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Der Orden Bne Briss · 1929-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 4 - April
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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Geistes.« Beide Werke befassen sich mit den Beziehungen von Seele und Materie. Die Verhältnisse des Ordens im Orient «erden uns durch Aufzeichnungen von “Bruder I. Auerbach in die Erinnerung zurückgeführt. Wir erhalten einen kurzen AbriB über die Entwicklung des XI. Distriktes; ferner Mitteilungen über die Logenarbeit im palästinensischen Distrikt von Dr. Fritz Eckstein, wobei wir darauf hinweisen, daß auch in unserem .Organ in deT vorigen Nummer die Tätigkeit unserer Logen im heiligen Lande auf der Grundlage des Berichtes der Oroßloge in Jerusalem eingehend behandelt worden ist. In anschaulicher Wejse werden wir durch die Berichte der Logen über die Tätigkeit des XII. Distriktes im Jahre 1928 unterrichtet. Geistiges und Soziales steht auf gleicher Höhe. Eine Fülle von Vorträgen belehrenden Inhaltes» von Referaten mit anschaulichem Material sind den Logen geboten worden. Auch die Schwestern Vereinigungen, die uns gleichfalls von ihrem Tun Kunde geben, entwickeln sich unter Förderung der Großloge mit gutem Erfolge. Aus der reichlichen Umschau der vorliegenden Nummer erwähnen wir die Mitteilungen über den vor einiger Zeit gegründeten Kulturverein für die Slovakei,. der neben praktischer Kulturarbeit\durch Vereinigung aller Kulturkräfte dazu beitragen will, daß -,die parteimäßige Zerklüftung des Judentums vermieden wird. A. Gdt. Bücherschau. 40 Jahre Rhenus »Loge Mainz 1889—1929. Ein Abriß aus der Geschichfe der Rhenus-Logs. Im Aufträge der Rhenus-Loge dargestellt von £xpr. Maximilian Hertz. Di>» Rhenus-Loge ai Mainz übermittelt uns anläßh'ch ihres 40 jährigen Jubiläums ein schönes Geschenk. Der Verfasser hat in großen Zügen eine Uebersicht über vier Jahrzebnie Tätigkeit einer Loge gegeben, die sich in außerordentlich verdienstvoller Weise um den Gedanken des Ordens bemüht hat. Wi*> erfahren Nützliches über die Vorgeschichte der Gründung, die Oründung selbst, die grundlegenden Tätigkeitsberichte für soziales und geistiges Leben einer ständig fortschreitenden Loge, ihre Auswirkungen in sozialer Beziehung, die Gemeinsamkeiten.des ihr zugehörigen-Logenuerbandes. In kurzen Darstellungen werden uns die führenden Persönlichkeiten der Loge ins Gedächtnis zurückgerufen, unter denen der Name Max Loeb seine dauernde'Geltung im.Orden behalten wird. Tabellarische Aufstellungen beschließen das geschmackvoll ausgestattete Werk. A. Gdt Der Jahrgang 1928 der Zeitschrift für die jüdische Jugend »Das Zelt« liegt uns in netter Ausführung vor. Die Zeitschrift als solche ist reich illustriert undenthält für die jüngere Jugend in anschaulichster Weise Belletristik aus dem jüdischen Leben. Außerdem finden wir auch aus der Allgemein-Literatur spannende Erzählungen und” Schilderungen. Für die Selbstbeschäftigung der Jugend sind zahlreiche Anregungen gegeben. St. '' llja Ehrenburg : »D a s be w e gt e L e b e n des Lasik Roitsch wmtz«, Roman. Im Rhein-Verlig,* Basel — Zürich — Leipzig — Paris — Straßburg.