Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 7/8 - Juli/August
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Berlin, Juli/August 1929. Nummer 7/8. QHitgetragenec Bereitu üerlag üer <Brogloge. ftonjan: tp 62, gl£td(tra6el2. Criepijon: %M § 5, paröc n »adibtu* färntHdier Brtthel au« Xrisfen IBtttetlui;n tu o(|5 4619. ffollfdjttkkonto: $erltn 163 38 en toerturfen. Inhalt: Expräsident Br Professor Dr. — Zehn Jahre deutsche Reichsverfa D. Bogen. — Aus dem Büro der häuser e. v, Himburg I , — Aufruf, ' des Vl'l. Distrikts 1 Oktober 1928': ulius Goldstein zum Gedächtnis. — Arbeit am Judentum und iung. — Was w r am notwendigsten brauchen! - Jüdischer jrobloge. — Kurze Uebers»cht. — Jüdischer Frauenbund — Zeitschriften anderer Distrikte. — Bucherschau. — Loge 1. Marz 1929; — Mitteilungen. Blick atf di* Menschheit — Theodor Herei. friedenV bünd. — Ordenssekretär Br Dr BoHs — Verein zur Förderung ritueller Speirieiberichte. — Zu* und Ahgangg in den Logen Expräsident Br. Professor Dr. Julius Goldstein zum Gedächtnis. Was wir lange befürchtet haben, ist eingetreten, am 25. Juni 1929/ ist unser lieber Bruder ExpräsideAt Professor Dt. Julius Ooldstein nach jahrelangem] Leiden verstorben. Wir B. B. genügen einer einfachen Pflicht des Dankes, wenn wir an dieser Stelle uns nochmals ins Gedächtnis rufen, welche Persönlichkeit uns geschenkt unerbittlichen Hämmern werden und wieder streichet 1 und liebkosen, * Dieser Eindruck vertiefte sich bei jettem weiteren Hörer. Das wäre natürlich nicht möglich gewesen, wenn es. nur das Wort gewesen wäre, das diesen Zauber ausübte. Nun kam aber das erst hinzu, was recht eigentlich war und was uns fliese Persönlichkeit ^gedie besondere E efähigung des Entschlafenen für schenkt hat. Unvergeßlich wird’ es jedem bleiben, der den Verstorbenen am; Rednerpult, erlebt hat. Schon der erste Eindruck faszinierte. Das markante scharf unq klassisch gezeichnete Oesicht, der lebendige und warme Ausdruck von Mund und Kinnpartie, das feurige, durchdringend blickende- Auge, die hohe Stirn und , darüber in merkwürdigem Kontrast die wallende früh ergraute Haarmähne, das alles mußte auch dem, der 'von Physiognomik nichts wußte, alsbald zu erkennen geben, daß hier ein Ausnahmemensch stehe. Ungeheuer aber verstärkte sich der Eindruck in dem Augenblick, in dem dieser Mann zu sprechen begann. Noch bevor man den Sinn der Worte erfaßte, bestrickte der Klang. Beginnend in sonorer männlicher Weise, konnte die Rede anschwellen |zu wuchtigen und mächtigen Tönen wie Olockenläuten, konnte zu einem knüpfen, 'das u ohne das auch lieh ist. > Sucht man auf eine Formel seinen Beruf e gab, die Kraft des Gestallens. Der Entschlafene hat die wunderbare Fähigkeit gehabt, gleich dem Wunderrabbi, der dem Golem Leben gibt, die ] thilosophischen Begriffe lebendig zu machen, in seiner gestaltenden Hand sind sie fast körperlich geworden, haben greifbare formen angenommen und sind so selbst dem zum Bewußtsein und?ur Erkenntnis gekommen, der im abstrakten Denken ungeschult war. Und* er verstand es, mit dem ersten Wort die Verbindung zwischen Vortragendem und Hörer zu isichtbare, aber von jedem bare Fluidum, chne das kein wirkliches L:men, kein wirkliches Lehren fühlmogdas Wesen des Entschlafenen zu bringen, so darf man ragen, daß hier die Synthese zwischen Deutschem und Jüdischem in idealer Weise geglückt war.] Vom 125 —