Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1928 (1928)
- Issue
- Juni/Juli (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 35 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Eins muß hervorgehoben werden! die Tat ist c as Wesentliche. Sie allein bringt die Gewöhnung aiind damit das, was unsere Gemeinschaft sein soll. Die Fr: ge der Sorge für unsere Brüder beschäftigt uns imripr wieder. — i Die Gefahr, 'die durch die Umschichtung für dfe jüdische Zukunft hereingebrochen ist; hat sich sct cm früher geneigt, sie ist aber durch die Vertrustung im ' Wirtschaftsleben eine besonders schwere geworden, lind auf die hfnzuweisen,* sie zu bearbeiten und zu kläiea, ist eine der wichtigsten Aufgaben. Br. Jeselsohn, Mannheim: Ein Thema für die Großlogentagung wird nicht festgelegt werden köm'eip. Die Anlegungen . müssen alle überprüft werden. Wünschenswert aber ist, daß Gelegenheit zur Ausspra :he, zum Sichkennenlernen gegeben wird. Der Gedanlenaustausch ist wesentlicher als der schönste Vortrag. — Er verweist' auf die Einladungen, .die von der Dajbirg- "Loge in Worms regelmäßig an die Brüder herausgdhen und schdn durch ihre äußere Form und den Appell an das Gefühl der Brüder zum Besuch der Loge anregen. Eine Aehderung des Rituals sollte nicht leicht yoi|- genommen werden. - i Br. Frankel, München: Der Vortrag des Haiupt* redners sollte von* dem Gedanken ausgehen, daßi das Logenleben zum größten Teile veraltet ist und von der Frage/ welche Idee man heute noch dem Logenlenleben abgewinnen kann. Derjenige aber ist für die Loge kein Gewinn, i dessen Judentum sich nur im Logenleben auswirkt, dem nicht, gemessen an den Höhen und T efen allgemeiner jüdischer Ideen, das Logenproblem ein peripheres ist Das Positive, was die Loge leisten kann, ist, daß sie jüdische Menschen schafft, d. h. heranbildet und sich jüdische Menschen verschafft. Das ist der große Ruhmestitel der Loge und das, was den Logengedapken auch für die Zukunft erhält. 'Gegenüber dem Streben, jüdische1 Menschen zu schaffen und sich zu verschaffen, muß alles andere, zurücktreten. Dieser Missionsgedanke sollte ap die Spitze der Ausführungen über das Houptthema: sind die Logenideen veraltet und inwiefern sind sie es rächt? gestellt werden. Br. Freudenthal, Nürnberg: Die Dinge in dem Freimaurerorden liegen anders als dies von Br. Cohn ausgeführt geworden ist. Es ist auch nicht richtig;, daß so große Erwartungen für die Großlogentagunf; von 1928 gestellt werden. Die Großlogentagung hat di:'Auf-; gäbe Rechenschaft über das zu geben, was in den vier Jahren geschehen ist. Das Wichtigste ist die Aussprache. Zur Ausgestaltung der Großlogentagung selber macht Br. Freudenthal folgende Vorschläge: Die Höhe und Weihe der Tagung sollte in den Vorabend gelegt werden. An ihm sollten die neuen Expräsidenten eingeführt neiden. An die Einführung sollte sich ein Vortrag vor etwa' 25 Minuten über ein .großes wissenschaftliches Thema anschließen, dem keine Diskussion folgen 'würde. ' Es wäre dies eine geistig hochstehende. Einleitung det; Groß- logentagung. An dem Abend könnte dann der Großpräsident vielleicht noch seinen Bericht erstatt« n. Es würde dann das gesellige Beisammensein folgen, t ei dem sich die Brüder kennen lernen können. Am nächsten Tage könnte in der Oroßlogentagung Uber das Thema gesprochen werden Wie stellen wir uns in den Logen zur Umstellung der Zeit in geistiger und materiel er Beziehung. Dann aber