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Der Orden Bne Briss · 1929-07-01 · Nr. 7/8 - Juli/August · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 7/8 - Juli/August
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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nellen rabbinisChen Judentums von heute vereinendes Redakti onskollegium den Kommentar sehn:ibt. Oar manches von dem, was S. R. Hirsch vorgearbeitet hat, wird, so oder so umgearbeii et und eingegliedert, Übernommen werden. Die halachisch-exegetischen und religionsphilosoptischen Arbeiten der Jahrzehnte seit S. R. Hirse i, die neueren historischen Forschungen, z. B. üb :r Ausgrabungen und Papyrusfunde — die bis 1er sämtlich die biblischen Angaben exakt besitäigt und die zuverlässige ''historische Berichterstattung der Bibel bis in die unscheinbarsten Einzelheiten gezeigt haben — in die G.emeinscj jüdischen Menschen wird, hat die Bibel »Erbauung«, nicht Bewunderung soll Lebensinhalt schaffen, auf daß d Recht kommen kann li i f t s h a n d I u n g en der aus unserer Zeh eiggefügt hjren Zweck erfüllt. | Nicht Schwärmerei und ästhetische sje auslösen: siel w i I I hferden. Helft, dies 4 Bibel £ jüdische Buch zu Seinem an Noch ein zweift gediegener und die Arbeiten gleichenden auf dem Sprachwissenschaften und vieles heute so erschreckend fehlt: die geistigen Unterm Kollegium neben der kann nur in Jahren ge aber wäre unermeßlich großen Oebiete der verdas vermittelt, was andere mehr wird der Literatur der autoritat ven Kommentatoren und Gesetzeslehrer als U nterlage dienen können. Gewiß: Diese Arbeit v-ird nicht leicht sein und eistet werden. Ihr Wett groß, ihr Erfolg könnte in der nachhaltigen Beeinflussung einer ganzen jüdischen Generation unschätzbar sein. Mit der Bibelausgabe, wie siej uns hier vorschwebt, in der Hand, könnte jeder Jude und jede Jüdin, insbesondere die Jugend, allwöchentlich die Sidra wirklich lesen und lerrjen und so wieder in den Kreislauf des jüdischein Jahres hineinwachsein und in jüdisches Degken und Wissen wie in einen Gesundbrunnen | untertauchen. Anstelle Tastens und Dilettieregs träte Verständnis und ahnendes Wissen, träte! der Anreiz, immer weiter zu gehen, tiefer euzu^fringen und an die Urquellen selbst durch konsequentes Lernen heran-, gehen tu können. Vorallem würde die Halacha, das Lebensgesetz, die 'Anforderung an den jüdischen Menschen, wieder verstanden und auch in weiterer Entwicklung respektiert und gelebt werden. Die richtig verstandene Bibel ist eben nicht nur Buch und Schrift, sondern zwingende Forderung. Richtig verstehen aber heißt auch erkennen, daß die Bibel nicht nur für den Juden der Wüstenwanderung vor 3500 Jahren gegeben wurde, jsondern, daß sie E w i g - keitsgeltung besitzt, und daß wir nur in ihr forschen müssen, um in ihren Bestimmungen auch den klaren Leitsat^, das Lebensprinzip, die Richtschnur für all unsere Handlungen auch in unserer andersartigen und scheinbar so komplizierten aber doch auch nur mit Menschen mit all ihren Schwächen angefüllten »modernen« Welt zu finden. Erst vyenn sie dadurch wieder erweckt ist, daß sie mitj ihren Grundsätzen aufs neue praktisch in das Einzel leben und haben ohnehin viel verwurzelte Männer, Einflußmöglichkeit II. esbrauchen wir: Es fehlt d großen Auflagen heraus-j gebrachter, daher billiger jüdischer Literatur, die dem deutschen Juden von lagen des Jegitimeg (historisch-traditionellen) Judentums überhaupt und die Kenntnis der Stellung dieses Judentums zu allen die Kulturmenschheit bewegerden heutigen Fragen.! Wir. zu wenig im Vqlljud^ntum die die Zeit, Schulung und haben, in der öff]enti liehen Diskussion das Wort zu ergteifen, um zu sagen, welche eminenten, fast nie gekannten und anerkannten Inhalte das Judentum auf allen Gebieten [henschlicher Geisteskämpfe besitzt und wie es vielfach zu scheinbar Oberau^ verworrenen und undurchsichtigen Fragenkomplexen nicht nur Beachtliches zu sagen hat, sondern oft genug]! den Schlüssel zu ihrer Lösungmitallerdings Radikal-konsequenten Mitteln in der Hand h^L A Rer fast überall geht draußen im Leben des deutschen Volkes — unter Anteilnahme vieler Rassejunen — die Diskussion über Tages- und Zeitpropleme vor sich, ohne daß dabei der Standpunkt des jüdischen Geistes und üehör kommt Man weiß viel zu wenig von seinen frten und hat sich deshalb der Tradition zum auf jüdischer Seite eigenen Traditionsw längst abgewöhnt, aprt die Lösung brennender geistiger Fragen zu tuchen. (Während.ich diese Zeilen schreibe, liegt vor mir das neueste Heft der ausgezeichnet geleiteten Zeitschrift »Soziale Praxis«, das ganz dein Thema Berufsethos und ( Berufsethik gewidm« ist. Katholische und evan-' gelische Geistliche legen aus ihrer sozialen Praxis und aus der Eigenan ihrer Kirchen heraus sehr interessant'ihre Erfahrungen vor; 'es wird u.a. über Luthertum und Berufsethos u. a. m. gesprochen ... — ein ( jüdischer Autor fehlt, obwohl auf diesem Gpiete wohl einiges von uns . zu sagen wäre!) I1 | Wir brauchen eine, technisch nach Art der.vor dem Kriege erschienenen roten Hefte - 133

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