Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 6 - Juni
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6727475-6029145-6074794--2109-4868714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der Magistrat der Stadt Dessau und die Anhaltische Regierung beschlossen, am 6. September 1929 in Genieinschaft mit der Dessauer jüd. < Gemeinde eine Moses Mendelssohn-Feier zu veranstalte^. Auch eine Mcndelssohn- Gedächtnis-Aussfellung wird im Herbst dieses Jahres in Dessau eröffnet werden. * In Lodz brach der lang befürchtete Generalstreik der Textilarbeiter aus. Auch über 6000 jüdische Textilarbeiter wurden brotlos; ihre Lage ist besonders prekär, da sie von der allgemeinen Streikleitung nicht unterstützt werden; Hilfsaktionen wurden eingeleitet. * m * Felix M. Warburg stellte der Vereinigung »Ort« zur Beschaffung von Maschinen, \ Werkzeug' undi Rohstoffen für die jüdischen Proletarier in Rußland £0 000 Dollar zur Verfügung. \ ln Berlin fand die Generalversammlung der Gesellschaft »O r t«, Abteilung Deutschland, statt. Die deutsche Mitgliederzahl dieser Weltorganisation, die produktive Arbeit unter den Juden fördert, hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. | * «j Der Verein zur Abwehij des Antisemitismus hielt unter dem Vorsitz des Reich|sministers a. D. Dr. Georg Gothein in Dortmund seine diejsjährige Jahresversammlung ab. Wichtige Fragen der. inneren Politik wurden erörtert. •J ‘ Aus England kam die Nachricht, daß der frühere Oberbürgermeistet von Belfasjt, Otto Jaffe, im Alter von 83 Jahren in einem Londoner Sanatorium gestorben ist. Jaffe, ein gebürtiger Hamburger, War in jungen Jahren nach Irland übergesildelt und in Belfast Großindustrieller geworden. Er gründete in Irland eine jüdische Schule und brachte aßen jüdischen Angelegenheiten ^läs regste Der jetzt fünfundsiebzigjährige amerikanische Botschafter in Berlin, Jacob G. Shurman, scheidet demnächst von| seinem Posten, da er sich ins Privatleben zurückzuziehen wünscht. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Hoover, bestimmte als neuen amerikanischen Botschafter in Berlin Eugene Meyer, der als Sohn aus dem Elsaß eingewanderter jüdischer Eltern 1875 in Los Angeles geboren wurde. Eugene Meyer, der sich auch häufig in verschiedenen jüdischen Organisationen betätigte7 hat bereits mehrere wichtige amerikanische Staatsämter bekleidet. I -o * * DerrVorsitzende der Mannheimer jüdischen Gemeinde, der Arzt Br. Dr. Julius Moses, wurde zum Professor an der Mannheimer Handelshochschule ernannt. Frau Lilli Deutsch, die Witwe des Generaldirektors der AEG., Geheimrat Dr. Felix Deutsch, hat ihre Villa in Schreiberhau und den dazu gehörigen 40 Morgen großen Park der Stadt Berlin als Stiftung geschenkt Das Besitztum soll "deutschen Künstlern und Gelehrten ohne Unterschied der Konfession als Erholungsstätte dienen. * '. ln dem neuen Heft des »Korrespondenzblattes für Wanderungs- und Siedlungswesen«, das der Hilfsverein der deutschen.«■ Juden herausgab, finden sich wichtige wissenschaftliche und statistische Nachweise über die Tätigkeit dieser Organisation. * r * In Berlin fand eine Oedenkfeier für den vor 3 Jahren eine n Hakenkreuzler-Exzeß zum Opfer gefallenen Philosopl en Gregor Itelsohn statt) Einige berühmte Gelehrte hielqen Reden. Professor Franz Oppenheimer schilderte Lebenswerk des Verstorbenen und bedauerte, daß das frühzeitige Ableben des Philosophen die Vollng seines großen »Systems der Logik« verhindert ■ch Interesse entgegen.' Er zählte zu sönlichkeiten Irlands. den geachtetsten Per- In der Memelgegend brrch infolge von Presseverhetzungen eine Ritualmordhelze.au>. Behörden und die theologischen Professoren der|Universität Königsberg versuchten in loyaler Weise per Massensuggestion entgegenzutreten.' In Berlin wurde ein politischer es stellte sich heraus, daß Organe des amtlichen »Wolffschen Telegraphenbüros*, das infolge seiner Verbindung mit der Regierung zur strengsten Objektivität und Neutralität verpflichtet ist, sich in der Rrovinz an parteipolitischen und’aniisemitischen Agitationen beteiligten. das dun endi worden sei. bunil vom Orgai lieh! dem deu Verfü In Beilin fand die erste große Sitzung des »Reichses für jüdische Siedlung in Deutschland« statt, einer Verband jüdischer Frontsoldaten ins Leben geiufenen nisation. Wichtige Fragen jüdischer Siedlungsmögeiten und deren Finanzierung wurden erörtert. . _ In Stuttgart tagte die »Arbeitsgemeinschaft der süd- Skandal aufgedeckt: deutschen israelitischen Landesverbände«. Für verschiejüdische Verbände, deren Tätigkeit sämttichen reichs- 1 sehen Juden zugute kommt, wurden Geldmittel zur gung gestellt. In Jerusalem wurde, hat amerikanischen Kapitals, der modernen Universitätsklinik Palästinas ohne Unterschied dienen wird. ptsächlich unter Benutzung Grundstein zu einer großen, gelegt,,die allen Einwohnern ler Rasse und des Glaubens de In Melbourne wurde Kommandeur der australisch einem überzeugten Juden, ei^ völkerung bereitete bei der dem populären Manne eine m General Monash, dem. en Armee im Weltkriege, Denkmal gesetzt. Die Be- Enthüllung -des Standbildes große Ovätion. |Uer jüdische Segelfliegen Robert Kronfeld, Studierenc er der Wiener technischen Hochschule, brachte mit eine m Langstreckenflug im motorlosen Segelflugzeug den diesjährigen Rekord an sich. * Der Verein jüdischer Lehrer Mitteldeutschlands veranstaltete anläßlich seines fünfzigjährigen Bestehens in1 Magdeburg eine Feier und gab eine Festschrift heraus. Interessante Referate über jüdische Lehrerfragen wurden erstattet. * «% l _ >• Die Zentral wohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltete gemeinsam mit mehreren Landesverbänden für jüdische Wohlfahrtspflege in Frankfurt a. M. eine Bezirks- — 110 —I