Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1929-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kolonie Mozi würde im Jahre 1894 von der Loge mit fast, gar keiner Unterstützung von auswärts, wohl aber mit nicht geringen Opfern seitens der Logenbrüder selbst begründet, um ein Beispiel rationeller und ökonomischer Ansiedlung in der Nähe Jerusalems zu geben. Das Experiment gelang; heute zählt die Kolonie 100 Siedler. Einigung der Oexneinden. Im Sinne des Ordens suchte die Loge den Frieden in den Oemeinden herzustellen. - Gründung von Logen in Palästina und Syrien, Smyrna und in den-Balkanländern. Der Anregung und .der warmen Unterstützung aus Logenkreisen verdanken wertvolle Institute ihr Entstehen, so; das jüdische Mädchenheim, von Frau Direktor Cohn- Reis begründet uhd von ihr ehrenamtlich geleitet. Die Hauptsprache in 'dieser Anstalt mit mehr als 50 Zöglingen war ausschließlich Hebräisch; ferner das Krankenhaus für Unheilbare uhd Geisteskranke, von Frau Expräs. I. M. Pin«« begründet und von ihr ehrenamtlich geleitet, das Blindeninstitut, von Br. A. M. -Luncs und andern begründet. Von neueren Leistungen, die mit dem Aufbau Palästinas Zusammenhängen,.nennt Br. Press: Herberge für Einwanderer, die sich dort so lange aufhalten, bis sie Beschäftigung in ^Jerusalem . selbst oder io den Kolonien gefunden haben, eine Darlehnskasset die zinslose Darlehen an kleine Kauileute und Gewerbetreibende gewährt, einen Bne Brist-Fonds für Häuserbau zwecks Schaffung einer B. B. Gartenstad tin |erusalem. Vorschläge zur ü b e r-p a rt ei I i c h e n- Lösung der Frage bezüglich der Wahlen für das Oberrabbinat und der ihm angegliederten Kanzlei - Hebräische Uebersetzung der jüdischen Familienpapiere von Wilhelm Herzberg, dem Begründer der Jeruschalayim-Loge. Diese Familienpapiere haben seinerzeit in der jüdischen Welt großes* Aufsehen erregt und kein Geringerer als Professor Dr. David Kaufmann hat sie gerühmt. Die Begründung der Groß löge für Erez- Israel XIV, die z. Z. folgende sieben Logen umfaßt; Jeruschalayim-Loge in Jerusalem, Schaar-Zion-Loge in Tel Awiw, Karmel-Loge in Haifa (früher Paul Nathan- Loge), Galil-Loge in Safed, Rabbi Akiba-Loge in Tiberiäs, Adolf Kraus-Löge in Sichron Jakob, Scharon-Loge in Chedera. Ein Mittelpunkt injefeusalem für alle Bne Briss, die das Heilige Land besuchen. Die Jeruschalayimi-Loge zählte im Jahre 1928 112 Mitglieder, darunter 25 Wissenschaftler und Schriftsteller, 11 Richter und Rechtsanwälte,- 5 Aerzte, 42 Kaufleute, 22 Beamte der Regierung, der Zionistischen und anderer Organisationen und 7 Verschiedener Berufe. Wie bereits oben, erwähnt, konnte die Jeruschalayim- Loge im vergangenen! Sommer das Fest ihres 40 jährigen Bestehens begehen. jUeber diese harmonisch verlaufene Feier wird ausführlich berichtet. Eingegangen sind von verschiedenen Seiten Begrüßungsielegramme bezw. Gratulationsschreiten: von Br. Ordenspräsident Alfred M. Cohen, von verschiedenen Distriktsgroßlogen, von Logen und einzelnen Brüdern u. a. m. Das Glückwunschschreiben der Großlöge für Deutschland ist in hebräischer Uebertragung wörtlich wiedergegeben, desgleichen ein Auszug einer Ansprache des Mitbegründers Br). Josef Mejuchas beim Festmahle vor Brüdern und Schwestern, in