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Der Orden Bne Briss · 1929-02-01 · Nr. 2 - Februar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 2 - Februar
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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I BGcherschau. Politik and Humanität — Paul Nathan. ' Ein Lebensbild von Ernst Feder. Mit 12 Bildern und einer Handschrift probe 1929. Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Oeschichte m. b. H., Berlin W 8. Wilhelmstr. 66. Politik und Humanität! Da haben wir den ganzen Menschen, den ganzen Mann, der zu den wenigen Erlesenen gehörte, denen Politik Humanität bedeutete und Humanität: Politik, Politik der Hilfe, Menschlichkeit auch mit politischen Mitteln.* Die beiden kennzeichnenden Worte, die das schöne Werk Ernst Feders einleiten, könnten fein äußerlich gesehen wie Kapitelüberschriften wirken, die das Leben Paul Nathans umfassen, das in den ersten Jahrzehnten bewußten Schaffens mehr das des Politikers, in den ' letzten das des humanitär Wirkenden gewesen ist. Aber bei Nathan isf das nicht zu trennen. * Da steht er vor uns: 4er junge* Nathan mit dem schönsten menschlichen Ehrgeiz, der auch den Alternden nicht verlassen hat, mit dem Ehrgeiz des Leistenden, der seinem Schaffen Dauer geben möchte, mit seinem Grübeln und Zweifeln, »nicht glücklich, aber energisch« — wie er sich selbst einmal bezeichnet, mit seinen scharf gespitzten Artikeln, in denen so viel'Seele ist — geschrieben in jahrzehntelanger Arbeit für die feinsinnige Zeitschrift »Die Nation« des bekannten liberalen Führers Theodor Barth, seines Freundes und Redaktionskollegen, — der Tätigkeit des Journalisten die Mittel abringend, um ein Leben zu ermöglichen, das dem liberalen politischen Gedanken in seiner feinsten aufrichtigsten Form zugedacht war. Wir sehen ihn im Verkehr mit den geistigen Politikern seiner Zeit, den älteren Freunden, die ihn Ms Ebenbürtigen schätzten — über die Zeit hinaus, da 4er- Eingang der Zeitschrift einem speziellen Wirken ein Ende bereitete. Dann stebt der Mann vor uns, dessen Wirken uns allen noch in der lebhaftesten, der herzlichsten Erinnerung ist, dem verwandtschaftliches Erbgut Unabhängigkeit und selbstlosestes Wirken im Dienste der Humanität, jüdischer Humanität, ermöglichte. Da gibt es kaum ein Land des Judenelends und der Judenhoffnung, das er nicht bereist hat, um Feststellungen zu treffen oder Fundamente zu gründen: Polen, Rumänien, Türkei, Rußland, Palästina. Seine Verhandlungen mit Königen, Staatsmännern, hoben Offizieren atmen Würde. Seine Forderungen heißes-. R^ht, Gerechtigkeit, freie Bewegung, Kultur. Tausenden hat er - aufopfernd Hilfe gebracht — unermüdlich bis ln sein Alter hinein, bis kurz vor seinem Tode (1857—1927];. Den 70. Geburtstag, der dem Lebenden große Ehrungen bringen sollte, hat er nicht erreicht. Erinnerungen wurden daraus, Gedenken - in Liebe über das Grab hinaus. [ Zu poetischer Verklärung steigt das Bild dieser großeti Seele in der »Zwiesprache.mitdem Toten«, die der Freund -- Ernst Feder — in der Abschiedsstunde in den Arbeit.