Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 1 - Januar
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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nunerst zu seiner'e b e n b ü r t i g'e n Q e f ä h r - Un. Dabei sucht die Frau dank ihrer besonderen Veranlagung ein bewußtes Oegengewicht zu bilden gegen die Verkettung des Mannes an die Technik und ihn zur QckzufOhren zur Schau, zur Besinnung, zur Vertiefung, m. a. W. zur Verbundenheit *= religio mit den wahren Lebenswerten. Wer von der Reinheit einer Idee erfaßt is*„ schützt sich zudem vor letzter-Vereinsamung, die unrettbar die Mütter befällt, die mit dem trügerischen Trost ihrer Mutterschaftsverpflichtungen auf eigene geistige Leistung, also auf Entwicklung ihrer Persönlichkeit verzichten. Denn man erzieht mit dem, was man ist, nicht, mit dem, was man weiß. »Erziehung im aktiven; Sinn ist ^ine Art des Seins«. (Mayreder.) Seine Persönlichkeit darum ganz in die Mütterlichkeit, ganz in die Erziehung zu setzen, wo man noch eines anderen Einsatzes fähig ist, heißt, das Opfer seiner selbst bringen, d. h. aber das, was man nicht bringen darf. Vorbild, Beispiel ist noch immer das beste Erziehungsmittel. Die Atmosphäre eines gesitteten, geistig interessierten Elternhauses und das lebendige Vorbild helfen am erfolgreichsten, den jungen Menschen zu bilden, daß er unter der Pflicht äußerer und innerer Seibstverarltwortung sucht, sein Leben auf eine überpersöhtiche Idee zu .stellen.! Sicher ist es dabei das gute Recht der Nachkriegsjugend, nicht kritik- und gedankenlos überkommene Sitte als ünbeäweifelbare Lebensnorm hinzunehmen, sondern sich subjektiv vojn ihrem Wert zu überzeugen und sie entsprechend der Veränderung aller Maßstäbe und Gesetie nach dem Krieg sich neu zu begründen und zu bestätigen. Trotz der Entfesselung ihres äußeren Lebens beobachten wir aber bei dieser früh auf sich gestellten, lebenskundigen jungen Generation eine gegen Tradition, gegen Autoritätsglauben sich heranbiidende Gesamthaltung von charaktervoller Selbstdisziplin, und große, tragende Schichten innerhalb dieser Jugend v£r-. suchen in ihren Besten, ihren Führern, strenge Lebensideale heroisch zu verwirklichen. Denn die von der revolutionären Welle und den veränderten sozialen Lebensgrundlaeen getragene Umwälzung bedeutet doch bei aller Zügellosigkeit und oft auch Ziellosigkeit einen Durchbruch zu wahrerem Leben. Und so ist auch die Erschütterung der bürgerlichen Ehe in ihrer bis dahin faulen Selbstverständlichkeit und verlogenen Romantik nur so zu verstehen, daß die zu äußerer und innerer Freiheit erwachte Frau mit großem Ernst upd bewußter Forderung an sie herantritt und sie neu gestalten will als eine von beiden Partnern mit voller Verantwortung zu formende Schicksalsgemeinschaft Die Um- und Neugestaltung dieser innerlichsten menschlichen Beziehung ist aufs engste verbunden mit dem politischen, sozialen und wirtschaftlichen Befreiungswillen der Frau, denn die wirtschaftlichen und sozialen Veihältnisse haben eine brutale Macht über die Gestaltung der Ehe. Die Schwere der Aufgabe für die heutige Frau entsteht dabei durch den Konflikt zwischen Ehe und Beruf, zwischen ihren besonderen Oattungsaufgaben und ihrer inneren Nötigung, mitzuarbeiten an der überpersönlichen Kulturwelt und zwischen beiden Forderungen das Qieichgewicht zu halten. Darum verlangt die heutige Frau von der vollkommenen Ehe als der Vereinigung zweier sittliclv autonomen Persönlichkeiten, daß sie zwei Weseh zu einer Einheit des Schicksals verbinde, die sie doch zugleich als Persönlichkeiten, d. h. als von eigener Mitte her bestimmt, bestehen lassen soll: also Bindung und Freiheit. Diese Frau als freie, bewußte Persönlichkeit, als lebendiger, selbständiger Mensch treibt auch den Mann bei aller Forderung, Beunruhigung, Bedrängung zur Erweiterung seiner eigenen Menschlichkeit fort und bereichert somit das wahre Zusammenleben zwischen Seiden. ‘ Somit ist aber. mit vertieftem und vielfach begründetem Ernst die Forderung der Zeit für die Frau aufzunehmen, die Tautet: Kampf um selbständiges Menschentum! Schwesternverband der U. O. B. B - Logen. Es erscheint uns notwendig, auf den Artikel Verfassers zu wehren, sondern um ihn zu beruhivon Br. Expräsident Schindler »Die englischen gen. Wir erklären;in voller Uebereinstimmung Frauenlogen des U. O. B. B. und.damit Zumit den derzeitigen Ausführungen unserer Führerin, sammenhängendes« (aus der November-Nr. des die von dem Verfasser zitiert werden, daß es Ordensorgans) einige Worte zu entgegnen; aßer uns nicht gelüstet, dem englischen Muster nachnicht etwa, um uns gegen die Auffassung des zueifern. Wir lehnen es nach wie vor ab, selb- 22