der er in humorvoller Weise seine Erlebnisse auf einer Propagandareise schildert, die er mit Br. Yellin nach Smyrna und Bulgarien unternommen hatte. Auf dieser Reise wurden sie nämlich von der türkischen Regierung verdächtigt, -als wollten sie politisch - revolutionäre Vereine gründen; die Situation war sehr ernst, sie schwebten in Oefahr, in den Bosporus geworfen zu werden. Ihre' Unschuld wurde aber nach langwieriger Prüf ung/er wiesen, und so konnten sie nicht nur ihre Reise fortsetzen, sondern auch außer der Loge in Smyrna die Loge Mizpah in Philippopel und die Loge Cherr.dat Israel in Sofia begründen. Die übrigen oben aufgeführten Logen im Heiligen Lande arbeiten, wie aus den einzelnen Berichten zu ersehen ist, nach dem Vorbilde der Mutterloge in Jerusalem: Büchereien, Kindergärten, jüdische Schulen, Krankenhäuser, Arbeitsnachweis, Hafendienst, Dahrlehnskassen, Waisenpflege, Einwandererfürsorge, Kampf gegen die Missionsgesellschaften, Einigung der verschiedenen Parteien Jn den Gemeinden zu friedlicher Arbeit und Stärkung des jüdischen Geistes ‘ siqd Merkmale ihres segensreichen Wirkens. Die B. B. liogen bilden einen wichtigen Faktor im jüdischen Leben, ihre wertvollen Anregungen haben Beachtung, ihre ersprießliche Tätigkeit volle Anerkennung in den Gemeinden gefunden. Die Logenräume sind Mittelpunkte jüdischen Geistes, Volkshäuser im besten Sinne des Wortes} sie dienen den Veranstaltungen verschiedener Vereine sowie den Zusammenkünften am Sabbath-Nachmittag, die unter dem Namen »Oneg Schabbos« bekannt sind. Tätigkeit, der Oroßloge: In einein besonderen Artikel wird üter die Tätigkeit der Großloge für Palästina berichtet. C ie Zahl der Mitglieder des Oeschäftsführenden Ausschusses wurde um drei erhöht, ein Arbeitsprogramm aufgustellt, das eine Festigung der Beziehungen der Großloge zu den einzelnen Logen im Lande, zu den auswärtigen Großiogen, insbesondere zur Konstitutionsgroßloge in Cincinnati ansuebt, sowie die Beziehungen der palästinensischen Logen zueinander inniger gestalten wilL Die Großloge stand in regem Briefwechsel mit den Executivkomitee, dem sie die geeigneten Anregung« n der palästinensischen Logen übermittelte, mit dei Distriktsgroßlogen in den verschiedenen Ländern urd nahm auch an den Arbeiten der Arbeitsgemeinschaft der europäischen Distrikte teil. Außer mit den Organisationsfragen und den Hilfsaktionen für die durih Erdbeben in Palästina und auf dem Balkan geschädig en Glaubensgenossen, beschäftigte sich die Großloge mi der Palästina-Touristik*) uhd mit der Frage der Oründun j von Frauenlogen »Benoth Brith« Neugründüngen von Legen in Petach-Tikwah und Rischor le Zion sind Jn Aussicht genommen worden. Zwecks Stärkung der Beziehungen der palästinen sischen Logen untereinander wurde ein L o gse n t ag angeregt, der zum ersten Mal am ersten Chanukkah lr Jerusalem stattfand ur d gut besucht war. Auf dieser *) Bei der Touristik handelt es sich darum, jüdisch«: Touristen zu beeinflusien, daß sie sich bei ihren Palästinareisen jüdischer Reisebüros und jüdischer Reiseführe’ . bedienten, damit sie mehr als bisher die jüdischen /-Kolonien und jüdischen Anstalten und Einrichtungen im Heil. Lande zu sehei bekommen (Vgl. O. B. B. 1928, Nr, 11, S. 214). 53