- räumen des Verblichenen vor dem letzten Ausgang hält Brüder lest dieses Buch'! Lasset Euch ein wenig er-t füllen von der Seelenrichtung eines Briiders — eines BeiJ Briss — denn er war unser — und versuchet — ein jeder] in seinem Kreise — nach der einem jeden gegebenen Möglichkeit ihm ähnlich zu leben, auf daß der tiefe Oe-| danke des Orden. Erfüllung finde. Alffed üoIdschnlidt Aus diesem Anlaß Herr Dr. Rudolf Ha Volkskunst in Hessen« Die Sinai-Log« in Cassel feierte am 13.1.1929 ihr 40 jähriges Bestehen. gab auf Veranlassung der Loge Io.eine Schrift über »Jüdische heraus. Dr. Hallo bejaht die Frage, ob man gerade in Hessen von einer jüdischen Volkskunst sprechen kann und weist dies an Hand zahlreicher Beispiele aus Haus, Schule, Gotteshäusern und Friedhöfen nach. Eine Anzahl schöner Bildtafeln bietet einen verdienstvollen Beitrag zur Erforschung alter jüdischer Kunst und zur Vermittelung des Verständnisses für sie auch in weiteren Kreisen. Die Schrift kann vom Sekretariat der Sinai-Loge zum Preise von 3.— M. bezogen werden. * Los vom Zionismus. Von Fritz Blankenfeld, Kimchi und Ernst Ludwig Pinnpr. Verlag I. Kauftmann, Frankfurt a. M. 1928 S. 67, Preis brosch. 2,— M. Die kleine Broschüre enthält die Aufsätze von drei ehemaligen Zionisten, jdie, durch Constantin Brunners Schriften zur Judenfrage angeregt, ihre bisherigen Anschauungen revidiert und sich vom Zionismus abgewendet j haben. Dabei fühlten Me das Bedürfnis, Uber ihren nach innerem Ringen unternommenen Schritt ihren zionistischen Freunden und Nichtzioi listen Rechenschaft zu geben. * F. Ahlem. Eine kleine, hübsch ausgestattete! Druckschrift liegt uns vor: Die Jubiläumsschrift zum lünfundzwanzigsten Stiftungsfest des Vereins der ehemaligen Schüler und Lehrlinge der Israelitischen Oartenbauschule in Ahlem. »Erstrebtes und Erreichtes« ist das Heftchen betitelt. Eine große ^nzahl früherer »Ahlemer« kommt hier zu Wort. Sie erzählen von ihrer Lehrzeit, von ihrer körperlichen, geistigen sowie religiösen Ausbildung und gedenken hierbei in treuer Anhänglichkeit ihres noch heute segensreich wirkenden Erziehers, des Direktors Br. Silberberg; sie berichten ferner über ihre weitere berufliche Entwickelung, die manchen zu Ansehn und Wohlstand geführt hat, Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Amerika, Australien, Italien, Palästina und Polen sind die »Ahlemer« ihrem erlernten Berufe treu geblieben; sie betätigen sich hier als Oarten- und Friedhofsinspek-j toren, Gutsverwalter, Betriebsleiter und Qartenbaulehrer; viele sind zur Selbständigkeit gelangt, sind Farmer, Blumen- und Obstzüchter geworden. Eine Reihe interj essanter Bilder zeigt uns die Arbeitsstätten ehemaliger »Ahlemer« in den verschiedenen Ländern. Ein kurzer Bericht des Direktors über die Anstalt in Ahlem schließt das anregende, durchaus lesenswerte Schriftchen. DieOroßloge für Deutschland, die für »Ahlem« schon voft der Begründung an Wohlwollen und Interesse bekundet, kann auf diese Schöpfung des sei. Br. Moritz A. Simon mit Genugtuung blicken, aber auch dem gesamten Judentum ohne Unterschied der Partdrichi sollte die Förderung der Anstalt am Herzen li Wurde doch hier schon vor Jahrzehnten als dringem Notwendigkeit erkannt, was heute von weiten Kreisen deutschen Judentum als wichtigste soziMe Aufgabe u. zeichnet wird: die Berufsumschichtung jüdischer Erwerbi tätiger, ihre Zurückführung zu Bodenkultur und Handweik.. m * j M. Obg. h 42

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