht untätig beiseite stehen. Unserer| hohen ideale eingedenb, woffen wir im Rahmen des , Versittfichung der| Menschheit und den ■ dauernden Weltfrieden wirben. jüdisden Gemeinschaft den Gedanben der jüdischen Friedenssendung jüdischen Energieg, Hand in Hand mit den anderen Bebenntnisbreisen "Friedens einzusetzen. . . Unsere \Liefe sind affen jüdischen Parteien gemeinsam Wir rufen daher affe Gfgubensgenossen auf, sich unserer'Bewegung anzuschließen und in affen Gemeinden ertauisatprische Stützpunhre für sie ] Zu schaffen. Der\ Jüdische "Friedenshand ist gern bereit, mit den Sdwt stfrvereinigungen, in den anderen Ionisationen entstehen werden, dditen uns unter der Adresse der i’b\i5, zubom.men zu fassen. geträumt und gefebrt haben. Maaten zusammetizuarbeiten und hofft, daß in affen Kufturfändern ähnliche Wir Bitten, sich mit uns in Verbindung zu setzen, und Nacht ü Geschäftssteffe des , Jüdischen Friedensbundes, Berfin-SSöneberg. Am Pa j Vereinigen wir alte unsere Krähe, um Jaswas unsere Vorfa.n heute ins Lehen tigtzusetzen. Auf die Anregung des evangelischen »Weltbundes* für internationale Freundschaftiarbeit der Kirchen und des »Friedensbundes Deutscher Katholiken« ist eine Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden begründet worden, der sich der Einladung entsprechend der neu geschaffene Jüdische Friedensbund eingefügt hat. Die Arbeitsgemeinschaft bezweckt »die Zusammenfassung der Bewegungen, welche die Verwirklichung des Friedens als eines in der Religion wurzelnden sittlichen Gebotes erstreben*. | Im Einklang mit diesem Programm will der »Jüdische. Friedensbund* »im Geiste def jüdischen Lehre für die Versittlichung der Menschheit und den dauernden Welt- ' frieden wirken*. Das Judentum wird bescheiden in dem großen Oanzen an dem ihm zukomihenden Platze — zurückhaltend, aber nach innen mit dem ganzen Einsatz seiner geistigen Kräfte dabei sein. Eide Tätigkeit im Sinne dieses Gedankens ist Ausfluß des Ordens-Denkens und -Tuns. Der Friedensgedanke ist iii gleicher Weise eine Angelegenheit der europäischen \jie der jüdischen Wohlfahrt. Judentum — als Ganzes — ksJnn nur gedeihen in wohlgeordneten Verhältnissen. Durch Krieg und Nachkriegswirkung ist es zu den Schwerst-Leidenden geworden. Friedliche Verhältnisse entziehen es der Gefahr, Ventil aller Mißstimmungen zu werden. Auf der Grundlage der prophetischen Lehren ist aus der vertieften Erkenntnis einer tausendjährigen äußeren Friedlosigkeit gerade bei den Juden die große Sehnsucht nach dem Frieden erwachsen, der starke Wille zum Kampf um den Frieden. Irgend etwas davon steckt in uns allen, nicht zulettt in den großen jüdischen Persönlichkeiten, die ihr Leben für ein politisches Ziel eingesetzt haben, hinter dem ihnen der Friedensgedanke stand. — Es ist gleich, ob wir dabei an Rathenau oder Eisner, an Landauer oder Rosa Luxemburg denken. Zu bekämpfen ist das Mißtrauen einerWelt, icht entziehen darf, erer Zeit*. verbindet sich lücfischen "FriedensBundes ” für die fgift einerseits ^innerhalb der zu\ befehen, 'andererseits die für den prabtischen Aufbau des gegangen sind. DemfOhiät dem wahrhaft ^eligi Platz an vorderst* rS Um den Friedensge dank aber auch das Mißtrauen in uhseren eigenen Reihen und eine gewisse Scheu in in» selber, wir könnten uns bei den immer noch Mächtigen mißliebig machen. Als töricht ist derjO tdknke abzuweisen, daß mit dem Friedensgedanken Verweichlichung verbunden sein müßte. Die mutige Kulturleistiin j. dir 1 .uftschiffahrt eines Eckener ist tausendmal bewunjdei nswür diger ajs eine Leistung auf dem Schlachtfelde. ' ' ■ Unsere jüdische Jug :nd hit sich gerade in der Zeit nach der Auflösung des s enend sn Heeres auf dem Gebiete der körperlichen Ertüeht gang als stark erwiesen. ' *’ Nach Möglicbkeitj n üssenj wir die Sinnlosigkeit des politischen Geschehens, üb durch das Mißtrauen gegeben ist, zu bekämpfen suchen und die vielen geistigen Radien, über die wir Verl ügen, n&h außen' wirken lassen. Irgend etwas in unserlen Herzen läßt uns trotz aller Rückschläge die Hoffnung nicht aulgeben, daß der Kampf um-den Weltfrieden [nitht ganz aussichtslos ist. Wenn aber der Appell an fie z und Gemüt allein nicht wirkungsvoll genug sein so Ite, so wird vielleicht die Kriegstechnik selber den Kilieg mit tuflösen helfen. Als symbolhaft djarf man die Nobelsohen Kulturpreise heranziehen, die] ausl> d< nf {NobePschen Dynamit hervorigen,dem Ethisch en, Ösen aber muß ein :elle bleiben. :n als' geistigen Besitz der Menschheit müssen \^ir kätndfen. Wir können dem amerikanischen Staatssekrletäi Kellogg beipflichten, der folgende Prägung gefunden hat: »Wenn das Volk dtn Gedanken angenommen, hat, daß kein Krieg seiif s >11, dann wird es keinen Krieg geben. Schiedsgerichtliche Entscheidung wird nur dann wirksam sein, wenn dahinter der Wille des Volkes steht. Der Oedanke des Weltfriedens kann sich nur dann durchsetzen, wenn ^icht nur die Regierenden, sondern auch die Völker, deiner iie ihre Mach) verdanken, sich mit diesem Gedankeji vertraut gemacht haben*. 135 l

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