- Aus dem Russischen übersetzt von Waldemar Jollos. Aeußerlich ist Ehrenburgs Buch ein oft amüsantes, oft sentimentales Gemisch von Till Eulenspiegel, Don Quichote und dem braven Soldaten Schwejk! Der arme Lasik Roitschwantz wird in einem tollen Wirbel durch die jüdische Welt des Ostens und des Westens gejagt, und seine Reise gibt dem überlegenen Spott Ehrenburgs die Möglichkeit, sich über alle Schwächen des allgemeinen politischen und des jüdischen Lebens zu ergießen. Vom bolschewistischen Rußland angefangen über Polen, Deutschland und England hinweg bis zum nationaljüdischen Palästina wird alles Jüdische in seinen kleinen und großen Schwächen gegeißelt Und' man darf es eingestehen, daß der Kenner der jüdischen Seele mit ständigem Schmunzeln den Geschicken des Lasik Roitschwaniz folgt, daß er oft genug laut auflacntl Ein amüsantes' Buch! Aber doch ein sehr unerfreuliches! Lasik Roitschwantz ist eine seltsame Konstruktion, ein Jude ohne Jüdisches, ein Jude ohne Judentum, ein jüdisch angestrichener Hanswurst! Scholem Alechems Gestalten erstrahlen auch -im Lichte des Komischen und des Grotesken. Aber man fühlt, daß sie Juden sind, denen Jüdisches — Glaube, Tradition, Hoffnung — Weihe und Kraft gibt. Aus ihren närrischen Meinungen und Taten klingt noch ein Größeres. Sie haben eine Welt, in die sie sich zurückziehen können, eine seelische HeimaL Sie sind unglückliche Narren auf dfr Heerstraße des Lebens und stolze, starke Könige in ihrer eigenen kleinen Welt! Lasik Roitschwantz, der doppelt arme, ist ein seelenloser Harlekin. Und das rührt daher, daß sein ater Ehrenburg das Judentum zwar kennt und weiß, ie es sich räuspert und spuckt, daß er es aber weder versteht noch schätzt. Um das zu zeigen, hätte er freilich seinen Lasik Roitschwantz nicht in die Welt zu setzen brauchen, das wußte man vorher auch. Felix Goldmann (Leipzig). Zur Geschichte der Juden in England. Der neue Band (Vol. XI) der Transactions of the Jewish Historical Society qf England (1924—27) enthält manches Neue über die Juden im Elisabethanischen England, über die Rückkehr der Juden nach England unter Cromwell und über einen alten jüdischen Friedhof bei Dublin u. a. m. Ueber die Juden zu Shakespeares Zeit schreibt der altbewährte Historiker Luden Wolf. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts halte bereits Sidney Lee, der bekannte Shakespeareforscher, in dem englischen Shakespearejahrbuch ausführlich die Frage untersucht, ob zu Shakespeares Zeit Juden in England gelebt haben (die Juden waren 1290 aus England verjagt worden). Er kam zu dem Ergebnis, daß eine beträchtliche Zahl Juden damals in England lebten. Nachweisen allerdings konnte er nur die Existenz von 10 Juden, zu denen auch der Arzt der Königin Elisabeth, Rodrigo Lopez, gehörte, dessen tragisches Ende bekannt ist Seine Oeschichte ist jüngst von Lytton Strachey («Elizabeth and Essex«) wiedererzählt worden. Nun hat Wolf in Antwerpen, Brüssel und Lissabon die Archive durchforscht und urkundlich nachweisen können, daß eine Gemeinde vor etwa neunzig Mitgliedern zur Zeit der Elisabeth in Londor -lebte, größtenteils portugiesische Marannen, die von Antwerpen kommend in England sich angesiedelt hatten oder dort verkehrten, um den Handel großer Häuser dei Kontinents, besonders Hollands, zu vermitteln. Allerding! bedurfte es .der Hilfe besonderer Agenten, um ihnen die Einreise in bestimmten Häfen zu ermöglichen und sie auf sicherem Wege nach London zu bringen. Sie halten weitverzweigte Familieübeziehungen, die oft der Außenwelt nicht durchsichtig waren, da sie nach der Landessprache die Namen zu wechseln pflegten, um Verfolgungen zu entgehen; sie gewährten ihnen aber große Vorteile i i ihrer geschäftlichen Tätigkeit und ermöglichten ihn«,, diplomatisch sich zu betätigen und häufig wichtige Nachrichten der Regierung zu übermitteln. So hat ein gewisser Niinez, «in Arzt, der in Mark-Lane praktizierte, der englischen Regierung die erste Mitteilung von den Absichten der Armada zukommen lassen. [ Zu der Wiederzulassung der Juden unter Cromwellnach den Bemühungen Menasse ben Israels veröffentlicht Cecil Roth einen portugiesisch geschriebenen Brief, ein Rundschreiben an die »Heiligen Gemeinden« in Euro| >& A* — 78

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