muß Raum sein für eine Aussprache und Kritik. Am Schluß kann wieder eine Steigerung der Tagung eintreten- — Eine Ausdehnung auf drei Tage ist nicht erforderlith, der Vorabend, der auf den Sonntag gelegt werden könnte, und 1—1V* Tage reichen völlig aus, Br. Lisser, Hamburg, hat sich bereits schriftlich in ähnlicher Weise wie Br. Freudenthal geäußert. Die Ausgestaltung der Großlogentagung liegt bei dem Br, Großpräsidenten in den besten Händen. In den Hamburger Freimaürer-Logen sind nur wenig jüdisch interessierte Juden. Er warnt davor, unser Ritual nach freimaurf rischem Muster auszugestalten. Garn hochstehende Menschen nehmen schon an unseren Ritual Anstoß. Der Zusammenhang ist in den kleiner Logen vorhandlen. Er fehlt in den großen. Den Logen besuch zu heben und Maßnahmen zu veranlassen, wenii er nicht erfolgt, birgt Gefahren in sich. Die ehrenrät ■ liehen Bestimmungen müssen geändert werden: auf de’ einen Seite eih Disziplinarverfahren bei Verfehlungen, auf .der anderen ein ehrenrätliches Verfahren für Vergehen gegen die Ehre. — -Welche Thämata auf der Großlogentagung behandelt werden, ist gleichgültig; wesentlich ist, daß die Atmosphärje der Verbundenheit geschaffen wird. Der persönliche Austausch verspricht mehr als ein Vortrag.' Br. Bing, Nürnberg: Die Entwicklung der Loge hat dahin geführt, daß wir von einer weniger jüdischen zu einer intensiv-jüdischen Loge gekommen sind. Dies allein bedeutet ein so großes Problem, daß er nicht versteht, wie von einer Problemlosigkeit gesprochen werden kann. Die Frage, wie das Interesse der einzelnen Brüder für den Orden gewonnen werden kann, miß psychologisch i erfasst werden. Da, wo die Brüder e;- klären, daß die Loge ihnen nichts mehr bietet,, wird vielfach ein Gefühl des Nicht-zur-Geltung-kommens mitsprechen. Wenn man Brüder gewinnen will, muß mun sie zur Mitarbeit heranziehen und ihnen Gelegenheit geben, sich zu betätigen, sich auszuzeichnen. Br. Leszynsky, Berlin: Die Debatte hat viel Anregung gebracht, war aber ungeordnet. Die Großloge ntsgung hat nicht nur Rechenschaft abzulegen, sondern sie hat die großen Gesichtspunkte und die Richtung festzustellen, welche für die Führung der Ordensgeschälte maßgebend sein sollen. Bei den vielen Anregungen, ilie gegeben worden sind, weiß der Geschäftsausschuß nicjrt, was nun eigentlich verhandelt werden soll, und er hat nun die Verantwortung, die Tagesordnung für die Oroßlogentagung festzustellen. Es darf ihm dann kein Vorwurf daraus gemacht werden, daß er die Wünsche ni:ht erfüllt hat. Das Generalkomitee hätte prüfen müssen, welche Themen liegen vor, welche sind die wichtigsten. Wir leiden. ftjeht an Problemlosigkeit, sondern an 1er Fülle der Probleme. Außerordentlich wichtig ist Frage, die mit der Erziehung, mit der Jugend im sammenhange steht. Eine andere Frage ist die, hat Orden eine Weltanschauung, einen Standpunkt, mit c em er die Brüder gegenüber Erscheinungen des Lebens die Tüder füllen muß. All das hätte erörtert und eine Tagesordnung festgelegt werden müssen. Br. Blau, Frankfurt: Zwei Probleme sind es Vor nehmlich, die den Orden beschäftigen sollten, das, das Jüdische in dem jüdischen Menschen zu vertiefen md die Jugend für uns zu gewinnen. Es handelt uich darum, in der Jugend zu werben und sie mit jüdischen Gedanken zu erfüllen, nicht konfessionell, sondern in der Erkenntnis, daß Dienst am Judentum gleichbedeutend ist mit Dienst an der Menschheit Aus der Fülle der er- - 36